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Ökumenisches Heiligenlexikon

Georg La Pira

italienischer Name: Giorgio

Gedenktag katholisch: 5. November

Name bedeutet: der Landmann (griech.)

Tertiar, Bürgermeister von Florenz
* 9. Januar 1904 in Pozzallo bei Ragusa auf Sizilien in Italien
5. November 1977 in Florenz in Italien


Georg La Pira, Sohn einer Familie in bescheidenen sozialen Verhältnissen, legte 1921 in Messina sein Diplom als Buchhalter ab und 1922 in Palermo das Abitur. Er studierte dann Rechtswissenschaften. 1925 wurde er in Messina Tertiar der Dominikaner und später dank einer besonderen Erlaubnis auch Tertiar der Franziskaner. Nach der Fortsetzung seines Studiums in Florenz habilitierte er sich; 1934 setzte er sich gegen andere Bewerber um den Lehrstuhl für Römisches Recht durch und wurde 1937 zum Professor ernannt. In diesen Jahren der faschistischen Herrschaft beschränkte er sich auf seine wissenschaftliche Arbeit. Ab 1939 gab er die Zeitschrift Principles, Prinzipien, heraus, die sich kritisch mit Faschismus und Rassismus auseinandersetzte, um die Werte des Menschen und der Freiheit zu verteidigen; diese Zeitschrift wurde 1940 verboten. 1943 wurde La Pira von der Geheimpolizei gesucht, konnte sich aber der Festnahme entziehen. Nach dem Sturz Mussolinis und der Wiederbelebung der Demokratie schloss er sich der Partei Democrazia Christiana an, 1946 wurde er für einen Wahlkreis in Florenz in die konstituierende Versammlung für die Republik Italien gewählt. 1948, als es in Italien schwere soziale Unruhen gab, wurde er Unterstaatssekretär im Arbeitsministerium. 1951 wurde er als Nachfolger eines Kommunisten zum Oberbürgermeister von Florenz gewählt.

Georg La Pira bei Papst Paul VI.
Georg La Pira bei Papst Paul VI.

Georg La Pira gehörte zu den Vorkämpfern des sozialen Programms der Democrazia Cristiana und war einer der links orientierten Katholiken, die innerhalb der DC erheblichen Einfluss gewinnen konnten; der linke Flügel dieser Partei sah in ihm einen seiner geistigen Väter. In der Bevölkerung von Florenz war er außerordentlich beliebt, man nannte ihn einen politischen Mystiker. Er förderte den Dialog mit den Kommunisten, die er er für bekehrenswert erachtete, während er die Liberalen und Sozialisten für unbelehrbar hielt. 1951 intervenierte er beim Vorsitzenden des Ministerrats der Sojetunion Josef Stalin zugunsten eines Friedens in Korea. Während der Krise der Pignone–Textilwerke in Florenz, als sich 1953 die 1750 Arbeiter der Fabrik dem Schließungsbeschluss widersetzten, weigerte La Pira sich, Polzeigewalt auszuüben, unterstützte die Streikenden und erreichte, dass die Fabrik vom Staat unterstützt wurde. Zur Unterbringung von Obdachlosen ließ er leerstehende Villen und Häuser beschlagnahmen. Im Kalten Krieg regte er 1952 die internationalen Konferenzen für Frieden und christliche Zivilisation an. 1959 besuchte er Moskau und wurde eingeladen, vor dem Sowjet seine Vorstellungen zu Entspannung und Abrüstung darzulegen. 1958 veranstaltete er in Florenz eine Konferenz zur Versöhnung der Araber mit Israel; 1960 begab er sich auf eine Nahost-Reise, bei der er dieselbe Reiseroute verfolgte wie Franziskus von Assisi im Jahr 1219. Auch später engagierte er sich im Nahen Osten zugunsten einer Ausgleichspolitik und unterstützte den US-amerikanischen Außenminister Henry Kissinger während dessen intensiver Pendeldiplomatie 1974.

Briefmarke der italienischen Post zum 100. Geburtstag von Georg La Pira
Briefmarke der italienischen Post zum 100. Geburtstag von Georg La Pira

Ab 1961 regierte La Pira Florenz mit Unterstützung der erstarkten Kommunistischen Partei. Als die anderen Parteien ihm 1965 von Rom aus eine feste Grenzziehung gegenüber der KP als Bedingung für ein neues Mandat als Oberbürgermeister setzten, lehnte er diese Auflage ab und wurde deshalb nicht mehr gewählt. Dennoch setzte er unverdrossen seine Mission, wie er es nannte, fort. So veranstaltete er 1965 in Florenz das Symposium für den Frieden in Vietnam, reiste anschließend nach Hanoi und sprach mit dem nordvietnamesischen StaatschefHo Chi-Minh - zu einem Zeitpunkt, als sämtliche diplomatische Kanäle zwischen Nordvietnam und nichtkommunistischen Staaten verschlossen waren. 1973 bis 1975 führte er Gespräche mit allen Delegationen zwecks Vorbereitung des Abschlusses der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki. Bei den Parlamentswahlen 1966 wurde er sowohl in die römische Abgeordnetenkammer als auch in den Senat gewählt.

Bemerkenswert war La Piras äußerst bescheidener Lebensstil. Überliefert ist die Episode, wie er an einem kalten und regnerischen Tag im Winter 1955/1956 auf seinem Weg zum Palazzo Vecchio in Florenz einen Bettler erblickte, der offensichtlich unter der Kälte litt, ihm spontan seinen Mantel gab, seinen Weg wie immer zu Fuß fortsetzte und dann durchnässt sein Büro betrat. Er wurde deshalb auch der Sankt Martin unserer Zeit oder der heilige Bürgermeister genannt.

Kanonisation: 1986 wurde in der Basilika San Marco in Florenz das Seligsprechungsverfahren feierlich eröffnet.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 24.09.2018

Quellen:
• http://lapira.laiendominikaner.de/?page_id=2
• https://it.wikipedia.org/wiki/Giorgio_La_Pira

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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