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Ökumenisches Heiligenlexikon

Abraham in Şanlıurfa


Als Gründer der Stadt Urfa - später Edessa, heute Şanlıurfa nannte Ephraem der Syrer den assyrischen König Nimrod; Isidor von Sevilla griff diese Überlieferung auf. Tatsächlich ist Nimrod wohl eine Sagengestalt, in der unterschiedliche Mythen mit historischen Elementen verschmolzen sind. In der Bibel wird Nimrod als Urenkel von Noach bezeichnet. Nach 1. Mose (10, 8 - 10) und 1. Chronik (1, 10) war Nimrod der Erste, der Macht gewann auf Erden - also der erste Mensch, der als König herrschte und die Macht unabhängig vom Walten Gottes an sich gerissen hat - und ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Der jüdischen und islamischen Überlieferung zufolge war Nimrod der, der den Bau des Turmes von Babel anregte.

Die „Mevlid-i-Halil-Moschee”, links der Eingang zur Geburshöhle, darüber die Festung von Şanlıurfa
Die Mevlid-i-Halil-Moschee, links der Eingang zur Geburshöhle, darüber die Festung von Şanlıurfa

Der Berg der Festung von Şanlıurfa heißt auch Thron des Nimrod. Die Muslime kennen Nimrod als tyrannischen Herrscher, der sich als Gott verehren ließ. Die Koran-Sure Sure al-Anbiya setzt voraus, dass er es war, der Ibrahim - den biblischen Abraham - ins Feuer werfen ließ, wobei Ibrahim aber durch ein Wunder gerettet wurde. Nach mancher islamischen Überlieferung wurde Ibrahim/Abraham in einer Höhle unterhalb der Festung geboren; die alttestamentlicheWir verwenden den Begriff Altes Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde. Stadt Ur in Chaldäa - die heutigen Ruinen bei Nasiriyah im Irak - wird hier mit Urfa gleichgesetzt.

Gemäß der Legende hatte Nimrod geträumt, dass in seiner Stadt ein Kind geboren wird, das die Götzen zerstören würde, deshalb ließ er alle neugeborenen Söhne ermorden - ebenso wie König Herodes nach der Geburt Jesu die Unschuldigen Kinder umbringen ließ. Aber Abrahams Mutter Nuna hatte sich in diese Höhle zurückgezogen, um ihren Sohn nach der Geburt bis zum siebten Lebensjahr zu verstecken. Vor der Höhle steht die Mevlid-i-Halil-Moschee, die Moschee der Geburt des Freundes, die 1986 zu einer großen Moschee ausgebaut wurde, um die vielen Besucher zu fassen.

Das Wasser aus der Geburtshöhle gilt als heilkräftig
Das Wasser aus der Geburtshöhle gilt als heilkräftig

Nach der muslimischen Legende wurde Abraham von König Nimrod verurteilt, weil er den Götzendienst ablehnte und den Glauben an den einen Gott bekannte. Nachdem er im Tempel die Götzen zerstört hatte, wurde Abraham von dem Hügel der Festung ins Tal in einen brennenden Scheiterhaufen geworfen, aber Gott verwandelte das Feuer in Wasser und die Holzscheite in Fische. Abraham landete deshalb unverletzt in einem Rosengarten und an der Stelle seiner Landung entstand ein Teich - der heutige 150 Meter lange Balıklıgöl, Fischteich. Dort schwimmen unzählige als heilig geltende Karpfen, die gefüttert, aber nicht gefangen und getötet werden. Der Koran erzählt: Es wurde gesagt: Verbrennt ihn und verteidigt eure Götter, falls ihr etwas tun wollt, worauf Allah sprach: Oh Feuer, sei kühl und unschädlich für Abraham. (21, 68 - 69)

Neben dem Teich steht die 1211 erbaute Halil-ür-Rahman-Moschee, an deren Stelle zuvor eine Maria geweihte byzantinische Kirche stand. Die schwer zerstörte Moschee wurde 1810 erneuert und besteht aus dem Gebetsraum, einer Lehranstalt und einem Friedhof mit Gräbern verehrter Muslime.

Unweit davon liegt der Teich der Ayn Zeliha, der Teich der heiligen Zeliah. Die Legende erzählt, dass nach dem an Abraham geschehenen Rettungswunder Nimrods Tochter Zeliah den Glauben an Gott annahm und deshalb ebenfalls von ihrem Vater verurteilt wurde, aber genauso wie Abraham von Gott gerettet wurde; an der Stelle ihrer unverletzten Landung - etwas näher an der Festung - enstand der 50 Meter lange, nach ihr benannte Teich.

Der Teich der „Ayn Zeliha”
Der Teich der Ayn Zeliha

Das Parkgelände mit dem Balıklıgöl, dem Teich der Zeliha, den Moscheen und der Abraham-/Ibarahim- Höhle kann frei besucht werden. (2013)


fotografiert am 28. Mai 2013

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.09.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• http://www.eslam.de/begriffe/s/schanliurfa.htm
• http://seanatolianheritage.org/eng/southeastanatoliaguide/sanliurfa.pdf