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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hinweise zu Stadlers »Heiligen-Lexikon« Abkürzungen

Heilige: die Quellen

Von den verschiedenen Sammlungen der Acten der Martyrer und anderer Heiligen

17. Bei einer solchen Werthschätzung der Acten der Martyrer und Heiligen Gottes, wie wir sie aus dem Vorhergehenden kennen gelernt haben, kann man wohl annehmen, daß die Gläubigen sich schon frühzeitig alle Mühe gegeben haben werden, eine Sammlung der einzelnen Acten ihres Bezirkes oder ihrer Diöcese zu erhalten. Derlei Sammlungen mögen gleich im Beginne der christlichen Kirche angelegt worden seyn, wurden aber ganz sicher von den einzelnen Kirchen bewerkstelligt, als nach den Verfolgungen die Kirche den Frieden erhielt und die Festtage der Martyrer öffentlich und feierlich begangen werden durften. Bei der Art und Weise, wie das Andenken der hhl. Blutzeugen begangen wurde, war eine solche Sammlung später, als das Christenthum die herrschende Religion zu werden anfing, ein wahres Bedürfniß. Wie daher Dionysius von Alexandria eine kurze Geschichte der in Aegypten unter Decius vorgefallenen Begebenheiten und gegen die Christen verübten Grausamkeiten abfaßte, so mögen dieß vielleicht auch andere Bischöfe von ihren Kirchen und Provinzen gethan haben. Allein dieß war immer nur eine Particular-Geschichte eines oder des andern Landes, oder nur von einer Verfolgung. Man hatte größere, umfassendere Sammlungen der Marter- und Lebensgeschichten der Heiligen Gottes nothwendig, und diese wurden denn auch im Laufe der Zeiten veranstaltet.

18. Indem wir hierauf näher eingehen, reden wir

A. von den griechischen Sammlungen,
dann
B. von den lateinischen,
und unter diesen besonders
C. von dem großen Werke der Bollandisten, Acta Sanctorum, so weit es in der Oeffentlichkeit erschienen ist;
D. von einigen Special-Sammlungen und bedeutenderen Bearbeitungen des Lebens der Heiligen Heiligen Gottes in neuerer Zeit.

A. Griechische Sammlungen.

1) Von Eusebius

19. Bald nach erlangtem Frieden der Kirche erschien eine Sammlung der Martyrer-Acten aus verschiedenen Ländern und aus allen Christen-Verfolgungen. Nämlich Bischof Eusebius von Cäsarea in Palästina nahm nicht nur in seine Kirchengeschichte mehrere Martyrergeschichten auf, sondern verfaßte auch zwei Werke über die Martyrer selbst. Dieser Eusebius (mit dem Beinamen Pamphili, wie er sich zu Ehre seines Lehrers Pamphilus nannte, oder wie Andere es deuten, pilos pampiloy) wurde unter der Regierung des Kaisers Gallienus zwischen 260-268 n. Chr. geboren. Weder der Ort seiner Geburt, noch seine Abkunft, noch sein Vaterland sind uns bekannt; es ist jedoch höchst wahrscheinlich, daß er in Palästina geboren war. 1 Als seine Lehrer nennt er am Ende des 7. Buches seiner Kirchengeschichte den Bischof Meletius aus Pontus, der zur Zeit der Verfolgung nach Palästina geflohen war, und den Presbyter Pamphilus zu Cäsarea. Er war zuerst Lehrer zu Cäsarea, begab sich aber nach dem Martyrtode des Pamphilus nach Tyrus und Aegypten, und wurde später Bischof von Cäsarea. Um das Jahr 315 nahm Eusebius als Bischof von Cäsarea Theil an der Kirchenweihung zu Tyrus, wo er eine Rede hielt, und verfaßte vermuthlich um diese Zeit seine Kirchengeschichte, sowie seine Demonstratio evangelica. Leider verfiel er in die Ketzerei des Arius, der alle seine gelehrten Freunde in Palästina, Syrien und Kleinasien angehörten, und starb gegen das Jahr 399, nach Andern, wie Gams 2, im Jahre 338.

20. Da er bei Hof wohl gelitten und durch Gelehrsamkeit in allen Zweigen der Theologie ausgezeichnet war, standen ihm nicht nur alle Bibliotheken in den Städten, sondern auch die Archive in den Kirchen und kaiserlichen Palästen offen. Daher war es ihm möglich, eine größere Sammlung von Martyrer-Acten zu verfassen. Das erste seiner Werke dieser Art enthält eine Uebersicht der Ereignisse in Palästina, von welchen er selbst größtentheils Augenzeuge war, oder über welche er doch von zuverlässigen Männern genaue Kunde erhalten hatte. Dieses Werk führt den Titel: »De Martyribus Palaestinae,« und es ist ungewiß, ob es von Eusebius selbst, oder von einem Andern, etwa vom hl. Hieronymus, seiner Kirchengeschichte einverleibt worden sei. In einigen Ausgaben dieser Kirchengeschichte vermißt man es ganz, und es kann vielleicht als Beweis gelten, daß es ein besonderes für sich bestehendes Werk gewesen. Einige Editoren reihen die zwölf Kapitel, aus welchen dieses Werk besteht, nach dem eilften Kapitel des 8. Buches ein, und hier ist es allerdings an seinem Platze, weil Eusebius in diesen eilf Kapiteln von der Verfolgung unter Diokletian handelt; allein Andere, wie du Valois, trennen es in ihren Ausgaben von der Kirchengeschichte und geben es abgesondert von dieser heraus.

