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Ökumenisches Heiligenlexikon

Heinrich Seuse

auch: Henricus Suso
Heinrich von Berg

Gedenktag katholisch: 25. Januar
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet: 23. Januar
Diözesankalender Rottenburg
nicht gebotener Gedenktag im Dominikanerorden: 23. Januar

Gedenktag evangelisch: 25. Januar

Name bedeutet: der reiche Schützer (althochdt.)

Ordensmann, Mystiker
* 21. März um 1298 in Konstanz oder Umgebung in Baden-Württemberg
† 25. Januar 1366 in Ulm in Baden-Württemberg


Gemälde aus dem 15. Jahrhundert
Gemälde aus dem 15. Jahrhundert

Heinrich stammte aus dem Geschlecht der Ritter von Berg, Sus, Suso oder Süs nannte er sich nach der Familie seiner Mutter. Mit 13 Jahren trat er in Konstanz in den Dominikanerorden ein. Als 18-jähriger erlebte er eine eindrückliche Bekehrung. Er studierte in Konstanz und an der Domschule - an der Stelle des heutigen Palais Rohan - in Straßburg Philosophie und Theologie, dann von 1323 bis 1327 in Köln, wo er ein Schüler von Meister Eckhard war, den er zeitlebens verehrte. Härteste Kasteiung in der Nachfolge Christi und nach dem Vorbild der ägyptischen Wüstenväter mit Nagelkreuz, Stachelhandschuhe, Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit und die ständige Meditation über das Leiden Christi sollten ihn zum Durchbruch der Erlösung verhelfen. Durch strengste Kasteiung um Gelassenheit und Selbstbeherrschung ringend, wurden ihm Visionen, Entrückungen und himmlische Einsichten zuteil, die in bedeutenden Schriften niedergelegt sind.

Heinrich kehrte nach Konstanz zurück und wirkte als Lektor, später als Prior, dann 20 Jahre lang als Seelsorger besonders in oberrheinischen und schweizerischen Frauenkonventen, als Prediger auch in den Niederlanden. Seine Weisheit, sein Mitgefühl und sein Einfühlungsvermögen gerade auch in Menschen, die nicht an Gott glauben konnten, machten ihn zu einem großen Seelsorger.

1338 musste Heinrich Seuse wegen seiner Parteinahme im Investiturstreit Konstanz verlassen; der Prior ging mit seinem papsttreuen Konvent 1346 ins Kloster St. Katharinental nach Diessenhofen ins Exil. Den unermüdlichen, um Seelsorge bemühten Wanderprediger in oberdeutschen Nonnenklöstern verfolgten Krankheiten und Verleumdungen übelster Art, bis er - nach dem Tod des Landesherrn und Papstgegeners Ludwig des Bayern, 1348 ins Dominikanerkloster nach Ulm versetzt werden konnte, wo er Ruhe für die Zusammenstellung seiner Briefe und Predigten fand.

Cuonrad Sailer (?): Buchmalerei aus 'Heinrich Seuse: Schriften': Heinrich Seuse mit Maria und dem Jesuskind, um 1490, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen
Buchmalerei aus Heinrich Seuse: Schriften: Heinrich Seuse mit Maria und dem Jesuskind, um 1490, in der Stiftsbibliothek in St. Gallen

Sein Büchlein der Wahrheit von 1327 ist ein Dialog zwischen einem Jünger und der ewigen Wahrheit über das Wesen Gottes und die rechte Gelassenheit. Das Büchlein der ewigen Weisheit enthält 100 Betrachtungen unter dem Kreuz Christi und weitere Meditationen mit der Grundthese, dass, wer Gott in seiner ungewordenen Gottheit schauen will, ihn in der Passion Christi erkennen und lieben lernen muss. Beide Bücher gehören zu den Standardwerken deutscher Mystik. Seine Memoiren - von ihm überarbeitete Notizen seiner Schülerin Elisabeth Stagel, aufgezeichnet im Kloster in Töß - dem heutigen Stadtteil von Winterthur - unter dem Titel Exemplar, gelten als die erste Autobiographie in deutscher Sprache. Aus ihr geht hervor, dass Heinrich Seuse sich mit dem Griffel das IHS-Zeichen (Jesus Christus, der Retter) in die Haut ritzte und dass ihm ein mit einem Fußlappen spielender Hund eine Mahnung zur Geduld geworden war. Einen Kranz von Rosen schaute eine Gottesfreundin um sein Haupt und erkannte ihn dadurch inmitten seiner Ordensbrüder.

Erhalten von Heinrich Seuse sind auch die Sammlungen Briefbüchlein und Das große Briefbuch, vier Predigten, von denen zwei als sicher authenthisch gelten, das Minnebüchlein und die Horologium Sapientiae, die Zeittafel der Weisheit mit Einsichten über Klosterwesen, Studium, Kirchenpolitik und dem Thema der geistlichen Vermählung mit der Ewigen Weisheit.

Das Büchlein der Ewigen Weisheit war im 14. und 15. Jahrhundert das am weitesten verbreitete Andachtsbuch überhaupt; schon 1389 gab es bereits eine französische Übersetzung, solche ins ins Englische, Niederländische und Dänische folgten bald. Thomas von Kempen, Johannes Gerson und Nikolaus von Kues gehörten zu den begeisterten Lesern. Neben den großen weiblichen Mystikerinnen bildet Seuse zusammen mit seinem Lehrer Meister Eckhard und dessen anderem Schüler Johannes Tauler das männliche Dreigestirn der deutschen Mystik.

Kanonisation: Heinrich Seuse wurde 1831 seliggesprochen.
Attribute: Kranz von Rosen, JHS-Zeichen, Hund

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Die Deutsche Gedichte-Bibliothek bietet 23 Gedichte von Heinrich Seuse.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.09.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995