Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

1. April

1. † am heutigen Tag gedenkt Rom der heiligen Märtyrer um 300, des Bischofs Venantius und seiner Gefährten aus Dalmatien und Istrien, nämlich Anastasios, Maurus, Paulinianus, Telios, Asterios, Septimius, Antiochinos und Gaianos, die in gemeinsamem Lob die Kirche verehrt.

2. † am Samstag, dem 1. April 304, erlitten in Thessalonich, Saloniki, den Feuertod, die heiligen Jungfrauen und Märtyrinnen Agape, Αγαπη, Liebe, und Chionia, Χιωνια, Schneegleiche, die sich in der diokletianischen Verfolgung weigerten, vom Götzenopferfleisch zu essen, und daraufhin vom Statthalter Ulcetius verurteilt worden sind. Früher wurde die heilige Irene, Ειρηνη, Friedliche, hier mit genannt; es sind drei zuverlässige Protokolle aus den alten Prozessakten in die spätere Passio übernommen worden. In Saloniki gab es früher eine alte ihnen geweiht Basilika.

3. † an einem 1. April im 5. Jahrhundert entschlief im Heiligen Land die heilige Maria Aegyptiaca, Maria von Ägypten, die in Alexandrien eine bekannte Prostituierte gewesen war, sich aber in der Heiligen Stadt Jerusalem, durch die Vermittlung der Allerseligsten Jungfrau Maria, bekehrte und, jenseits des Jordan in der Einsamkeit, ein Leben der Buße geführt hat. Sie war mit ihrer alten Interessen mit einer Karawane, aus Libyen in Richtung Mesopotamien, unterwegs in Jerusalem angekommen und wollte die Basilika vom Heiligen Grab besichtigen, stand aber plötzlich wie angewurzelt und konnte den Schritt über die Schwelle nicht gehen; sie hockte sich unter die Außentreppe nach Kalvaria, wo noch heute, rechts vom Portal, ihr eine kleine Kapelle geweiht ist, und flehte die Muttergottes an um Hilfe. Sobald sie sich der Gnade ihrer Bekehrung geöffnet hatte, konnte sie in die Grabeskirche hineingehen und dort beten und bereuen. Sie zog sich in die Einsamkeit zurück und führte noch 47 Jahre lang ein strenges Büßerleben.

4. † an einem 1. April um 622, entschlief in Leucone, Leuconay bei Amiens, der heilige Priester und Eremit Valericus, Walarich, Saint Valery, der durch sein Vorbild nicht wenige als Gefährten angezogen hat. Er begann als Hirtenjunge, den sein Onkel zum Benediktinerkloster mitnahm und die Mönche bat, ihn zu erziehen, er trat dann in dieses Kloster als Benediktiner in Issoire ein; er entfaltete sein Mönchsleben im Kloster Saint-Germain in Auxerre, machte es fruchtbar in Luxeuil und vollendet es in Leucone. In Luxeuil erlebte er den heiligen Columban (23. November 615/2) und übernahm vorübergehend, nachdem dieser vom König Theoderic verbannt worden war, die Aufgaben des Abtes, bis der heilige Eustasius, Saint Eustace (2. April 629/7) Abt wurde, als die Abtei etwa 600 Mönche zählte. Dieser sandte ihn mit Gefährten zum König Chlothar II., der ihm das Gebiet Leucone, nahe der Mündung der Somme, zur Klostergründung schenkte. Um 613 erbauten die in der Gegend lebenden Eremiten eine Kirche, aus der das Kloster Leucone entstand. Nach seinem Tod wurde daraus die Stadt, Saint-Valéry-sur-Somme genannt.

5. † am Montag, dem 1. April 1129, entschlief in Ardpatrick in Irland, der heilige Bischof Celsus von Armagh, der die Erneuerung der Kirche sehr gefördert hat.

6. † am Freitag, dem 1. April 1132, entschlief in Grenoble, in Burgund, der heilige Bischof Hugo, gebürtig aus Châtauneuf-sur-Isère, Kanoniker in Valence, dem der Legat des Papstes Gregor VII. (25. Mai 1085/2) die Ernennung zum Bischof von Grenoble überbrachte, als in diesem Bistum der sittliche Zustand des Klerus besonders bedauerlich war; nach zwei Jahren zog Hugo sich enttäuscht in die Abtei Chaise-Dieu im Velay zurück; dort lebte er 15 Monate in Frieden. Da erreichte ihn der päpstliche Befehl, auf seinen Bischofsstuhl zurückzukehren. Wieder hat er sich ganz dafür eingesetzt hat, die guten Sitten in Klerus und Volk zu erneuern. In seiner Zeit als Bischof, hat er, der die Einsamkeit glühend liebte, seinem ehemaligen Lehrer von Reims, dem heiligen Bruno von Köln (6. Oktober 1101/1), und dessen Gefährten, das fast unzugängliche Rückzugsgebiet im Tal der Grande-Chartreuse, Kartause geschenkt; deren erster Abt aber er selber, Hugo, gewesen ist, der außerdem fast 50 Jahre lang seine Kirche Grenoble mit Eifer und beispielhafter Liebe regiert hat. Er hat mit eine entscheidende Rolle gespielt auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Vienne, die 1077 den Kaiser Heinrich IV., den Heuchler vor Canossa, verurteilt hat.

