Ökumenisches Heiligenlexikon

Aldowin von Rouen

auch: Audoënus, Audoin, Ouen, Owen, Dadon

1 Gedenktag katholisch: 24. August
Übertragung der Gebeine: 31. März
in Rouen: Übertragung der Gebeine: 5. Mai
Tag der Bischofsweihe: 14. Mai

Name bedeutet: edler Freund (althochdt.)

Bischof von Rouen
* um 610 bei Soissons in Frankreich
24. August 684 bei Clichy-la-Garenne, dem heutigen Stadtteil von Paris in Frankreich


Statue in der Kathedrale in Saint-Malo
Statue in der Kathedrale in Saint-Malo

Aldowin, Sohn des fränkischen Adeligen Autharius von La Ferté, der im Dienst von Merowingerkönig Chlothar II. stand, und seiner ersten Frau Aiga, Bruder von Ado von Jouarre, wurde wie dieser am Königshof erzogen und erhielt schon als Kind den Segen von Kolumban dem Jüngeren, der im Winter 610/611 bei seinen Eltern auf deren Landgut in Ussy - dem heutgene Ussy-sur-Marne bei Jouarre - wohnte. Aldowin hatte großen politischen Einfluss und war Führungsgestalt in einem Freundeskreis von Adeligen und Bischöfen. Er wurde Kanzler am Hof von König Dagobert I. und förderte das Mönchtum. 636 gründete er das Kloster in Rebais bei Meaux und konnte dessen Unabhängigkeit durchsetzen. 641 wurde er Bischof von Rouen, als der er mehrere Klöster gründete, darunter 648 Fontenelle - das heutige Saint-Wandrille. Weiterhin hatte er großen Einfluss als Berater des Königshofes - Königspalast war damals das Palais de la Cité, über Jahrhunderte die Residenz der Könige, dann Parlament, heute bescheiden Concièrgerie, Dienstmädchenbau, genannt - in Paris und verteidigte die Eigenständigkeit von Neustrien. Er starb auf dem Heimweg von einer Romreise.

Aldowin wurde in der Kirche Saint-Pierre in Rouen bestattet. 688 wurden seine Gebeine erhoben.

Das Kloster in Rebais wurde in der Französischen Revolution aufgelöst, die Gebäude wurden verkauft, die Kirche Saint-Jean-Baptiste wurde Pfarrkirche.

Das Palais de la Cité, die Concièrgerie, in Paris ist täglich von 9.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 13 €, im Kombiticket mit der Sainte-Chapelle 26 €, für Menschen aus Ländern der Europäischen Union sowie aus Liechtenstein, Island und Norwegen 20 €. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 30.04.2026

Quellen:
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Pierre_de_Rebais< - abgerufen am 17.04.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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