21. Das zweite Werk des Eusebius führt den Titel: »Synagoge Martyrum«. 3 Dieses Werk, welches die ächten Leidensgeschichten vieler u. zwar der vorzüglichsten Martyrer enthalten zu haben scheint, ist leider nicht mehr auf uns gekommen. 4 Doch sollen nach der Ansicht einiger Gelehrten manche Stücke aus diesem kostbaren Werke in dem »Leben der alten Väter«, das den Namen des hl. Hieronymus führt, enthalten seyn, und nach Anderen soll auch Simeon Metaphrastes aus ihm geschöpft haben. Der Bollandist Papebroch glaubt, die Acten des hl. Justinus und seiner Gefährten (Tom. I. Junii, Boll. pag. 20), wie auch die Martyrergeschichte der zehn Martyrer in Aegypten (ibid. pag. 420) seien Bruchstücke aus diesem größeren Werke des Eusebius. Deßgleichen vermuthet Ufferus, die aus dem Griechischen in's Lateinische übertragenen Acten des hl. Lucian bei Surius und Bollandus (am 7. Januar) seien ebenfalls von Metaphrastes aus diesem Werke gezogen worden. Wie dem auch sei, das Werk selbst, das nach dem Zeugnisse des Verfassers der »Acten des hl. Silvester« aus eilf Büchern bestanden haben soll, ist schon längst verschwunden, und mögen allerdings sich da und dort Bruchstücke davon finden. Schon im 6. Jahrhundert ist diese Sammlung des Eusebius zu Rom unbekannt gewesen; denn als der Patriarch Eulogius von Alexandria dieselben von Papst Gregor I. begehrte, antwortete dieser: Ago gratias, quia sanctissimae vestrae doctrinae scriptis eruditus, coepi scire, quod nesciebam. Praeter illa enim, quae in ejusdem Eusebii libris de gestis sanctorum Martyrum continentur, nulla in Archivio hujus nostrae Ecclesiae, vel in Romanae Urbis Bibliothecis esse cognovi, nisi pauca quaedam in unius codicis volumine collecta. Oder soll das Letztere doch auf einige Stücke aus diesem Werke schließen lassen? 5

22. Gleiches Schicksal wie das genannte, größere Werk des Eusebius über die Martyrer theilt ein anderes, dessen der hl. Theodor Studita Erwähnung thut. Er schreibt, nämlich in seinem zweiten Briefe an Plato (lib. I. ed. Sirmondi, pag. 181) von einem aus zwölf Bänden bestehenden Werke der Martyrer-Acten, dessen Verfasser er aber nicht nennt. In multa Martyria incidi, lauten seine Worte, duodecim voluminibus descripta, ita ut cor obstupesceret, nec me aliquid pro Christo passum dicere auderem. Aller Wahrscheinlichkeit nach fand Theodorus dieses Werk zu Constantinopel, wo er Vorsteher im Kloster Stirdium war; ob aber dasselbe die vollständige Sammlung des Eusebius gewesen, darüber kann auch nicht einmal vermuthungsweise geredet werden; wahrscheinlich jedoch dürfte es seyn, daß es dem Simeon Metaphrastes zur Quelle diente, woraus er sein Werk de Actis Sanctorum zusammengetragen hat.

