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Ökumenisches Heiligenlexikon

Max Joseph Metzger

Gedenktag katholisch: 17. April

Name bedeutet: M: der Größte oder: aus dem Geschlecht der Ämilier (latein.)
J: Gott hat hinzugefügt (hebr.)

Priester, Gründer
* 3. Februar 1887 in Schopfheim in Baden-Württemberg
† 17. April 1944 in Brandenburg an der Havel in Brandenburg


Metzgers Geburtshaus in Schopfheim
Metzgers Geburtshaus in Schopfheim

Max Joseph war im ersten Weltkrieg Divisionspriester und dabei Pazifist geworden. 1917 sandte er Papst Benedikt XV. eine Friedensmemorandum, das dieser mit einem Dankschreiben beantwortete. Er gründete 1919 den Friedensbund Deutscher Katholiken sowie die Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz, das heutige Christkönigs-Institut. Er engagierte sich auch für Alkoholkrankes sowie für die damals aufblühende liturgische und biblische Bewegung. Ab 1923 setzte er sich für die Einheit der Christen ein und gründete 1938/1939 zu diesem Zweck die Bruderschaft Una Sancta. Ein von ihm verfasstes Friedensmemorandum an den Erzbischof von Uppsala wurde von der Geheimen Staatspolizei der Nationalsozialisten abgefangen; deshalb wurde Metzger verhaftet und schließlich nach einem kurzen Schauprozess wegen Hochverrat und Feindbegünstigung zum Tod durch das Fallbeil.

Kanonisation: 2006 wurde in Freiburg der Informativprozess für Metzgers Seligsprechung eröffnet.

Worte von Max Josef Metzger

Im Advent 1939, nach Ausbruch des 2. Weltkriegs, schrieb Metzger an Papst Pius XII. ein prophetisches Wort bezüglich der Einheit der Christen, das aber - aus welchen Gründen auch immer - ohne Antwort blieb:
Heiliger Vater! Diesen Brief schreibe ich in der Gefängniszelle. … Vielleicht hat Gott mir diese Tage auch dazu zugedacht, dass ich diesen Brief schreiben muss, zu dem ich mich vom Geist gedrängt fühle. …
Ich leide darunter, dass seit Monaten wieder die Völker an den Fronten wider einander stehen und gegenseitig auf ihr Verderben sinnen. Völker, die durchwegs die Botschaft Jesu Christi gepredigt erhielten und sich fast alle zu Seinem Namen bekennen …
Wo ist diese Christenheit? Sie kann nie ihre Stimme wirksam erheben, sie kann keinen bestimmenden Einfluss auf das Weltgeschehen ausüben zur Durchsetzung der ewigen Grundsätze unseres Herrn, weil - sie nicht eins ist. …
Heiliger Vater! Die Not der Zeit - und durch sie spricht Gott zu uns - verlangt gebieterisch die letzten Anstrengungen, um die Zerrissenheit der christlichen Kirche zu überwinden, um das Friedensreich Christi wirksam zu machen in der ganzen Welt. Die Not der Zeit ist wohl gerade darum über uns gekommen und wird uns noch mehr demütigen, dass wir allesamt endlich zu einer großen Metanoia gelangen, einer Umkehr von den Wegen der Selbstgerechtigkeit, der Verblendung und des Stolzes, einer vollen Hinkehr zu Christus, dem Friedensfürsten, dem König der Liebe. …
Die Meinung gerade der Besten unter den nichtkatholischen Christen geht dahin, eine gewisse stolze Selbstgerechtigkeit auf unserer Seite verhindere, dass wir die Mängel und Unzulänglichkeiten innerhalb unserer Kirche, die Sünden und Fehler, durch die wir die Spaltung mitverschuldet haben, offen zugeben mit der ehrlichen Bereitschaft zu der Buße, die wir, wie sie meinen, immer nur von andern verlangen. Sie glauben aus dieser Tatsache schließen zu dürfen, dass der Heilige Geist nicht die Seele unserer Kirche sei, da sie, statt sich selbst zu richten, ein allzu strenges Richteramt ausübe, das letztlich nur dem Herrn selbst zustehe. Sie glauben nicht an die letzte Bereitschaft der Führer unserer Kirche, gleich dem Meister in Demut zu dienen, sondern sehen in der Beanspruchung von Herrschaftsansprüchen, die nach ihrer Auffassung mit der evangelischen Einfachheit nicht vereinbar seien, Herrschsucht und allzu menschliches Geltungsbedürfnis. …
Ich mache mir diese Vorwürfe selbstverständlich keineswegs zu eigen. Sie beruhen zum Teil auf einem Missverstehen der heiligen Verantwortung der Hirten der Kirche zur Wahrung des Depositum fidei [des Glaubensguts] und zu dessen Verkündigung, oft auch auf einer grundsätzlichen Leugnung des apostolischen Hirtenamtes der Bischöfe. Und doch will es mir auf Grund meiner vielfachen Erfahrungen scheinen, dass diese Leugnung zumeist nicht auf bösem Willen beruhe, sondern auf einem tiefer gehenden inneren Misstrauen. … Nichts würde wirksamer diese Vorurteile aus der Welt schaffen und dadurch eine innere Annäherung bei den von uns getrennten kirchlichen Gemeinschaften vorbereiten als eine von innen heraus sichtbar werdende aufrichtig demütige Haltung aller Hirten der Kirche trotz und gerade wegen der verantwortlichen Ausübung ihres apostolischen Hirtenberufes.
Wer die innerkirchliche Entwicklung bei den von uns getrennten kirchlichen Gemeinschaften verfolgt, wird auch die folgende Feststellung anerkennen: Die - sicher ernsthaften und bedeutungsvollen - dogmatischen Differenzen spielen heute nicht mehr die entscheidendste Rolle als Hindernis der Wiedervereinigung. Viel stärker stehen geistige Haltungen gegeneinander; diese können aber durchaus nicht einfach mit Wahrheit auf der einen, Irrtum auf der anderen Seite gleichgesetzt werden, da es sich oft um Spannungsgegensätze handelt, die in der Universalität der Una catholica alle irgendwie zu ihrem Recht kommen dürfen.

