Ökumenisches Heiligenlexikon

Regina Protmann

Gedenktag katholisch: 18. Januar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Warmia/Ermland

Name bedeutet: die Königin (latein.)

Ordensgründerin, Mystikerin
* 1552 in Braunsberg, heute Braniewo in Polen
18. Januar 1613 daselbst


Regina Protmann, Tochter einer bedeutenden Familie, begann 1571 mit zwei Gefährtinnen ein gemeinschaftliches Leben, das von spätmittelalterlicher Mystik beeinflusst war. Eine Pestepidemie bewog sie 1571/1572 zu tätiger Nächstenliebe in der Krankenpflege; die Gemeinschaft wuchs und widmete sich auch der Erziehung junger Mädchen. 1583 entstand eine Regel unter dem Einfluss von Jesuiten, und der Katharinerinnen-Orden, der immer mehr aufblühte. 1602 wurde die Regel erneuert.

Kanonisation: Die Seligsprechung erfolgte am 13. Juni 1999 durch Papst Johannes Paul II.

Worte der Seligen

Aus der 2. Regel aus dem Jahr 1602 zum Zusammenleben der Schwestern, die vom damaligen Bischof Petrus Tilitzky approbiert wurde:
c. 16. Beim Zusammenleben sollen sich die Schwestern äußerst gewissenhaft davor hüten, in weibischem Gezänk und Hader den Frieden und die innere Einheit auf irgend eine Weise zu verletzen; sie wissen ja, dass ihr gemeinsamer Bräutigam Christus der Herr unter den Seinen nichts so sehr hochschätzt als den Frieden und die wechselseitige Liebe, so wie im Gegensatz dazu der böse Feind mit allen Mitteln versucht, Zwietracht unter den Schwestern auszusäen. Doch sollte aufgrund menschlicher Schwachheit etwas geschehen, das einer solchen Einheit entgegensteht, dann sollen sie gern gegenseitig das erlittene Unrecht vergeben und gewissenhaft danach trachten, die gegenseitige Liebe wieder herzustellen, und niemals zulassen, dass gegen die Weisungen der Schrift (Epheserbrief 4, 26) die Sonne über ihrem Zorn untergeht.
c. 17. Den Müßiggang, den Ursprung aller Übel und größten Zündstoff der Versuchungen, sollen alle gewissenhaft meiden und darum soll es keine unter den Schwestern geben, die nicht gemäß der Anordnung ihrer Oberin mit Handarbeit beschäftigt sei. Sie sollen dies aber Gottes wegen umso sorgfältiger tun, da sie aufgrund ihrer Handarbeit für später zum großen Teil ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Wenn sie aber irgendwann eine freie Zeit haben, was gewöhnlich besonders an Festtagen der Fall ist, sollen sie diese mit einer Betrachtung oder Lesung verbringen. Auch soll jedes müßige Geschwätz vermieden werden, da wir einmal für jedes unnütze Wort vor Gott Rechenschaft ablegen müssen.

Quelle: Ernst Manfred Wermter (Hg.): Quellen zur Geschichte der ersten Katharinenschwestern und ihrer Gründerin Regina Protmann. In: Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands, Beiheft 2, 1975, S. 69. Neuübersetzung aus dem Lateinischen

Gebet Reginas:
Mein Herr und Gott, verwunde mein Herz mit dem brennenden Pfeil deiner großen Liebe, dass ich ganz verbrenne und in dich zerfließe. Mein liebster Jesu, sei du allein in meinem Herzen und nimm mich in dein Herz auf, damit ich dir allein gefallen möge. Wann werde ich dich vollkommen lieben? Wann werde ich dich, meinen Bräutigam, mit meiner Seele umfangen und an deinem Herzen ruhen? Ach, dass ich doch die laute Welt verachten könnte aus lauter Liebe zu dir! Wenn doch meine Seele sich ganz mit dir, mein Herr und Gott, vereinigen könnte!

Regina Protmanns Testament:
Es ist meine demütige und mütterliche Ermahnung an Euch, dass ihr allzeit vor Gott, dem Herrn, und vor Christo Jesu sowie vor allen Menschen in Zucht und Ehrbarkeit, in Demut, Geduld, Gehorsam und christlicher Liebe treulich wandelt. Lernt in euch abtöten nicht allein die großen, sondern auch alle kleinen Begierlichkeiten, als da sind: unnützes Reden, argwöhnische Gedanken, Müßiggang und Leichtfertigkeit. Trachtet mit allem Fleiß danach, daß ihr euch untereinander herzlich liebt und mit jedermann Frieden haltet. So wird euch der gütige Gott in allem helfen und segnen.

Quelle: Regina Protmann und ihre Gründung, die Katharinenschwestern, 3. Aufl. Provinzialat der Kongregation der Schwestern von der Jungfrau und Märtyrerin Katharina, Münster 2013

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.05.2020

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Sr. Veronika von den Katharinenschwestern, E-Mail vom 15. Mai 2007
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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