Ökumenisches Heiligenlexikon

Gennard von Flay

französischer Name: Genard
auch: Gennadius, Gerard

1 Gedenktag katholisch: 6. April

Name bedeutet: der Adelige (griech.)

Priester, Abt in Saint-Germer-de-Fly
6. April 720 im Kloster Fontenelle, heute Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon bei Rouen in Frankreich


Der Adelssohn Gennard wurde am Hof von Merowingerkönig Chlotar III. erzogen, wo er dessen Kanzler Ansbert, den späteren Erzbischof von Rouen, kennen lernte. Nach einer Begegnung mit Wandregisil trat Gennard zusammen mit Ansbert ein die von diesem gegründete Kloster Fontenelle im heutigen Saint-Wandrille bei Rouen, die nach einer Mischregel aus Elementen der Regel von Kolumban und der der Benediktiner geführt wurde. Die beiden wurden von Erzbischof Aldowin von Rouen zum Priester geweiht. 689 nahm Gennard an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Rouen teil, die Bischof Ansbert einberufen hatte. Nach dessen Absetzung und Tod 695 übertrug Gennard Ansberts Gebeine ins Kloster Fontanelle. Um 699 wurde Gennard der dritte in der Reihe der Äbte des damaligen Klosters Flay im heutigen Saint-Germer-de-Fly bei Beauvais. Unter seiner Führung erlebte die Abtei eine Zeit des Wohlstands und des spirituellen Wachstums. Gennard legte aber das Amt kurz vor seinem Tod nieder, übergab es an Benignus von Flay und ging wieder ins Kloster Fontenelle.

Gennard wurde im Kloster Fontenelle bestattet. 1681 kamen die Reliquien ins nun nach Germar von Flay benannte Kloster Saint-Germer im heutigen Saint-Germer-de-Fly.

Das Kloster Fontenelle, das dann nach seinem Gründer und ersten Abt Wandregisil Saint-Wandrille genannt wurde, wurde 862 von den Wikinger zerstört, die Mönche flohen. Ab 960 wurde die Abtei wieder aufgebaut. 1562 wurde sie von Hugenotten geschändet und 1566 teilweise zerstört, dann verkauft, aber bald schon von Mönchen aus dem damaligen Kloster Jumièges wieder belebt. In der Französischen Revolution wurde die Abtei 1790 aufgelöst, die Mönche wurden vertrieben, die Gebäude verkauft. 1893 sorgte der Erzbischof von Rouen für den Erwerb des Geländes und der verbliebenen Gebäude, die 1894 wieder von Benediktinern bezogen wurden. 1969 wurde eine historische Zehntscheune auf das Klostergelände verlegt und zur neuen Abteikirche als Ersatz für die in Ruinen liegende historische Kirche.

Das Kloster Saint-Germer in Flay erlitt während des von 1337 bis 1453 währenden Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich schwere Schäden. In der Französischen Revolution wurde es 1790 aufgehoben und an zwei Bauunternehmer verkauft. Die Klostergebäude wurden abgerissen, erhalten blieben die Abtsresidenz, einige Nebengebäude, die Abteikirche und die Sainte-Chapelle als Pfarrkirche des Dorfes Saint-Germer-de-Fly.

Die Ruinen und die heutige Abteikirche im Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon sind täglich von 5.15 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Abteigebäude können nur im Rahmen einer Führung besucht werden diese findet vom 21 März bis Ende Juni und im September täglich um 15.30 Uhr, im Juli und August um 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr statt, die Gebühr beträgt 5 €. (2026)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.07.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• https://catholicsaints.info/saint-gennard - abgerufen am 07.02.2026
• https://www.santiebeati.it/dettaglio/97680 - abgerufen am 07.02.2026
• https://www.heiligen-3s.nl/heiligen/04/06/04-06-0720-gennard.php - abgerufen am 07.02.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Wandrille_de_Fontenelle - abgerufen am 18.06.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.