2) Von Simeon Metaphrastes

23. Dieser Simeon Metaphrastes wird als der Zweite unter den Griechen genannt, welcher sich um die Sammlung der Acten verdient gemacht hat. Er hatte diesen Beinamen Metaprastns (d.i. Umschreiber, Uebersetzer etc.) von seinem Amte als Geheimschreiber oder Secretär, und wird gewöhnlich auch Logothetes (d.i. Kanzler) genannt, 6 dessen Amt eines der höchsten am kaiserlichen Hofe zu Constantinopel war. Nach dem Leben der hl. Theoctista von Lesbos (10. Nov.), welches nach Leo Allatius von ihm herrührt, wurde er von Kaiser Leo VI. (886-911) dem kaiserl. Gesandten auf der Insel Kreta, welche damals die Araber (Saracenen) inne hatten, beigegeben, und mochte nach Bollandus ein Jüngling von 20 Jahren gewesen seyn, als er seine diplomatische Laufbahn antrat. Unter Leo's Sohn und Nachfolger, dem Constantinus Porphyrogenitus (912-959), verfaßte er nicht nur das oben erwähnte Leben der hl. Theoctista, sondern gab auch die Sammlung der Acten der Heiligen heraus; denn in jenem Leben nennt er den Kaiser Leo VI. makaritnn, d. h. »sel. Andenkens«, auf welche Weise wir von den Verstorbenen zu reden pflegen. Wenn wir dem jüngern Psellus (der Constantin hieß und von Einigen auch, wie der ältere, Michael genannt wird, der auch auf Simeon Metaphrastes eine Lobrede hielt und im Jahre 1057 blühte) folgen dürfen, stammte Simeon Metaphrastes von vornehmer Familie ab, besaß große Reichthümer und war so sehr durch Gelehrsamkeit berühmt, daß er vom Kaiser in hohen Ehren gehalten wurde und zu den höchsten Aemtern und Würden gelangte, denen er nach dem genannten Psellus mit ausgezeichneter Treue, Rechtschaffenheit, Dienstbefliessenheit und Bescheidenheit vorstand. Interessant ist, was derselbe Schriftsteller von dem sagt, wie Simeon Metaphrastes zur Bearbeitung und Sammlung der Leben der Heiligen Gottes kam und was er von diesem Werke überhaupt berichtet: er habe nämlich gesehen, wie manche Lebensgeschichten der Heiligen so ungeschickt verfaßt seien, daß sie Niemand lesen wollte, und da Andere Besseres theils nicht vorbringen wollten, theils nicht konnten, so habe er mit jugendlichem Muthe sich an's Werk gemacht etc. 7 Uebrigens erfreute er sich bei Uebernahme und Ausführung dieses großen Werkes aller möglichen Hilfe und Unterstützung. Nicht nur der Kaiser ermunterte ihn dazu (Leo VI. sowohl, unter dem er sich nur mit dem Plane getragen haben mochte, als dessen Sohn Constantin), sondern es stand ihm auch ein herrlicher Apparat von Büchern, sowie eine Menge Geschwind- und Abschreiber zu Gebot; nur Eines scheint ihm der vielen ihm obliegenden Staatsgeschäfte wegen gemangelt zu haben, nämlich die Möglichkeit, das Gesammelte und Dictirte auch durchzusehen etc. Von seinem Tode, der noch zur Regierungszeit des Constantin Porphyrogenitus erfolgt zu seyn scheint (und zwar nach Bollandus im I. 957 oder höchstens 960), schreibt Psellus, er sei zu Gott aufgestiegen und in die Chöre derjenigen aufgenommen worden, deren Sitten und Leben er hier beschrieben habe; denn noch am Ende habe er gezeigt, welches Leben er geführt habe. »Non enim«, heißt es weiter, »eum veluti abscissum aut divisum fuisse dicunt ii, qui viderunt; sed videbatur veluti a quodam vinculo liberari et hilari nutu se extendere ad ducentes Angelos et quodammodo seipsum tradere illorum manibus, ut cito emigraret e corpore.« 8

24. Was sein Werk selbst betrifft, so läßt sich darüber nur sagen, daß er aus frühern Quellen geschöpft zu haben scheint, wenigstens beweist der ungleiche Styl, daß er es vielleicht größtentheils aus anderen Werken, die ihm zur Verfügung standen, zusammengetragen habe. Daß er, wie Autbertus Miracus meint, die vorhandenen »Acta« und, »Vitas« nur nach den Monatstagen geordnet habe, läßt sich aus dem Ganzen nicht absehen, wohl aber, daß er die älteren Lebensbeschreibungen, die er in elegantem Style abgefaßt vorfand, umschrieb (transscripsit, woher vielleicht auch der Name Metaphrast) entweder mit Beibehaltung der ursprünglichen Ausdrücke, oder mit geringen Einschiebseln oder Interpolationen. Letzteres kann man deutlich aus dem Leben des hl.Simeon des Styliten (5. Jan.) ersehen, dessen größern Theil er aus dem Philotheus des Theodoret entnahm, dem er aber zur Anregung der Aufmerksamkeit der Leser und zur schönern Verbindung der Perioden Einiges beifügte. Indeß sind doch etliche Lebensbeschreibungen (Vitae) von ihm entweder neu verfaßt und zusammengestellt, wie wir bereits oben ein Beispiel angeführt haben, oder ganz umgearbeitet worden. Einige sind der Meinung, Metaphrastes habe nur die Lebensbeschreibungen der Heiligen in der Orientalischen Kirche gesammelt, und diese allein werden in den Kirchen der Griechen gelesen; allein beides ist nach unserm Gewährsmanne Bollandus falsch, indem in seiner Sammlung Heilige ohne Unterschied der Länder vorkommen, wobei allerdings bemerkt werden muß, daß die Heiligen der griechischen Kirche besonders bedacht worden sind. Was aber ihren Gebrauch in der griechischen Kirche anbelangt, so ist aus den Menäen ersichtlich, daß nur ein geringer Theil der von ihm mitgetheilten Leben in denselben berücksichtigt worden ist.

25. Cardinal Bellarmin fällt von dem Metaphrasten und seinen Leistungen für die Sammlung der Acta Sanctorum gar kein besonders günstiges Urtheil. Er macht ihm zum Vorwurfe, daß er den Lebensgeschichten der Heiligen Vieles aus sich beigefügt, und die Dinge erzähle, nicht wie sie wirklich geschehen seien, sondern wie sie hätten geschehen können. Auch tadelt er an ihm die willkürliche Aufnahme so vieler Gespräche und Wunder bei den Gerichtshandlungen, denen man es ansähe, daß sie in Wirklichkeit nicht stattgefunden haben können etc. 9 Der Umstand jedoch, daß seine übrigen hinterlassenen Schriften in ihm einen Mann von gediegenen und umfassenden Kenntnissen verrathen, lassen dieses Urtheil als zu strenge um so mehr erscheinen, als sein Werk im Laufe der Zeiten sicher manche Zusätze erhalten hat, die ihm selbst nicht zur Last fallen können. Es enthält dasselbe mehr als hundert Martyrer- Acten und Lebensbeschreibungen der Heiligen, von denen aber Leo Allatius nur etwa 122 dem Metaphrastes zueignet; die andern (559 an der Zahl) sollen später von verschiedenen Verfassern beigefügt worden seyn. Es fehlt daher keineswegs an Autoren, welche den Metaphrasten, aus dem auch die Kirche viele ihrer zweiten Nocturnen im römischen Brevier aufnahm, als einen zuverlässigen Schriftsteller hochschätzen, dessen Fleiß wir noch manches Actenstück zu verdanken haben, und unter diesen stehen die gediegensten Alterthumsforscher oben an, nämlich Leo Allatius, Bollandus und Papebroch. 10 Der gelehrte Bollandist Papebroch bemerkt (Boll. Tom. I. Maji, in Ephem. Graeco-Mosch. p. XI.), beinahe alle Heiligenleben des Metaphrastes gehörten zu den Monaten September (damals Anfang des griechischen Neujahrs), October, November, December, wenige zum Januar, nur ein Paar zum Februar und März. Von den andern Monaten hat man aber doch auch einige Vitae; allein der ganze Heiligen-Jahrescursus der griechischen Kirche rührt nicht von Metaphrastes her. Aus dem Morgenlande kamen die metaphrasiischen Legenden in das Abendland und fanden in den Sammlungen des Bischofs Lipoman, des Surius, der Bollandisten (die ihn indeß nur mit Vorsicht gebrauchten) und Anderer Aufnahme. Endlich sei noch bemerkt, daß Molanus (Joh. Vermeulen, Prof. in Löwen, † 1585) im 16. Jahrh. das Werk des Metaphrastes aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt herausgab.

B. Lateinische Sammlungen.

1) Sammlungen vom 6. - 12. Jahrhundert.

26. Auch im Abendlande fehlte es nicht an Solchen, welche sich die Sammlung der Acten und Leben der Heiligen zur Aufgabe machten, wiewohl vor Lipomanus und Surius kein Werk existirte, das den Namen einer Sammlung der Martyrer-Acten verdiente. Im 6. Jahrhundert schrieb Gregor von Tours zwei Bücher »De gloria Martyrum«; allein sie enthalten nur wenige Martyrergeschichten. Im 7. Jahrhundert soll der hl. Bischof Ceraunius von Paris eine Sammlung angefangen haben, wovon Warnaharius (Warner) in einem Briefe an Bollandus Erwähnung macht. Früher verfaßte der hl. Hieronymus einige Lebensbeschreibungen der hhl. Väter und brachte solche, die er vorfand, in eine Sammlung, wie dieß Bollandus im Leben des hl. Antonius (17. Jan.) auseinander setzt; weil jedoch diese Sammlung später viele Zusätze erhielt, kann sie hier umgangen werden. Der unbekannte Verfasser der Lebensgeschichte des hl. Severin und Victorin (8. Jan.) veranstaltete, wie er selbst sagt, gleichfalls eine solche Sammlung. Er sagt nämlich dortselbst, er sei bisher dem hl. Hieronymus gefolgt, nun aber wolle er selbstständig erzählen, was er bei Andern über die Tugenden der Heiligen vorgefunden. 11 Im 9. Jahrhundert übersetzte der Bibliothekar Anastasius einige griechische Martyrer-Acten in's Lateinische, und zu gleicher Zeit sammelte der römische Diakon Johannes solche Acten und Lebensgeschichten, wie sich aus einem Schreiben des Bischofs Gaudericus von Velletri (Veliternum) an Papst Johannes VIII. schließen läßt. Hieher kann man auch den Flodoard, einen Kanoniker von Rheims, zählen, der um die nämliche Zeit ein Werk in Versen schrieb unter dem Titel: De triumphis italicis Martyrum et Confessorum, das aus fünfzehn Büchern bestand, von denen jedoch nur zwölf Bücher auf uns gekommen sind (Mabillon, Annal. Ord. S. Bened. Saec. III. Part. 2.). Besonders waren es die Mönche, welche derlei Werke verfaßten, theils zum öffentlichen Gebrauche, theils auch zur Beförderung der Privaterbauung in ihren Klöstern. So nennt Wicelius in der Vorrede zu seinem Hagiologium zwei Mönche von Fulda, quorum alter Ruggerus, wie er sagt, pietate et doctrina praestantissimus, sex ingentia volumina composuerit circa annum 1156. Ante Ruggerum, setzt Wicelius bei, hunc diligentissimum scriptorem, sudarat in eodem lucubrandi studio Aruodulphus coenobita facundissimus. Beide jedoch scheinen nur frühere Werke dieser Art vermehrt herausgegeben zu haben. Dieß, sowie eine Sammlung, die Notker Balbulus gehabt hat, und welche die Geschichte der Apostel Petrus und Paulus, Andreas und Jakobus (des Bruders des hl. Johannes), sowie auch des Jakobus, des sogenannten Bruders des Herrn, enthielt, beweisen, daß es schon im 10. und 11. Jahrhundert eine Sammlung von Martyrer-Acten in Deutschland gegeben habe.

