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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ilia der Gerechte Tschawtschawadse

georgischer Name: Ilia martali

Gedenktag orthodox: 18. Juni, 20. Juli

Name bedeutet: mein Gott ist der Herr (Jahwe) (hebr.)

Dichter, Märtyrer
* 1837 im im Dorf Kvareli in Kachetien in Georgien
† 18. Juni 1907 an der Schlucht von Tsitsamura bei Mtskheta in Georgien


Ilia Tschawtschawadse
Ilia Tschawtschawadse

Ilia Tschawtschawadse war der Sohn eines gestürzten georgischen Fürsten; nach dem frühen Tod seiner Eltern erzog ihn seine Tante Makrina. Er wurde am Gymnasium für Adlige in Tiflis / Tbilissi ausgebildet und studierte dann bis 1861 Jura an der Universität in St. Petersburg. Schon in jener Zeit verfasste er dichterische Werke, in denen er gegen soziale Ungerechtigkeit protestierte, besonders gegen die schollengebundenen Leibeigenschaft der Bauern in Russland. Inspiriert von den Ideen des italienischen Risorgimento, der italienische Einigungsbewegung im 19. Jahrhundert, wurde ihm dann die Erziehung eines Nationalbewusstseins der Georgier immer wichtiger. Nach seiner Rückkehr nach Georgien gründete er verschiedene Zeitschriften und versuchte, entgegen der offiziellen Ideologie der russisch-zaristischen Regierung die geschichtliche Vergangenheit Georgiens ins Bewusstsein zu rücken, wozu auch seine zahlreichen Erzählungen, Gedichte und Prosawerke dienten.

Ilia engagierte sich in der Gesellschaft als Richter, Funktionär für besondere Aufgaben, Vorsitzender der Vereinigung zur öffentlichen Bildung der Georgier - einer Art Volkshochschule -, Organisator von Instituten und Schulen für Frauen sowie als Präsident der georgischen Bank. 1906 wurde er ins russische Parlament gewählt und wurde der ungekrönte König von Georgien genannt.

Tschawtschawadse wurde von sechs Banditen auf einer Reise an der Schlucht von Tsitsamura bei Mtskheta ermordet. Es gilt als sicher, dass es sich dabei um ein politisches Attentat handelte. Umstritten ist, ob georgische Kommunisten dahintersteckten, deren politisches Konzept Tschawtschawadse kurz vor seinem Tod scharf angegriffen hatte, oder die zaristische Geheimpolizei Ochrana. Er wurde unter großer öffentlicher Anteilnahme auf dem heutigen Pantheon am Berg Mtazminda in Tiflis beigesetzt. Seine Grabplatte ziert ein Relief aus der Werkstatt von Auguste Rodin.

Ilia Tschawtschawadse wird als Schöpfer der modernen georgischen Literatursprache betrachtet. Seine Werke sind durchdrungen von tiefer Religiosität, der Dichter ist ihm zufolge ein göttlicher Gesandter. An der Spitze seines poetischen Werkes sthet das Gedicht Der Einsiedler, in dem asketische und spirituelle Fragen behandelt werden und der Begriff des aktiven Gebets entwickelt wird. Der Weg in der Nachfolge Christi müsse durch das Maß des geistlichen Eifers, nicht von bestimmten Verhaltensweisen bestimmt sein.

Kanonisation: Ilia Tschawtschawadse wurde 1987 von der Georgischen Orthodoxen Kirchen kanonisiert.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.01.2016

Quellen:
• Bibliotheca sanctorum orientalium. Gir - Z: Vol II., Roma, Città Nuova, 1999. Dank an C.S., Brief vom 20. April 2013

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.