Ökumenisches Heiligenlexikon

Cäcilia Romana

italienischer Name: Cecilia

Gedenktag katholisch: 4. August
nicht gebotener Gedenktag im Dominikanerorden: 8. Juni
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Bologna: 10. Juni

Name bedeutet: die Blinde oder: aus der (altrömischen) Familie der Cäcilier (latein.)

Nonne
* um 1203 in Rom
4. August 1290 in Bologna in Italien


ehemalige Kirche Santa Maria in Tempulo, im 6. Jahrhundert als Agatha von Catania geweihtes Oratorium gebaut, im 10. Jahrhundert zur Maria geweihten Kirche umgewandelt, 1310 in kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört, später in Privatbesitz, seit 1914 im Besitz der Stadtverwaltung und als Feierhalle genutzt
ehemalige Kirche Santa Maria in Tempulo, im 6. Jahrhundert als Agatha von Catania geweihtes Oratorium gebaut, im 10. Jahrhundert zur Maria geweihten Kirche umgewandelt, 1310 in kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört, später in Privatbesitz, seit 1914 im Besitz der Stadtverwaltung und als Feierhalle genutzt

Cäcilia stammte wohl aus der Familie Cesarini und trat sehr jung ins Kloster an Santa Maria in Tempulo in Rom ein. 1221 wurde sie von Dominikus selbst in das von ihm im Auftrag des Papstes reformierte und in seinen Orden eingegliederte Kloster San Sisto - heute San Sisto Vecchio - aufgenommen. 1223 wurde Cäcilia nach Bologna gesandt, wo Diana d'Andalò gerade das Kloster San Agnese gegründet hatte; sie sollte beim Aufbau der Gemeinschaft helfen. Cäcilia wurde dort 1237, 1252 und 1257 Priorin. Aus Cäcilias Berichten stellte ihre Mitschwester Angelica die Sammlung der Miracula beati Dominici über die von Dominikus fünfzig Jahre zuvor in Rom gewirkten Wunder zusammen, die ein wichtiger Beitrag zu seiner Lebensgeschichte wurde; viele dieser sehr detailreichen Erzählungen wurden durch die Forschung bestätigt.

Kanonisation: Cäcilia wurde 1891 seliggesprochen.

Worte der Heiligen

Ein Beispiel für die aufgezeichneten Wunderberichte in den Miracula beati Dominici ist die Geschichte von Dominikus und dem Affen. Es handelt sich hier um eine szenische Ausgestaltung der Bezeichnung des Satans als Luzifer – Lichtträger.

Über einen Dämon, der Dominikus beim Schreiben in Gestalt eines Affen erschien, erzählte Cäcilia: Zu der Zeit, da die Brüder noch beim heiligen Sixtus [das heißt im Kloster San Sisto] weilten, verließ der selige Vater Dominikus einmal gegen Mitternacht die Kirche. Nachdem er lange Zeit im Gebet gewacht hatte, nahm er beim Licht einer Kerze an der Frontseite des Dormitoriums Platz und machte sich ans Schreiben. Und siehe, da erschien vor ihm ein Dämon in Gestalt eines Affen und begann vor seinen Augen hin und her zu laufen und unter Grimassen Spottverse vor ihm zu machen.
Da gab ihm der selige Dominikus ein Zeichen mit der Hand, er solle stillstehen. Und er nahm die brennende Kerze und drückte sie ihm in die Hand, damit er sie vor ihm halte. Doch der Affe nahm die Kerze und hielt sie und fabrizierte weiter unter Grimassen die schon genannten Verse vor dem seligen Dominikus. Unterdessen brannte die Kerze ab und versengte den Zeigefinger jenes Affen. Und er begann sich gleichsam vor Schmerz hin und her du drehen und zu jammern, als ob er, der im ewigen Feuer der Hölle schmort, das irdische Feuer fürchtete.
Der selige Dominikus wies ihn an, weiterhin stillzustehen. Was weiter? Er blieb so lange stehen und hielt die Kerze, bis ihm sein Zeigefinnger völlig bis zum Handgelenk verbrannte. Und er begann sie noch stärker hin und her zu wenden und zu lamentieren.
Da ergriff der selige Dominikus die Rute, die er immer bei sich trug, und schlug ihn fest mit den Worten: Verschwinde, Nichtsnutziger! Der Schlag machte einen Riesenlärm, wie gegen einen mit Luft gefüllten Schlauch. Der Affe aber verschwand in der nächsten Wand und war nirgendwo mehr zu sehen. Aber er hinterließ einen solchen Gestank, dass durch augenscheinliche Beweise deutlich wurde, um welche Art von Affen es sich gehandelt hatte. Dieses Ereignis machte der selige Vater selbst den Brüdern und Schwestern bekannt; Schwester Cäcilia hörte es und sah, wie er die Gesten dieses Affen nachmachte.

Quelle: Angelus Walz: Die Miracula beati Dominici der Schwester Cäcilia. In: Miscellanea Pio Paschini. Studi di storia ecclesiastica, Romae 1948, S. 312; eigene Übersetzung

Zitat aus den Miracula beati Dominici:

Der selige Dominikus hatte folgende Gestalt: Er war mittelgroß, schmächtig, hatte ein schönes Gesicht, ein wenig blass. Seine Haare und sein Bart waren leicht rötlich und er hatte schöne Augen. Von seinem Gesicht erstrahlte zwischen seinen Augenbrauen ein gewisser Glanz, der bei allen Respekt und Hochschätzung hervorrief. Er war immer heiter und fröhlich, außer wenn er aufgrund eines betrüblichen Vorfalls zum Mitleid mit einem Nächsten gerührt wurde. Er hatte lange und schöne Hände, eine schöne klangvolle Stimme. Nirgendwo hatte er eine Glatze, sondern seine ganze Tonsur überdeckten einige wenige graue Haare.
Dies alles, was zuvor über den seligen Dominikus geschrieben wurde, berichtete Schwester Caecilia, und sie versicherte, dass dies alles so wahr sei, sie wäre bereit gewesen, dies falls nötig zu beschwören.

Quelle: Angelus Walz: Die Miracula beati Dominici der Schwester Cäcilia. In: Miscellanea Pio Paschini. Studi di storia ecclesiastica, Romae 1948, S. 325; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.10.2019

Quellen:
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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