7. † am Freitag, dem 1. April 1194, entschlief in der Zisterzienserabtei Bonnevaux in der Dauphiné, der selige Abt Hugo, Hugues, dessen Liebenswürdigkeit und Klugheit die Versöhnung des Papstes Alexander III. mit Kaiser Friedrich I. erreicht hat.

8. † am Samstag, dem 1. April 1245, entschlief in Caithness, in Schottland, der heilige Bischof Gilbert, der die Kathedrale in Dornock erbaut hat und Hospize für die Armen eröffnen ließ; in seiner Sterbestunde hat er das, wonach er selber gelebt hat, den anderen empfohlen, nämlich niemanden zu verletzen, Gottes Geißelstreiche geduldig zu ertragen und niemandem Anlass zum Anstoßnehmen zu geben.

9. † am Mittwoch, dem 1. April 1598, wurde in York, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, der selige Märtyrer John Bretton, 69 J., ein Familienvater, der wegen seiner Treue zur katholischen Kirche, mehrmals verwarnt, schließlich aufgrund von falschen Anschuldigungen verurteilt und hingerichtet worden ist.
Siehe auch 12. Februar, 7/55

10. † am Palmsonntag, dem 1. April 1849, entschlief in seiner Geburtsstadt Brescia, der selige Ludovico Pavoni, 65 J., der 23-jährig zum Priester geweiht wurde. Er wurde Sekretär des Bischofs, widmete sich aber bald ganz der Sorge für verwahrloste Jungen, die er ab 1812 in seinem Oratorio auffing. 1821 gründete er mit einigen Gleichgesinnten das Istituto San Barnaba. 1831 begann er in seinem Haus eine Druckerei mit Verlagsanstalt, vor allem zur Ausbildung seiner Jungen. 1841 folgte die Gründung einer Landbauschule, danach einer Taubstummenschule. Seine Regel, für deren Zustimmung er schon 1825 sich an den damaligen Landesherrn, den österreichischen Kaiser Franz I. bei dessen Besuch in Brescia gewandt hatte, wurde 1843 von Papst Gregor XVI. und 1846 vom Kaiser anerkannt. Der Name der Gemeinschaft war Congregazione di Figli di Maria; so konnte er schließlich mit seinen ersten Mitbrüdern am 8. Dezember 1847 die ewigen Gelübde ablegen. Nach seinem Tod breitete sich seine Gemeinschaft aus. Er wurde seliggesprochen am 14. April 2002.

11. † am Samstag, dem 1. April 1922, entschlief in Funchal auf Madeira, der selige Kaiser und König Karl von Habsburg, 34 J., Kaiser von Österreich und König von Ungarn, geboren auf Schloss Persenbeug in Niederösterreich. Am Samstag, dem 21. Oktober 1911 heiratete er die Fürstin Zita von Borbone-Parma, die ihm acht Kinder schenkte. 1914 wurde er, nach dem Attentat auf den Thronfolger in Sarajevo, de jure der Thronfolger, de facto nach dem Tod des Kaisers Franz-Josef, Ende 1916. Er war der einzige der kriegführenden Parteien, der sich, auf den Appell Papst Benedikt XV. hin, bemühte um einen Waffenstillstand und Friedensschluss. Nach dem für Österreich mit verlorenen Krieg wurde er abgesetzt und musste flüchten, zunächst in die Schweiz, dann wurde er auf die Insel Madeira verbannt. Auf seine ererbten Rechte als Kaiser und König hat er nie verzichtet. Er war sein Leben lang ein tieffrommer Mann, besonders verbunden der heiligen EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. und dem Herzen Jesu. In Elend und Armut verzieh er seinen Feinden und Gegnern. Er starb jung. Am 3. Oktober 2004 wurde er seliggesprochen. Der Papst legte seinen Gedenktag fest, nicht auf den Sterbetag, sondern auf seinen Hochzeitstag, den 21. Oktober.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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