Ökumenisches Heiligenlexikon

Mattatias und Gefährten

hebräischer Name: מתתיהו

Gedenktag katholisch: 1. Oktober

Name bedeutet: Gabe Gottes (hebr.)

Priester, Widerstandskämpfer
166 v. Chr. nahe Modi'in bei Jerusalem in Israel


Wojciech Stattler: Mattatias widersteht dem Gesandten des Seleukidenkönigs, 1842, im Nationalmuseum in Kraków
Wojciech Stattler: Mattatias widersteht dem Gesandten des Seleukidenkönigs, 1842, im Nationalmuseum in Kraków

Mattatias enstammte als Sohn des Matitjahu dem aaronitischem Priestergeschlecht, den Nachfahren von Aaron. Nachdem der König Antiochos IV. der das heilige Land beherrschenden Seleukiden den Juden die Ausübung ihrer Religion verbieten und sie zu öffentlichen Opfern für die heidnischen Götter zwingen wollte, kam ein Abgesandter mit diesem Befehl auch in Mattatias' Wohnort Modi'in. Mattatias und seine Söhne Johannes (Johanan) Gaddi, Simon (Simeon) Tassi, Judas Makkabäus, der Schriftgelehrte Eleasar Awaran und Jonatan Apphus weigerten sich jedoch standhaft. Als ein anderer Jude doch auf dem Altar opfern wollte, wurde Mattatias von gerechten Zorn und Eifer für das Gesetz erfasst: Er tötete den Opferwilligen und den Abgesandten des Königs, zerstörte den Altar und floh zusammen mit seinen Söhnen in die Berge, nachdem er das Volk zum Widerstand aufgerufen hatte. (1. Makkabäerbuch 2, 15 - 28) Zusammen mit seinen Söhnen begann er 167 v. Chr. einen Partisanenkrieg gegen die Seleukiden, überfiel und vernichtete kleinere Truppenteile, wich größeren aber aus, zerstörte in den umliegenden Städten die heidnischen Altäre und Tempel und beschnitt Knaben, bei denen dies aus Angst vor den Besatzern unterblieben war. Bald schon wurde Mattatias krank; vor seinem Tod bestimmte er seinen Sohn Simon zum politischen und seinen Sohn Judas Makkabäus zum militärischen Führer der Aufständischen. Er wurde in Modi'in beerdigt.

Das Volk Israel trauerte um Mattatias, sein Sohn Simon erbaute ihm ein Denkmal, das Hieronymus noch sah. Mattatias' Söhne gelang in offener Feldschlacht gegen das seleukidische Heer bei Emmaus - dem späteren Emmaus Nicopolis und heutigen Ruinen - ein Sieg; das veranlasste den seleukidischen Reichsverweser Lysias, mit den Aufständischen zu verhandeln und einen Waffenstillstand zu vereinbaren; das Religionsedikt wurde aufgehoben, die Aufständischen wurden amnestiert (2. Makkabäerbuch 11, 27 - 33). Der mit den Seleukiden kollabierende Hohepriester Menelaos blieb jedoch am Tempel in Jerusalem im Amt; Judas eroberte deshalb Jerusalem im Handstreich, ließ den heidnischen Altar im Tempel zerstören und am 25. Kislew - im Dezember - 164 v. Chr. den Tempel feierlich neu weihen; dessen wird im Judentum bis heute mit dem Lichterfest Chanukka gedacht. Judas wurde Hoherpriester; auch Mattatias' Enkel Onias III. und Simeon II. amtierten später als Hohepriester.

164 v. Chr. stellten sich die Römer an die Seite der Aufständischen (2. Makkabäerbuch 11, 34 - 38) und leistete ihnen Waffenhilfe. 163 v. Chr. erlitt die Streitmacht der Makkabäer unter Judas' Führung dennoch eine vernichtende Niederlage gegen das Heer der Seleukiden, Judas und seine Brüder mussten flüchten, es folgte erneut ein Partisanenkrieg. Judas starb im März 160 v. Chr. in der dann verlorenen Schlacht von Elas bei Ramallah. Judas' Brüder Jonatan und Simon kämpften weiter, konnten nach mehreren Jahren verlustreicher Kämpfe für beide Seiten die Herrschaft über Judäa erringen und die Seleukiden vertreiben. Die nun regierende Dynastie der Nachfahren von Judas, die Hasmonäer, konnte regieren, bis das heilige Land 63 v. Chr. von den Römern erobert wurde.

Die Geschichte der Makkabäer und ihrer Kämpfe wird in den Büchern 1. Makkabäer, 2. Makkabäer und 4. Makkabäer dargestellt, die als Spätschriften nicht zum allgemein anerkannten Kanon des Alten TestamentsWir verwenden den Begriff Altes Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde. gehören. Mattatias und seine Söhne und Enkel sind nicht zu verwechseln mit den == 7 makkabäischen Brüdern und ihrer Mutter.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 01.12.2020

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://de.wikipedia.org/wiki/Judas_Makkab%C3%A4us

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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