Ökumenisches Heiligenlexikon

Diana von Andalò

Gedenktag katholisch: 10. Juni
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Bologna
nicht gebotener Gedenktag im Dominikanerorden: 8. Juni

Name bedeutet: nach der römischen Jagd- und Mondgöttin Diana (latein.)

Nonne
* um 1200 in Bologna in Italien
10. Juni 1236 daselbst


1219 kamen die Dominikaner nach Bologna und ließen sich nieder auf einem Grundstück, das Dianans Großvater ihnen überlassen hatte. Diana wollte sich dem neuen Orden anzuschließen, aber ihre Familie widersetzte sich entschieden. Jordan von Sachsen konnte sie umstimmen, so kam es 1222 zur Gründung des Agnes geweihten Dominikanerinnenklosters in Bologna; Hauptaufgabe der Nonnen war, die Brüder durch ihr Gebet zu unterstützen. 56 erhaltene Briefe von Jordan an Diana bzw. an ihre Mitschwestern sind Zeugnis ihrer Freundschaft; Dianas Briefe an Jordan sind nicht erhalten.

Kanonisation: Dianas Seligsprechung erfolgte am 8. August 1888 durch Papst Leo XIII.

Worte von Jordan von Sachsen an Diana:

Jordan mahnt Diana zum Vertrauen und zur Hoffnung auf Gott in allen Wechselfällen des Lebens:
Liebe, deine Einsicht weiß zur Genüge, dass wir, solange wir in der Verbannung dieser Welt festgehalten werden, alle gar sehr an Mängeln leiden und noch nicht zu jener Beharrlichkeit, die uns künftig verliehen wird, gelangen können. Und das ist der Grund, weshalb wir uns nicht in allem, was um uns geschieht, gleichmütig verhalten, sondern bisweilen durch Glücksfälle zu sehr erheben, und bisweilen durch Unglücksfälle zu sehr niedergeschlagen werden. Wir müssen jedoch, die wir zur künftigen Unsterblichkeit gelangen wollen, uns jenem künftigen Leben schon ein wenig angleichen und in dem gegenwärtigen, damit wir unsere Herzen auf die Kraft Gottes einstellen, so viel wir können danach trachten, dass wir alle Hoffnung, alles Vertrauen und all unsere Kraft auf den Herrn setzen, damit auch wir, so wie Gott selbst immer in sich unveränderlich und ruhig bleibt, ihn darin, soviel wir können, nachahmen. Er ist nämlich die nie versagende sichere Zuflucht, die immer besteht, bei dem jeder, je mehr er ihn sucht, um so sicherer bleiben kann. Und darum konnten die Heiligen, die eine so große Hoffnung auf den Herrn setzten, alle Widerwärtigkeiten, die ihnen in diesem Leben zustoßen mochten, so leicht verachten. Auch du, meine Teuere, fliehe daher immer mehr und mehr zu dem Herrn, und was dir Schweres, was dir an Schmerz zustößt, wird den Grund deines Herzens, wenn er fest bleibt, nicht erschüttern. Das drücke gut und oft deinem Herzen ein und rate gerade das deinen Schwestern an.

Die folgenden Gedanken richtet Jordan an Diana und alle ihre Mitschwestern:
Werdet auch ihr stark im Herrn Jesus Christus, und er selber wohne immer in euerem Herzen (Epheserbrief 3, 17). Denn ein Herz, das Christi entbehrt, ist wie eine Schale ohne Korn; deshalb wird es vom Winde hinweggeführt, weil es von der Versuchung herumgewirbelt wird. Eine Schale aber, die ein Korn einschließt, mag sie auch dem Winde ausgesetzt sein, kann der Wind nicht forttragen; denn sie wird durch das Korn festgehalten, so dass sie von dem Winde nicht weitergetragen wird. So wird auch von Christus ein Herz, in dem er wohnt, gefestigt, dass es nicht durch die Versuchung, die es bewegt und treibt, herausgeschleudert oder herumgetrieben wird. Sprecht also und lasst euer Herz sprechen: Andere mögen anhängen wem sie wollen, mir aber ist es Seligkeit, Gott anzuhängen (Psalm 73, 28); und ferner: An dir hängt meine Seele (Psalm 63, 9). Eine Schale, die der Wind verweht, hängt nicht fest am Korn; und damit wir fest an ihm hängen, hat er selbst mit dem festen Gürtel seiner Liebe uns an sich gebunden. Denn er spricht durch den Propheten: Mit dem Gürtel habe ich das ganze Haus Israel an mich gekettet (Jeremia 13, 11), d. h. das Herz derer, die Gott schauen, die den Herrn schauen allezeit (Psalm 16, 8). So wie er also uns an sich ketten wollte, so möge er uns gnädig nach sich ziehen und zum ewigen Leben führen, er, der gepriesen ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Quelle: Die Briefe des seligen Jordan von Sachsen, übersetzt von Johannes Mumbauer. Albertus-Magnus-Verlag, Vechta in Oldenburg, 1927. Brief 9 und 29

Zitate von Jordan von Sachsen an Diana:

Ich weiß, dass Du Dich hinsichtlich meines Befindens sorgst, so wie auch ich mich um Dich sorge. … Nimm es nicht so schwer, Liebste, dass Du mich nicht beständig leibhaftig bei Dir hast. denn geistig bin ich in innigster Liebe immer bei Dir.
Warum ängstigst Du Dich so? Bin ich nicht Dein? Dein in der Arbeit, Dein in der Ruhe; Dein, wenn ich da bin, Dein, wenn ich fern bin. Dein im Gebet, Dein im guten Werk und Dein, wie ich hoffe, im ewigen Lohn!
Christus ist das Band, durch das mein Geist mit Deinem Geist verbunden ist. In ihm bist Du ununterbrochen bei mir, wohin immer ich auch gehe.

Quelle: Die Briefe des seligen Jordan von Sachsen, übersetzt von Johannes Mumbauer. Albertus-Magnus-Verlag, Vechta in Oldenburg, 1927. Briefe 14, 13 und 48

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.06.2022

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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