2) Sammlungen vom 13. - 15. Jahrhundert.

27. Im 13. Jahrhundert begegnen wir abermals zwei Schriftstellern, welche Geschichten der Heiligen herausgegeben haben. Es ist dieß Vincenz von Beauvais aus dem Dominicanerorden und Jakobus de Voragine, Bischof von Genua, der Verfasser dersogenannten »goldenen Legende«. Der erste schrieb unter Anderm einen Geschichtsspiegel (Speculum historiale) von Erschaffung der Welt bis auf seine Zeit (nämlich bis zum Jahre 1144), welchem Werke er das Meiste aus den Acten der Heiligen einverleibte. Er hat den Beinamen von Beauvais (Bellovacensis) - nicht weil er daselbst, wie Einige meinen, das Licht der Welt erblickte, sondern weil er sich dort die längste Zeit aufgehalten hat. Die »goldene Legende«, oder wie sie auch heißt, die »lombardische Geschichte« des Jakob von Viraggio (Lat. Voraginis, eine kleine Stadt an der ligurischen Küste, unweit Genua), gleichfalls aus dem Orden des hl. Dominicus, war wohl am längsten in Aller Händen und überaus hochgeschätzt. In der Stadt Viraggio um das Jahr 1230 geboren, trat er 1244 zu Genua in den Dominicanerorden und wurde 1267 nicht so fast wegen seiner Gelehrsamkeit, als vielmehr wegen seines musterhaften Charakters Provincial dieses Ordens in der Lombardei. Wie er ein beliebter Prediger war, so wurden auch seine Vorlesungen in verschiedenen Klöstern und Schulen gerne gehört. Besonderes Verdienst erwarb er sich durch die Beilegung der Streitigkeit zwischen Genua und dem hl. Stuhle, und in Anerkennung dessen wurde er im Jahre 1292 zum Erzbischof von Genua erwählt. Solange er auf diesem Stuhle saß (er starb 1298), war er ein Vater der Armen und Hilfsbedürftigen. Um den Krieg zu hintertreiben, zu dem sich die Venetianer und Genueser 1295 rüsteten, ließ ihn Bonifaz VIII. nach Rom kommen, um mit ihm die Friedensverhandlungen zu leiten, die auch guten Erfolg hatten; daß aber der genannte Papst mit ihm am Ende zerfiel, überhaupt ihm einmal am Aschermittwoch die gesegnete Asche, statt unter den gewöhnlichen Worten auf's Haupt zu streuen, in's Gesicht geworfen habe mit den Worten: »Gedenke, o Mensch, daß du ein Gibelline bist und mit deinen Gibellinen in das Nichts zurückkehren wirst«, 12 ist unrichtig, und ist dieß vielleicht seinem Nachfolger, dem Erzbischof Spinola, der mit Bonifaz VIII. nicht gut stand, begegnet. Von diesem Jakob de Voragine nun stammt die goldene Legende (Legenda aurea) her, so genannt wegen des Ruhmes, den sie lange Zeit genoß. Sie wird auch, wie bemerkt, historia lombardica genannt, deßhalb, weil sie am Ende eine kurze Geschichte der Lombardei gibt. Diese Legende, von welcher über 100 Ausgaben und Uebersetzungen in allen Sprachen vorhanden sind, umfaßt 177 Abschnitte, deren jeder einen Heiligen oder ein Fest behandelt, nach der Reihenfolge des Kalenderjahres, und hielt sich ihr Verfasser dabei theils an kirchenhistorische Werke, wie die historia tripartita, theils an den Sagenkreis, wie er sich im Volksglauben rücksichtlich der Heiligen gebildet, sodaß Vieles darin vorkommt, was vor der gefunden Kritik nicht besteht. Eben des letztern Umstandes halber geben manche Kritiker, wie Melchior Canus, kein günstiges Urtheil von ihm ab, und sagt Joh. Ludwig Vives einfach, diese Legende sei geschrieben worden von einem Menschen eisernen Mundes, bleiernen Herzens und eines wenig klugen und ernstgemessenen Gemüthes. 13 Weil diese Legende sehr viele Lebensbeschreibungen der ausgezeichnetsten Heiligen, besonders aber die unter ihnen enthielt, welche im römischen Kalender vorkommen, wurde sie, wie schon bemerkt, fleißig abgeschrieben und verbreitet, wie auch häufig aufgelegt. In der Folge wurde sie mit Zusätzen vermehrt und erweitert, wobei leider auch viele ungeeignete und geschmacklose Namenserklärungen vorkommen, die häufig dieses sonst treffliche Werk in unverdienten Mißcredit brachten. 14 Im Jahre 1519 gab Claudius Rota, aus demselben Orden und Professor der Theologie, diese goldene Legende heraus. 15 Jetzt ist sie nicht mehr im Gebrauch, und mag nur hie und da noch in den Bibliotheken gefunden werden als eine Speise der Würmer.

