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Ökumenisches Heiligenlexikon

Raimund von Capua

Gedenktag katholisch: 5. Oktober
nicht gebotener Gedenktag im Dominikanerorden

Name bedeutet: Rat und Schutz (althochdt.)

Ordensmann, Generalmagister
* um 1330 in Capua bei Neapel in Italien
† 5. Oktober 1399 in Nürnberg in Bayern


Raimund war der Sohn einer Adelsfamilie; sein Vater, der Diplomat, Schriftsteller und oberste Richter der Stadt, Petrus della Vigna, wurde von Dante Alighieri in dessen Göttlicher Komödie erwähnt. Raimund studierte ab 1345 Kirchenrecht in Bologna und trat in Orvieto ins Kloster der Dominikaner ein, wo er 1350 seine Gelübde ablegte. Nach der Beendigung seines Theologiestudiums und der Priesterweihe lehrte er an verschiedenen Konventen des Ordens. 1363 wurde er Spiritual am Dominikanerinnen-Kloster in Montepulciano; dort verfasste er 1366 die Lebensgeschichte der Agnes von Montepulciano.

Pierre Subleyras: Raimund von Capua (rechts) bei der mystischen Vermählung der Katharina von Siena mit Jesus Christus, um 1742, Privatbesitz
Pierre Subleyras: Raimund von Capua (rechts) bei der mystischen Vermählung der Katharina von Siena mit Jesus Christus, um 1742, Privatbesitz

Nachdem die Kritik am Wirken der Katharina von Siena immer lauter geworden war, wurde sie im Jahr 1374 vor das Generalkapitel der Dominikaner zitiert, wo sie sich rechtfertigen musste. Dort wurde zwar ihre Rechtgläubigkeit anerkannt, zugleich wurde ihr Raimund als geistlicher Begleiter zur Seite gestellt. Er unterstützte Katharinas Bemühungen um die Reform und Einheit der Kirche und begleitete sie 1376 nach Avignon zu Papst Gregor XI., der wenig später nach Rom zurückkehrte, wofür nicht zuletzt Katharinas Besuch bei ihm ausschlaggebend gewesen war. Im Auftrag von Papst Urban VI. wurde Raimund 1380 zum König nach Frankreich gesandt, um eine drohende Spaltung der Kirche abzuwenden. Nach Raimunds Rückkehr wurde er zum Generalmagister seines Ordens gewählt. Er stärkte die Reformklöster in Italien, in Böhmen und im Deutschen Reich, um die Einheit unter dem Papst zu stärken. Auch Papst Bonifatius IX. diente er als Gesandter und wurde mit Kreuzzugspredigten beauftragt. 1395 verfasste Raimund die Legenda maior, die Lebensgeschichte der Katharina von Siena. Das Fest Maria Visitatio führte er in seinem Orden ein.

Raimund starb bei einer Visitationsreise im Kloster der Dominikaner in Nürnberg und wurde zunächst dort bestattet, später wurden seine Gebeine in die Kirche San Domenico Maggiore nach Neapel übertragen.

Kanonisation: 1899 wurde Raimunds Verehrung aus Anlass seines 500. Todestags durch Papst Leo XIII. anerkannt.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.10.2019

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/wochenheiliger/5-Oktober-Der-selige-Raimund-von-Capua-OP;art4876,201886

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


06.10.2019