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Ökumenisches Heiligenlexikon

Dominikanerorden


Gründer des Dominikanerordens war 1214 der Spanier Dominikus Guzman. In Südfrankreich wirkte er zusammen mit anderen Predigern gegen die Irrlehre der Katharer und entdeckte dabei seine fulminante Predigtbegabung. Gleichzeitig wurde ihm deutlich, dass nur ein glaubwürdiges Leben der Predigt Durchschlagskraft verleiht.

Wappen des Dominikanerordens
Wappen des Dominikanerordens

Dominikus verpflichtete sich daher der radikalen Armut. Zusammen mit seinen Predigergenossen ließ er sich später in Toulouse nieder. Die Gemeinschaft umfasste außer Dominikus selbst zunächst 16 Schüler. 1216 bestätigte Papst Honorius III. den Orden. Diese offizielle Anerkennung schloss gewisse Privilegien ein wie z. B. die Befugnis zur Verkündigung der Lehre und zum Abnehmen der Beichte. 1217 sandte Dominikus von Toulouse aus seine Mitbrüder nach ganz Frankreich und nach Spanien. Innerhalb von nur sechs Jahren gelangte der Orden auch nach England, wo sich in Oxford die erste Gemeinschaft bildete. Hier nannte man die Dominikaner Black Friars, Schwarze Brüder, weil sie auf ihren Wanderungen schwarze Kutten und Kapuzen über einer weißen, wollenen Tunika trugen. Ende des 13. Jahrhunderts gab es in England bereits 50 Häuser. Auch in Schottland, Irland, Italien, Böhmen, Russland, Griechenland und Grönland verbreitete sich der Orden schnell.

Im Zentrum der missionarischen Aktivitäten standen die Predigt und die Bekämpfung der Ketzer. Die KurieAls römische Kurie (von lateinisch curare = „pflegen, sich kümmern”) werden seit dem 11. Jahrhundert die Leitungs- und Verwaltungsorgane der katholischen Weltkirche in Rom genannt. Die Kurie ist für die Gesamtkirche zuständig, nicht für die Regierung des Staates Vatikan. beauftragte die Dominikaner 1231 mit der Leitung der Inquisition, die sich während des ausgehenden Mittelalters mehr und mehr zum Instrument der politischen Machtentfaltung der katholischen Kirche entwickelte. Als sich die Inquisition in Spanien als eigenständiger Bereich der staatlichen Regierung etablierte, stand weiterhin ein Dominikaner an ihrer Spitze. Das Amt des päpstlichen Theologen, das der Papst 1218 eigens für Dominikus geschaffen hatte, blieb stets in den Händen eines Ordensmitglieds. Ab 1620 durfte der Meister des Heiligen Palastes u. a. die Druckerlaubnis oder das Verbot für sämtliche kirchlichen Bücher erteilen. Wegen ihrer Tätigkeit in der Inquisition wurden die Dominikaner auch in einem Wortspiel Domini canes, (Spür-)Hunde des Herrn, genannt.

Erst nach Dominikus' Tod bildeten sich die Zielsetzungen des Ordens heraus: Zum einen das Leben in Armut und Gehorsam nach den monastischen Regeln, in der Nachfolge Jesu unterwegs als Wanderprediger. Zum andern Schulung und Volksbildung, speziell für die sich herausbildenden städischen Zentren und neuen Bildungsschichten. Die Dominikaner gelobten absolute Armut und verzichteten auch auf jede Form des Gemeinschaftsbesitzes.

Viele Dominikaner bekleideten hohe kirchliche Funktionen; vier Päpste, Innozenz V., Benedikt XI., Pius V. und Benedikt XIII., sowie über 60 Kardinäle gehörten dem Orden an. Darüber hinaus brachten die Dominikaner bedeutende Maler wie Fra Angelico und == Fra Bartolommeo hervor. Auch im Bereich der religiösen und philosophischen Literatur leisteten die Dominikaner Bedeutendes, nicht zuletzt durch Theologen wie Thomas von Aquin und Albertus Magnus. Der Dominikaner == Vincent von Beauvais verfasste das Speculum Maius, eine berühmte mittelalterliche Enzyklopädie. Bekanntheit erlangten die deutschen Mystiker Meister Eckhart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse sowie der italienische Prediger und Reformer Savonarola.