28. Gleich im Beginne des 14. Jahrhunderts begegnen wir abermals einem hagiologischen Schriftsteller, nämlich Petrus Calo von Chioggia (Claudia, Clodia, Fossa Claudia), einer Stadt auf der gleichnamigen Insel bei Venedig. Zwar schreibt Volaterranus, dieser Petrus Calo habe nur eine Geschichte jener Heiligen verfaßt, welche von Jakobus von Voragine übergangen wurden; allein derselbe sammelte nicht blos die Lebensgeschichten der von diesem übergangenen Heiligen, sondern verfaßte vielmehr ein neues Werk, dem eine andere Methode zu Grunde lag und das einen größern Umfang hatte, wie dieß Petrus a Natalibus in seinem Prologe zum Kataloge der Heiligen bezeugt. 16 Nach Albertus Leander, einem Schriftsteller aus demselben Orden, lebte Petrus Calo im Jahre 1300, und wird seine Sammlung vom Leben der Heiligen, die zwei Bände umfaßte, in der Bibliothek des Dominicanerklosters zu Bologna aufbewahrt. - Um dieselbe Zeit lebte Bernardus Guido aus dem nämlichen Orden, der im Jahre 1324 auf den bischöflichen Stuhl von Lodeve im narbonnensischen Gallien erhoben wurde und i. J. 1331 starb. Ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit und Tugend, arbeitete er mit allem Eifer an der Ausrottung der Ketzerei der Albigenser und schrieb mehrere Werke, die in der Ordensbibliothek zu Toulouse aufbewahrt wurden. Unter diesen waren nun einige Bände Lebensgeschichten der Heiligen, die er aus älteren Acten gesammelt hat. Diese Acten jedoch theilte er nicht unverändert mit, sondern kürzte in ihnen Manches ab, und ließ all dasjenige weg, was ihm nicht gefiel. Noch zu Zeiten des Bollandus waren hie und da Exemplare dieses Werkes zu finden, und wurden demselben durch Freundes-Hand einige Leben daraus abschriftlich mitgetheilt.

29. Im 15. Jahrhundert erwarb sich Petrus de Natalibus, Bischof von Aquila (Equilinus) im Venetianischen, durch die Herausgabe eines höchst umfangreichen Heiligenkatalogs, in welchem er von jedem Heiligen einen kurzen Auszug oder Inbegriff seines Lebens gab, viele Verdienste. Er schreibt in der Vorrede zu diesem großen Kataloge, der im J. 1493 zu Vicenza herauskam und später öfter aufgelegt wurde, er habe aus mehreren Codices und anderen Büchern (wie den Passionarien), die er nur immer finden konnte, die Namen aller möglichen Heiligen gesammelt und die Leben derselben, ihre Leiden und Schicksale kurz angegeben. 17 Wicelius gibt ein günstiges Urtheil über dieses Werk, das sich durch seine Kürze auszeichne und in hohem Ansehen gestanden sei. Andere ziehen es der goldenen Legende von Jakobus de Voragine weit vor; Bollandus stimmt letzterer Meinung nur in Bezug auf die Zahl der Heiligen, die darin aufgeführt werden, bei, im Uebrigen aber vermißt er die gehörige Sichtung des Stoffes und hält dafür, es sei Manches darin cum grano salis zu lesen. Gleichzeitig mit Petrus de Natalibus gaben Johann Gilemann und Antonius Gentius, letzterer Prior des Klosters Roththal (Rubea-valle) bei Brüssel in Brabant, ersterer Subprior daselbst, Sammlungen von Leben der Heiligen heraus. 18 Gilemann starb im Jahre 1487, und Gentius 1543.

