Ökumenisches Heiligenlexikon

Die Gerold-Legende


Leben des heiligen Geroldi, weiland regierenden Herzogs in Sachsen aus dem Stammen Keysers Ottonis des Großen, welcher sein Gemahel, Kinder unnd Herzogthumb verlaßen, Gott dem Herrn erstlich allein, nachmahlen mit seinen Söhnen Cuno und Ulrich, so ihm nachgezogen an dem Orth in Strenge und Heiligkeit deß Lebens eiffer einbrünftig vill Jahr durch gedienet und nach großen Verdiensten mit herrlichen Wunderzeichen vor und nach dem Todt leuchtende Gottseeligklich verschieden in dem Jahr Christi 978. In Gegenwart ermester seiner Söhnen welche beyde den h. Orden S. Benedicti in U.L.F. Gotthauß Einsidlen angenommen, auch wegen Ihren Verdiensten Cuno zum Decan, Ulrich aber zum Custos ernambset worden. In dem Jahr 1662, den 28. Juli ist auf Befehl deß Hochwürdigen Fürsten und Herren Herren Placidi Aboten deß wohernannten Gottshauß Einsidlen der H. Leib auß dem Grab, in welchem Er bey nahe 700. Jahr geruhet, in beysein Herren Decans und zweyer Conventualen durch beeidiigte mit wunder lieblichem Geruch erhebt, den 6. Augusti zue Einsidlen herrlich embfangen, aldorten schon geziert, hernacher an seinem Festag den 19. Aprilis deß 1663 Jahrß durch Feldlkirch und Bludesch mit großem Zuelauff und andacht des Volcks in ansehenlicher Procession hier widerum einbegleitet und in sein Kirch eingefüehrt worden.

1. S. Geroldt verlaßet sein Herzogthumb Sachsen, zeücht mit einem Eselin und Hausrathlin darvom, eingekleidt mit eim Waldbrüeder rokh.


2. Das Eßelin last sich nider ohnfehrn von der Clauß ob Bregentz, der Engel erscheint S. Geroldt mahnet Ihn weiter fortzuziechen.


3. Allhie wirfft sich daß Eselin zue boden, will nit weiterß. S. Geroldt erkennet, daß Ihme diß Orth von Gott verordnet.


4. S. Geroldt fanget an Ihme selbsten in diser rauchen ungeheuren Wildtnuß ein Hüttlin und Wohnung zue erbauwen.


5. Ein wilder Beer gejagt süecht hilff bey S. Geroldt. Er mit einem Stekhen haltet die Hund ab; der Beer dient Ihm in Bawung deß Orthß.


6. Graff Otto von Jagberg, auf bericht deßen, besuecht mit seiner Gemahlin Benedicta S. Geroldt, begabt Ihn mit eim ansehenlichen Stücks Landtß.


7. S. Geroldt erquickt mit Predigen die Seeln und mit speiß undt tranckh den Leib der ankommenden, und macht gesundt die presthafften.


8. S. Geroldt wird von seinen zween Söhnen heimbgesuecht, ermahnet sye zur Verachtung und alligklicher Verlaßung der welt.


9. S. Geroldt mit eim Stücklin wasen seineß Landtß in der Taschen kombt gen Einsidlen, übergibt sich 2. Söhn, Landt und Clösterlin U.L. Frawn für eigen.


10. S. Geroldt stirbt allhier seligklich, und wirdt von seinen zwen Söhnen mit Andacht und Zächeren (Tränen) zue der Erden bestattet.


fotografiert am 5. Juni 2012

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.11.2019
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