Ökumenisches Heiligenlexikon

Katharina de'Ricci

italienischer Name: Caterina
Taufname: Alessandra Lucrezia Romola

Gedenktag katholisch: 2. Februar
gebotener Gedenktag im Dominikanerorden: 4. Februar
Übertragung der Gebeine: 23. Oktober

Name bedeutet: die Reine (griech.)

Priorin in Prato, Mystikerin
* 25. April 1522 in Florenz in Italien
2. Februar 1590 in Prato in Italien


Fresko in der Kirche des Klosters Santa Maria del Rosario in Prato
Fresko in der Kirche des Klosters Santa Maria del Rosario in Prato

Alessandra Lucrezia Romola, Tochter eines Bankiers und einer früh verstorbenen Mutter, wurde mit 13 Jahren mit dem Ordensnamen Katharina Dominikanernonne im Kloster an San Vincenzo in Prato; dort war sie Novizenmeisterin und ab 1552 dreißig Jahre lang Priorin. Sie stand mit bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit in Briefwechsel, verehrte Girolamo Savonarola und nahm auch an der Reformation in Deutschland lebhaften Anteil. Mit Philipp Neri und Maria Magdalena von Pazzi tauschte sie sich aus und stand mit ihnen auch in mystischer Verbindung.

Kirche und Kloster San Vincenzo in Prato
Kirche und Kloster San Vincenzo in Prato

Katharina lebte streng asketisch. Zwölf Jahre lang, erstmals im Februar 1542, fiel sie jede Woche von Donnerstag nachmittag bis Freitag in der Frühe in tiefe Ekstase; viele Leute suchten deshalb den Dominikanerinnenkonvent San Vincenzo in Prato auf. Sie trug die Wundmale Christi am Leib, hatte Visionen und die Gabe, Wunder zu wirken.

Katharinas Briefe zeugen von klassischer Schreibkunst; sie wurden erstmals 1861 in Prato veröffentlicht.

Zeitweise wurde Katharina als Wiederbelebung von Girolamo Savonarola verdächtigt.

Kanonisation: Katharina wurde am 23. November 1732 von Papst Clemens XII. selig- und am 29. Juni 1746 von Papst Benedikt XIV. heiliggesprochen.

Worte der Heiligen

Katharina nennt einer Mitschwester drei Regeln, um die Vollkommenheit zu erlangen, sie bezeichnet sie auch als Kompendium des ganzen geistlichen Lebens:
Wenn ihr, liebe Tochter, wahre Braut Christi sein wollt, ist es nötig, in allem seinen heiligsten Willen zu tun. Das werdet ihr dann sicher tun, wenn ihr völlig den eigenen Willen loslasst und den göttlichen Bräutigam mit ganzem Herzen, ganzer Seele und all euren Kräften liebt und wenn ihr außerdem folgende drei Dinge, die ich euch jetzt sagen werde, beobachtet. … Es sind in der Tat wie drei Dokumente, die die ganze christliche Vollkommenheit zusammenfassen:
Vor allem ist es nötig sich anzustrengen, das Gefühl und den Willen von aller irdischen Liebe abzuwenden und kein vergängliches Ding zu lieben, es sei denn aus Liebe zu Gott; auch dürfen wir Gott nicht aus Eigeninteresse lieben, sondern aus reiner Liebe zu ihm und seiner Güte.
Zweitens ist es nötig, auf die Liebe zu ihm alle Gedanken, Worte und Werke zu richten und mit dem Gebet, der Ermahnung und dem Beispiel allein seine Ehre zu suchen, und zwar so, dass auch die anderen unseretwegen Gott lieben und verherrlichen können. Nun wer sieht nicht, dass diese Art zu lieben Gott mehr gefällt als die erste? Diejenigen, die so lieben, erfüllen in vollkommener Weise seinen Willen.
Schließlich ist es nötig sich so sehr zu bemühen den Willen Gottes zu erfüllen, dass wir nicht nur nicht das wünschen, was an Gutem oder Schlechtem uns in diesem elenden Leben geschehen kann, sondern es ist nötig, sich so sehr dem göttlichen Plan zu überlassen, um nicht mehr den inneren Frieden unseres Herzens und nicht die Ruhe der Seele zu unterbrechen. Statt dessen sollen wir uns überzeugen mit festem Glauben, dass der allmächtige Gott uns mehr liebt als wir selbst uns lieben können, und dass er mehr Sorge um uns trägt als die, die wir selbst um uns haben können. Deshalb gilt: Je mehr wir es verstehen, uns auf Ihn zu verlassen, umso mehr werden wir ihn anwesend und bereit finden uns zu helfen und umso mehr werden wir in uns seine zärtlichste Liebe erfahren.
Aber zu einer solch hohen Vollkommenheit kann man nur gelangen durch eine beständige und entschiedenene Absage an den eigenen Willen. Und um sie zu erlangen, wenn wir sie begehren, bedarf es einer sehr tiefen und großen Demut.

Quelle: Domenico Di Agresti: Caterina de' Ricci. L'esperienza spirituale della Santa di Prato. Edizioni Libreria Cattolica, Prato 2001, S. 61f; eigene Übersetzung

Zitate von Katharina de'Ricci:
Das Gebet lässt uns eins werden mit Gott und ihn liebgewinnen, es macht uns seinem Willen gleichförmig. (16. Oktober 1554)
Wer geistliche Freuden ersehnt, denke oft an Leben, Leiden und Tod Jesu: Hier wird er alle Freuden finden und darum denkt oft an ihn, bietet ihm alles an! (20. Juni 1552)
Der Herr gewährt dem viele Gnaden, der ihn mit Glaube und Demut darum bittet. (16. April 1549)
Kommt zu mir und kommt mit Zuversicht - sagte Jesus zu ihr -, ihr verhindert viele Gnaden wegen eures großen Misstrauens. Ich will nicht, dass ihr in dieser Einstellung zu mir kommt, sondern mit großer Hoffnung und dem Glauben, es zu erhalten. Bittet mich um viele Gnaden, denn ich will euch erhören. (März 1542)
Gott ersehnt so sehr unser Heil und liebt uns so sehr, dass er immer das Beste für uns tut.
Seid fröhlich! Wenn ihr in Bedrängnis seid, der Herr ist mit euch. (3. Juni 1548)
Ohne Seinen Willen wendet sich kein Blatt. (28. Oktober 1549)
Sich ihm so mit ganzem Herzen darbringen, wie er sich uns gegeben hat am Holz des heiligsten Kreuzes. (7. April 1559)
Jesus fordert von uns, dass wir ihn lieben mit ganzem Herzen und alles aus Liebe zu ihm tun. (20. Juni 1552)

Quelle: Domenico Di Agresti: Caterina de' Ricci. L'esperienza spirituale della Santa di Prato. Edizioni Libreria Cattolica, Prato 2001, S. 85ff; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.02.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/03444a.htm
• http://www.santiebeati.it/dettaglio/31400
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• Johannes Madey. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. III, Herzberg 1992

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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