Im ausgehenden Mittelalter verfügten nur die Franziskaner über einen ähnlich starken Einfluss, die beiden Orden teilten sich viele Machtbereiche innerhalb der Kirche und in den katholischen Ländern. Häufig erregten sie damit den Zorn von Pfarrern in den Gemeinden, die sich in ihren Rechten beschnitten sahen. Großen Anteil hatten die Dominikaner auch an der Missionierung der Neuen Welt. Die erste amerikanische Heilige, Rosa von Lima, gehörte dem Dritten Orden an.

Ordensmänner der Dominikaner bei einer Stadtführung in Lübeck
Ordensmänner der Dominikaner bei einer Stadtführung in Lübeck

1989 gab es weltweit laut päpstlichem Jahrbuch 6830 Dominikaner in etwa 600 Klöstern und anderen Niederlassungen, im Jahr 2012 noch 5710, davon 2710 in Europa, dazu rund 2500 Nonnen und 27.000 Angehörige der Schwesterngemeinschaft. Die Spitze des gesamten Ordens bildet der auf neun Jahre gewählte Ordensgeneral, er residiert im römischen Konvent an S. Sabina. Die Gemeinschaft gliedert sich in geographische Provinzen, denen ein Prior vorsteht. Die Dominikaner engagieren sich heute in erster Linie auf dem Gebiet der Erziehung. Als Lehrer und Bewahrer konservativer Glaubensregeln bleiben sie somit der Intention ihres Stifters treu.

In Deutschland gibt es im Jahr 2014 die Provinz Teutonia im Norden mit dem Provinzialat in Köln und weiteren Niederlassungen in Mainz, Worms, Berlin, Bonn, Braunschweig, Düsseldorf, Hamburg, Klausen in der Eifel, Leipzig und Vechta. Die süddeutsch-österreichische Provinz hat Niederlassungen in Augsburg, Freiburg im Breisgau und München und Wien.

Schon 1205, noch bevor der männliche Teil des Ordens gegründet worden war, stiftete Dominikus den weiblichen Zweig, der sich selbst jedoch als Zweiten Orden bezeichnete. 1220 gründete er die Soldaten Jesu Christi, eine Laienbewegung, die kirchliche Besitztümer mit Waffengewalt vor Angriffen der Albigenser und anderer religiöser Neuerer schützen sollte. Im späten 13. Jahrhundert vereinigten sich die Mitglieder dieser Abteilung mit einer anderen Gruppe von Laien zum Dritten Orden, den Tertiariern (TOSD).

Dominikaner haben eine einzigartige Tradition gefeiert: Sie feiern jedes Jahram 7. Februar eine Messe für ihre die verstorbenen Eltern aller Ordensbrüder. Das hängt wohl damit zusammen, dass der Dominikanerorden – im Gegensatz zu anderen Orden – keinen Abbruch des Kontakts von seinen Familien verlangt. Sie beten am diesem Tag, dass Gott ihren Eltern gnädig sei, und dass sie eines Tages mit ihnen im Himmel wieder vereint sein werden.

Dominikaner tragen eine weiße, gegürtete Tunika mit weißem Skapulier und schwarzem Mantel mit Kapuzenkragen.

Heilige und Selige der Dominikaner:

Ägidius von Santarém
Agnes von Jesus Galand
Agnes von Montepulciano
Alanus de la Roche
Albertus Magnus
Alfons de Mena y Navarrete
Alfons de Navarrete y Mena
Alvarus von Zamora
Ambrosius Sansedoni von Siena
Andreas Abellon
Andreas Franchi
Andreas Grego von Peschiera
Giovanni „Angelikus” von Fiesole
Anna von den Engeln Monteagudo
Antonia von Brescia
Antoninus von Florenz
Antonius von der Kirche
Antonius von Rivoli
Augustin Kažotić
Augustinus von Hippo
Barbara Pfister
Bartholomäus de Podio
Bartholomäus Longo
Bartholomäus von den Märtyrern
Bartholomäus von Vicenza
Bartholomäus de Las Casas
Beatrix da Silva Meneses
Benedikt XI.
Bernhard Scammacca
Bertrand von Garriga
Cäcilia
Cäcilia Romana
Ceslaus von Breslau
Christina Ebner
Christoph von Mailand
Columba von Rieti
Columba Schonath
Constantius Servoli von Fabriano
Dalmatius Moner
Diana von Andalò
Dominika von Paradiso
Dominikus
Dominikus Phạm Trọng (Án-) Khảm und Gefährten
Dominikus Spadafora
Elisabeth von Ungarn
Emilia Bicchieri
Eustochium
(Meister) Eckart
Franz Coll y Guitart
Franz de Capillas
Franz von Posadas
Franziskus Gil de Frederic i Sans
Franziskus von Assisi
Guala von Brescia
Gundisalvus Amaranthus
Haymon Taparelli
Heinrich Seuse
Heinrich von Köln
Helena von Ungarn
Hermann der Deutsche
Hieronyma Scalzo
Hieronymus Hermosilla
Hieronymus Savonarola
Hyazinth Maria Castañeda y Pujassons
Hyazinth-Maria Cormier
Hyazinth von Polen
Imelda Lambertini
Ingrid Elovsdotter
Innozenz V.
Isnard von Chiampo
• Jacinto Ignacio Serrano López und weitere 18 + 12 + 42 + 14 Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges
Jakob Bianconi von Bevagna
Jakob Griesinger
Jakobus Salomonius
Jakobus de Voragine
• Gedenktag der Verehrung des Namens Jesu am 3. Januar
• Gedenkentag der Leiden unseres Herrn Jesus Christus am 4. Mai
Johanna von Aza
Johanna von Portugal
Johannes Alcober Figuero
Johannes Dominici
Johannes Garbella
Johannes Liccio
Johannes vom heiligen Dominikus Martínez Cid
Johannes Massías
Johannes Tauler
Johannes von Köln
Johannes von Parma
Johannes von Salerno
Johannes von Vicenza
Jordan von Sachsen
Josef Girotti
Josef Maria González Solís
Joseph Hoàng Lương Cảnh
Katharina de'Ricci
Katharina von Siena
Klara Gambacorti
Kolumba Weigl
Laurentius Ruiz und Gefährten
Laurentius von Ripafratta
Lucia Broccadelli von Narni
Ludwig Beltrán
Ludwig-Maria Grignion de Montfort
Mannes de Guzmán
Marcolinus Amanni von Forlì
Margareta von Città di Castello
Margareta von Savoyen
Margareta von Ungarn
Margareta von Ypern
Margareta Ebner
Margarita von Bayern
Maria - Rosa - „Rosenkranzfest”
Maria am 8. Mai als Ordenspatronin
Maria Anna von Jesus de Paredes Flores y Jaramillo
Maria Mancini
Maria Poussepin
Maria Raggi
Markus von Modena
Martin von Porres
Matthäus Alonso de Leziniana
Matthäus Carreri von Mantua
Miguel Menéndez García und Gefährten
Nikolaus Palea
Osanna von Mantua
Ozana von Cattaro
Peter Brullius
Peter Higgins => Dermitius O'Hurley und Gefährten
Peter Nguyễn Khắc Tự
Petrus Cambiani
Petrus „der Märtyrer”
Petrus Geremia
Petrus Gonzáles
Petrus Martyr Sans i Jordá
Petrus Vazquez
Pius Albert del Corona
Pius V.
Raimund Joachim Castaño González
Raimund von Capua
Raimund von Peñafort
Reginald von Orléans
Rosa von Lima
Sadok
Sebastian Kimura und Gefährten
Sebastianus Maggi
Seraphin von Porretta
Sibylle Biscossi
Simon Ballachi
Stephana Quinzani
Terentius O’Brien => Dermitius O'Hurley und Gefährten
Thomas Khuông
Thomas von Aquin
Thomasellus von Perugia
Titus Maria Horten
Venturinus (de Apibus) von Bergamo
Vidal Luis Gómara
Villana de' Botti
Vinzenz Bernedo
Vinzenz Ferrer
Vitus von Litauen
Wichmann von Arnstein
Wilhelm Arnaud und Gefährten
Winand
Zdislawa von Lemberg
Zephyrinus Giménez Malla

Catholic Encyclopedia

  Die Internet-Seite der Norddeutschen Dominikaner bietet Informationen über das Ordensleben und links zu anderen Dominikanern, die Webpräsenz der Dominikaner in Süddeutschland und Österreich informiert über Geschichte und die aktuelle Arbeit.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.06.2018
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen: