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Ökumenisches Heiligenlexikon

Jerzy Popiełuszko

deutscher Name: Georg

Gedenktag katholisch: 19. Oktober

Name bedeutet: A: der edle Bereite (romanisch - althochdt.)
J: der Landmann (griech.)

Priester, Märtyrer
* 14. September 1947 in Okopy bei Suchowola in Polen
† 19. Oktober 1984 im Stausee bei Włocławek in Polen


Jerzy Popiełuszkos Sarg bei der Beerdigung am 3. November 1984
Jerzy Popiełuszko als Priester

Alfons Popiełuszko, Sohn einer Bauernfamilie, besuchte nach dem Gymnasium das Priesterseminar. 1971 beschloss er, seinen Vornamen Alfons, den er in Erinnerung an einen im Widerstand gegen die deutschen Besatzer gefallenen Onkel erhalten hatte, in Jerzy abzuändern. Nach der Priesterweihe 1972 arbeitet er in Warschau mit Kindern und Jugendlichen, dann als Seelsorger in medizinischen Einrichtungen, außerdem engagierte er sich bei der Gründung von Arbeitergemeinden. Als es 1980 zu den Streiks der Gewerkschaft Solidarność kam, hielt Popiełuszko die erste Messe für streikende Schweißer auf dem Gelände ihrer Fabrikal und wurde hinfort als Seelsorger zur Unterstützung der Warschauer Stahlarbeiter eingesetzt und organisierte eine Schule für Arbeiter mit Vorlesungungen über verschiedenste Themenbereiche. Nach dem Verbot der Gewerkschaft wurde seine nach Stanislaus Kostka benannte Gemeinde zum Sammelbecken der Bürgerrechtler. Er selbst kritisierte in seinen Predigten die kommunistischen Machthaber, das 1981 verhängte Kriegsrecht und das Verbot der Gewerkschaft Solidarność. Seine jeden Monat abgehaltene Messe für das Vaterland fand regen Zulauf.

Spenden, auch aus dem Ausland, ermöglichten der Gemeinde die Unterstützung von Familien der Solidarność-Anhänger, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten oder im Gefängnis saßen, deshalb hatte Popiełuszko wie andere Bespitzelung und Verhöre zu erdulden. Im Dezember 1983 wurden ihm bei einer Durchsuchung seiner Wohnung u. a. Sprengstoffe, Granaten und Munition untergeschoben, er wurde er wegen Sabotage verhaftet. Der Druck der Öffentlichkeit und die Einsprache seines Bischofs bewirkten seine Freilassung und Begnadigung. 1984 entkam er nur knapp zwei auf ihn verübten Attentaten. Der Primas von Polen, Erzbischof Józef Glemp, bot ihm dann einen Studienaufenthalt in Rom an, was Popiełuszko ablehnte. Wenige Tage später hielten Offiziere des Staatssicherheitsdienstes sein Auto nahe Toruń an, entführten ihn, schlugen ihn, banden Steine an seine Füße und ertränkten ihn im Weichsel-Stausee bei Włocławek. Dort wurde seine Leiche am 30. Oktober gefunden.

Die Täter wurden entlarvt, weil Popiełuszkos Fahrer fliehen konnte und sich das Autokennzeichen gemerkt hatte. Die Öffentlichkeit reagierte mit großer Aufmerksamkeit. An der Beerdigung in seiner St.-Stanisław-Kostka-Gemeinde in Warschau nahmen mehrere hunderttausend Menschen teil, sie wurde zur Demonstration gegen die kommunistische Staatsmacht. Die Regierung stellte die drei Täter aus dem Geheimdienst vor Gericht; die Staatsanwaltschaft forderte für den Haupttäter die Todesstrafe, das Urteile lautete auf 10 bzw. 25 Jahre Haft. Im Jahr 2004 wurden Dokumente veröffentlicht, nach denen Ministerpräsident Jaruzelski bereits 1984 seinen Innenminister als Drahtzieher verdächtigte. Der Prozess und die Aufdeckung der Hintergründe der Tat gelten als wesentlicher Baustein für die Überwindung des kommunistischen Regimes in Polen.

Popiełuszkos Grab besuchten bisher etwa 24 Millionen Pilger, darunter Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI., Präsident George W. Bush und Premierministerin Margaret Thatcher.

Kanonisation: 1997 leitete Papst Johannes Paul II. den Seligsprechungsprozess ein. Papst Benedikt XVI. sprach sich für eine Beschleunigung des Verfahrens aus. Am 6. Juni 2010 wurde Popiełuszko auf dem Piłsudski-Platz in Warschau vor über 100.000 Menschen und in Anwesenheit seiner 100 Jahre alten Mutter Marianna durch Erzbischof Angelo Amato seliggesprochen. 2014 wurde das Verfahren zur Heiligsprechung eröffnet.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.09.2014

Quellen:
• http://www.pelikanperformance.com/frame_stueck_maertyrer_popielszko.htm
• http://de.wikipedia.org/wiki/Popieluszko
• http://www.se.pl/wydarzenia/kraj/moj-brat-w-seminarium-zmieni-imie_141062.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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