Quelle: Max Josef Metzger - Christuszeuge in einer zerrissenen Welt - Briefe aus dem Gefängnis 1934 - 1944, hrsg. von Klaus Kienzler. Herder, Freinug / Basel / Wien1991, S. 82 - 90

Zitate von Max Josef Metzger:

Himmlischer Vater! Schaue huldvoll auf das gläubige Vertrauen Deiner ganzen Kirche und schenke ihr in Gnaden Einheit und Frieden gemäß Deinem heiligen Willen! Wie aus ungezählten Ähren auf aller Welt Dein Brot und aus gar vielen Trauben Dein Wein auf dem Altar eine heilige Opfergabe wird und ein Leib Christi, so lass uns alle eins sein, denen Dein ewigeinziger Sohn in der Menschwerdung Bruder wurde, alle, für die Er Sein Leben hingab zur Erlösung, alle, denen Er durch die Wiedergeburt der einen Taufe Anteil gab an Seinem göttlichen Leben und daher Seinen herrlichen Namen verlieh. Lass uns alle, die wir diesen Namen Christi tragen, einträchtig sein im Bekenntnis unseres Herrn, dass ein Glaube im Denken, eine Liebe im Handeln uns eine. Mach herzenseins, die Du mit dem einen himmlischen Brote nährst, eines Geistes, die Du zum einen Mahl der Herrlichkeit berufen! Ja, lass uns alle, die wir Unser Vater! rufen, eine Herde sein, die dem einen Hirten und Führer der Seelen folgt, Jesus Christus, unserm Herrn. Amen

Die Welt braucht Heilige! Keine Mahnung ist so zeitgemäß wie diese. Nur durch Heilige, die den Alltag heiligen, wird unser Glaube glaubwürdig für die Welt. (Brief vom 07. September 1943)

Meine viel lieben Brüder und Schwestern! Nun will der Herr von mir das Lebensopfer. Ich sag mein frohes Ja zu seinem Willen. Ich hab' Ihm ja das Leben angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche - Er will es haben. Möchte Er es segnen! (letzter Brief am Todestag, 17. April 1944)

Quelle: Max Josef Metzger - Christuszeuge in einer zerrissenen Welt - Briefe aus dem Gefängnis 1934 - 1944, hrsg. von Klaus Kienzler. Herder, Freinug / Basel / Wien1991, S. 40f, 130, 185

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.11.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Thorsten Gubatz, E-Mail vom 18. April 2007

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.