3) Im 16. Jahrhundert

30. Zu keiner Zeit aber geschah so viel für die Sammlung der Acten der Martyrer und Heiligen Gottes überhaupt, als im 16. und 17. Jahrhundert. Nur die vorzüglichsten Sammlungen sollen hier angemerkt werden. Boninus Mombritius aus Mailand gab zwei starke Bände heraus, in welchen er die in verschiedenen ihm zu Gebote stehenden Codices enthaltenen Acten der Heiligen zusammenfaßte und letztere so treu wiedergab, daß er sogar ihre Fehler unverbessert abdruckte. Letzterer Umstand macht zwar die Benützung dieses Werkes etwas unangenehm, allein dabei ist zu erwägen, daß hier die Acten in ihrer Unversehrtheit mitgetheilt werden. Das Ganze hat den Titel »Sanctuarium« und ist dem Ritter Cicho Simoneta, Secretär des Herzogs von Mailand, gewidmet. 19 An ihn reiht sich Jakobus Faber Stapulensis, der eine größere Sammlung von Martyrer-Acten unter dem Titel: Martyrum agones antiquis ex monumentis genuine descripti, veranstalten wollte, der aber nur einen Band, welcher den Monat Januar umfaßt, im Jahre 1525 herausgab. - Im Jahre 1541 gab ein gewisser Georg Wicelius, den wir schon öfter angeführt haben, mehrere Werke heraus, in denen er die Irrthümer der Neuerer aufdeckte und die gedrückten Gemüther der Katholiken aufrichtete, und unter diesen das hagiologische Werk, welches den Titel führt: Hagiologium, seu de Sanctis Ecclesiae, historiae Divorum toto terrarum orbe celeberrimorum, e sacris Scriptoribus summa fide ac studio congestae, ac juvando pariter ac ornando Christianismo, in Presbyterorum pie doctorum manus missae. Dieses Hagiologium ist dem Cardinalerzbischof und Churfürsten von Mainz, Albert von Brandenburg, gewidmet; doch klagt er, daß ihm zur Ausführung desselben die nöthigen Bücher und Hilfsmittel gemangelt haben. 20

31. Größern Werth als die bisherigen hat die Sammlung, welche von Aloys Lipomanus, zuerst Bischof von Modon, dann von Verona und hernach von Bergamo, veranstaltet wurde. Derselbe wurde zu Venedig im Jahre 1500 aus einer vornehmen Familie geboren, besaß tüchtige Sprachkenntnisse, war sehr bewandert in der Geschichte, und wurde wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften zu den wichtigsten Geschäften verwendet. Als das Concil von Trient nach Bologna verlegt wurde, erhielt er den Auftrag, nach Rom zu reisen und diesen Schritt vor dem Papste zu rechtfertigen; bei der Unterbrechung desselben aber ging er als Nuntius nach Deutschland, wo er zwei Jahre verweilte. In den Jahren 1550-55 war er besonders in Polen thätig und machte sich hier durch seinen Eifer für die Erhaltung und Ausbreitung der wahren Religion bei den Protestanten so verhaßt, daß sie ihm mehrmal nach dem Leben trachteten. Er starb den 15. August 1559. Unter seinen zahlreichen Schriften befindet sich auch ein Werk, Vitae Sanctorum betitelt. Was er in dieser Beziehung nur immer an Lebensbeschreibungen erhalten konnte, nahm er in seine Sammlung auf, ließ zu diesem Zwecke durch den nachmaligen Cardinal Wilhelm Sirlet, ferners durch den Canonicus Gentian Hervet von Rheims und andere gelehrte Männer aus dem Metaphrastes mehrere Acten und Lebensbeschreibungen der Heiligen in's Lateinische übersetzen, und fügte seine Scholien an. Der erste Band erschien im Jahre 1551 in vier Büchern, welche 163 Leben der Heiligen enthalten; der zweite im Jahre 1553 mit 225 Vitae; der dritte im Jahre 1554 in drei Theilen, wovon der erste verschiedene Lebensbeschreibungen, der zweite die Historia Lausiaca von Palladius, worin viele Heilige abgehandelt werden, der dritte das Werk Gregors von Tours De miraculis Martyrum in sich begreift. Der vierte Band erschien ebenfalls im Jahre 1554 und umfaßt 270 Lebensgeschichten; der fünfte im Jahre 1556 mit den Leben der Heiligen in den Monaten November, December, Januar und Februar, aus Metaphrastes von Gentian Hervet in's Lateinische übersetzt; der sechste im Jahre 1558, mit den Leben der Heiligen in den Monaten Mai bis October einschlüssig, von demselben Autor und Uebersetzer; der siebente Band erschien ebenfalls im J. 1558 in drei Theilen, von denen der erste die Leben der Heiligen aus Metaphrastes in den Monaten März und April, von Petrus Franciscus Zino aus Verona übersetzt, in sich begreift, der zweite einige andere Leben aus Manuscripten der Crypta-Ferrata, durch Sirlet übersetzt, und der dritte das Pratum spirituale von Johannes Moschus. Den achten Band, den er als Bischof von Bergamo verfaßte und der in vier Theile getheilt ist, gab nach seinem Tode sein Neffe Hieron. Lipomanus im J. 1560 heraus. (Von Einigen wird er Lippoman geschrieben.)

