Ökumenisches Heiligenlexikon

Konrad von Marburg

Gedenktag katholisch: 3. November

Name bedeutet: der tapfere Berater (althochdt.)

Ordensmann (?), Priester
* um 1185
30. Juli 1233 bei Beltershausen nahe Marburg in Hessen


Konrad, der offenbar aus eher einfachen Verhältnissen stammte, aber als Magister der Theologie sein Studium - wohl in Paris - abschloss und möglicherweise dem Prämonstratenserorden angehörte, machte sich einen Namen als Prediger. 1215 wurde er von Papst Innozenz III. beauftragt, in seinen Predigten für den 4. Kreuzzug zu werben, was er massenwirksam tat. Er schloss Freundschaft mit der Familie des Thüringer Landgrafen; Ludwig IV. bewog er zur Teilnahme am Kreuzzug, für die junge Elisabeth wurde er zum Beichtvater; in diesem Amt verstärkte er die Tendenz der jungen Landgräfin zu sehr harten Frömmigkeitsübungen. Nach Ludwigs Tod gab er sich als Elisabeths Beschützer und erkämpfte für sie beträchtliche Witwengüter; Papst Gregor IX. hatte Konrad zu Elisabeths Vormund bestimmt. Mit dem Vermögen Elisabeths richtete er in Marburg ein Hospital für Kranke und Arme ein, in dem Elisabeth als Krankenpflegerin arbeitete, wobei sie von Konrad in grausamer Weise behandelt wurde: er nahm ihr die Kinder weg, legte ihr ein Kontaktverbot zu ihren Freundinnen auf, bespitzelte sie und peitschte sie aus; Elisabeth wehrte sich nicht, da sie sich durch ein Gelübde an ihn gebunden hatte. Elisabeth starb deshalb entkräftet mit nur 24 Jahren.

Nach Elisabeths Tod betrieb Konrad ihre Heiligsprechung, sammelte Wundergeschichten und verfasste die Summa vitae, die Zusammenfassung (ihres) Lebens. Papst Gregor IX. berief ihn dann zum Inquisitor und ermächtigte ihn, Angeklagte ohne Einhaltung der zuvor üblichen Verfahrensregeln auf dem Scheiterhaufen hinrichten lassen, was Konrad oft unter der Beschuldigung Teufelsanbeter praktizierte. Auch den Grafen Heinrich III. von Sayn, der mit seiner Frau die beiden kleinen Töchter Elisabeths betreute, klagte Konrad als Ketzerfreund an. Bei dem heutigen Weiler Hof Capelle bei Beltershausen lauerten ihm sechs Berittene auf und erschlugen ihn und seine Diener.

Literarisch wurde Konrads Wirken von Thomas Mann in seinem Roman Der Zauberberg verarbeitet, wo er als Beispiel für entmenschte Greuel und mordgierige Unduldsamkeit seiner Epoche dargestellt wird.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.04.2020

Quellen:
• https://www.deutsche-biographie.de/sfz44453.html
• https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_von_Marburg

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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