Ökumenisches Heiligenlexikon

Stephan

Gedenktag katholisch: 6. Oktober

Name bedeutet: die Krone (latein.)

Märtyrer
um 304 in Antiochia, heute Antakya / Hatay in der Türkei


Stephan war der legendarischen koptischenÜberlieferung zufolge der Sohn des adeligen und reichen Nikomion, der Christ war und sich durch große Wohltätigkeit auszeichnete. Stephan wurde gut ausgebildet, insbesondere im Studium der heiligen Schrift, und erlernte bei einem Mann namens Basilides - als dessen Sohn er deshalb auch bezeichnet wird - zusammen mit Victor und Claudius das Kriegshandwerk. Eines Tages kam der Schweinehirt 'Agripada aus Ägypten nach Antiochia, der auch im Kriegshandwerk tätig und Pferdebändiger war. Nachdem der dortige König gestorben war, heiratete er dessen Tochter und wurde König mit dem Namen Diokletian. Der neue Kaiser verehrte die Götzen, aß Menschenfleisch, trank menschliches Blut und tötete alle, die an Christus glaubten, oder schickte sie ins Exil. In einem Erlass ordnete er die Verfolgung der Christen und Schließung aller Kirchen im ganzen Reich an. Stephan betete, dass auch ihm die Krone des Martyriums gegeben werde, und er zerriss den Erlass. Der Kaiser zog daraufhin sein Schwert und hieb auf Stephan ein, so dass sein Körper in zwei Teile gespalten wurde. Aber Stephans Kopf beschimpfte den Kaiser und sagte ihm voraus, dass er ganz blind und danach sterben werde.

Viele Menschen versammelten sich dann, um den Kopf zu sehen, der den Kaiser beschimpft und ihm von seinem Untergang erzählt hatte. Der Kaiser befahl seinen Soldaten, den Kopf zu entfernen, aber während sie dies taten, redete der weiter. Auch nachdem er in der Erde begraben war, redete der Kopf drei Tage lang weiter und alle Leute hörten die Beschimpfungen des Kaisers - ganz so, wie schon das Haupt Johannes des Täufers damals König Herodes beschimpfte. Diokletian befahl, den Kopf in eine Bleikiste zu legen und diese bei Nacht ins Meer zu werfen; aber dann kam ein Engel und holte die Bleikiste aus dem Wasser und legte sie an die Küste. Stephans Mutter fand die Bleikiste und bewahrte sie in ihrem Haus, bis die Verfolgungen vorbei waren und sie baute dann für die Reliquie eine schöne Kirche, in der unzählige Wunder geschahen.

Geschildert wird in dieser Legende offensichtlich Kaiser Diokletian und seine Christenverfolgung. Diokletian wurde tatsächlich in einfachen Verhältnissen in Illyricum geboren. Er wurde 284 in Nikomedia - dem heutigen Ízmit - zum römischen Kaiser ausgerufen, nachdem Kaiser Numerian auf rätselhafte Weise gestorben war. Am 23. Februar 303 leitete er in der neuen Reichshauptstadt Nikomedeia mit einem Erlass die letzte und brutalste der römischen Christenverfolgungen ein, die im Osten über seinen Rückzug ins Privatleben am 1. Mai 305 hinaus bis 311 anhielt. Er blieb auch nach der Niederlegung seines Amtes hoch geachtet und starb 312 oder wenig später.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 30.12.2020

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
• http://www.stmichaeleoc.org/Synaxarium/Tekemt_09.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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