32. Doch weitaus die meiste Berühmtheit erlangte in diesem Jahrhunderte das Werk des Carthäusers Laurentius Surius in 7 Foliobänden. Surius wurde im J. 1522 zu Lübeck von sehr angesehenen katholischen Eltern geboren, wodurch die noch in neuester Zeit wiederholte Angabe, er sei ein abgefallener Lutheraner gewesen, sich als irrig darstellt. Nach Einigen soll er eine Zeitlang Soldat gewesen seyn, was aber aller Begründung entbehrt. Nachdem er zu Frankfurt an der Oder die Humaniora absolvirt hatte, widmete er sich am Montaner Gymnasium zu Köln der Philosophie, wo er im Jahre 1539 Baccalaureus wurde und den berühmten Petrus Canisius zum Mitschüler hatte. Auf Zureden des Letztern vermied er den Umgang mit den Kölner Protestanten und trat den 23. Febr. 1540 daselbst in den Carthäuserorden, in dem er ein so strenges Leben führte, daß sich Papst Pius V. veranlaßt sah, seinen Prior zu beauftragen, für die durch Fasten, Nachtwachen und ununterbrochene Studien geschwächte Gesundheit des Surius alle mögliche Sorgfalt zu tragen. Im Jahre 1547 berief ihn der Prior der Mainzer Carthause zu sich; doch kehrte er bald wieder nach Köln zurück, wo er sein ganzes übriges Leben verblieb und mit wissenschaftlichen Arbeiten sich befaßte. Zur Förderung des christlichen Lebens unter seinen Zeitgenossen gab er mehrere Schriften der ausgezeichnetsten Asceten - wie des Tauler, Heinrich Suso, Gropper, Eisenring und Anderer - heraus, bekämpfte mit vielem Geschick den Protestantismus, edirte Kirchenväter und veranstaltete eine Conciliensammlung; besonders aber erwarb er sich hohe Verdienste durch seine berühmt gewordene Sammlung der Leben der Heiligen, die nach der uns vorliegen Editio von Mosander vom Jahre 1581 den Titel führt: »De probatis Sanctorum historiis, partim ex tomis Aloysii Lipomani, doctissimi Episcopi, partim etiam ex egregiis manuscriptis codicibus, quarum permultae antehac nunquam in lucem prodiere, optima fide collectis per F. Laurentium Surium, Carthusianum domus Coloniensis.«

33. Aus diesem Titel ist schon von selbst ersichtlich, was das bezeichnete Werk Eigenthümliches besitzt und wodurch es sich von andern unterscheidet. Surius nahm die von Bischof Al. Lipomanus veröffentlichten Vitae Sanctorum in sein Werk auf, theilte sie aber nach Monatstagen ab, ließ das ihm darin unpassend Scheinende hinweg, setzte überdieß aus verschiedenen Codices, die ihm theils von dem Rechtsgelehrten Gervinus Calenius (seinem Verleger, wie es scheint) gesammelt, theils von frommen, der guten Sache dienen wollenden, gelehrten Männern zugeschickt worden waren, ganz neue, bisher noch nicht edirte Lebensbeschreibungen hinzu, und übergab so das Werk sechs Foliobände stark 1570 und den folgenden fünf Jahren der Oeffentlichkeit. Ueber die Tendenz sowohl, die ihn dabei leitete, als über die Weise seines Verfahrens läßt er sich in der Vorrede dahin vernehmen, daß er sagt, er habe vorzüglich darnach getrachtet, nichts in sein Werk aufzunehmen, was unstichhaltig oder erdichtet erscheinen könnte. Dieß sei auch der Grund, warum er gar viele Lebensbeschreibungen ganz übergangen habe, zwar nicht deßhalb, weil sie ihrer Natur nach keine Beachtung verdienen, sondern einzig, um den Irrgläubigen keinen Anlaß zu geben, seine Arbeit zu verdächtigen und die Kirche Gottes zu bespötteln. Dabei habe er vorzüglich die Lebensbeschreibungen unbekannter Verfasser in einem elegantern Style gegeben, und an den Leben bekannter Autoren manchmal etwas gefeilt, um die Lectüre derselben angenehmer zu machen. 21 Hienach werden die Vitae Sanctorum nicht in unveränderter Form mitgetheilt, sondern theils verkürzt, theils erweitert, großentheils aber mit verändertem Styl, was Alles dazu beiträgt, daß die Surische Sammlung nicht wenig an Werth und Bedeutung verliert, wozu noch kommt, daß manche Stücke darin unächten Quellen entnommen sind. 22

34. Das hagiologische Werk des Surius fand jedoch nicht nur den Beifall der Päpste Pius V. und Gregors XIII., sondern hatte auch einen so reißenden Abgang, daß schon nach ein paar Jahren die ganze Auflage vergriffen war und sich der Verfasser genöthigt sah, an eine neue Bearbeitung zu denken. Er war eben mit der Durchsicht und Verbesserung beinahe bis zum Ende des Monats Juni, sonach bis zur Hälfte gekommen, als er von einer schmerzlichen Krankheit (Magenverhärtung) ergriffen wurde, die sich in Folge übler ärzlicher Behandlung immer verschlimmerte, bis er am 23. Mai 1578 in seinem 56. Jahre in's bessere Leben einging. Die Herausgabe der zweiten Auflage besorgte nun Jakob Mosander, gleichfalls Carthäuser zu Köln, vermehrte die übrigen drei noch der Durchsicht bedürftigen Theile, und fügte einen siebenten Band, zu dessen Herausgabe bereits Surius ein großes Material aufgehäuft und zu dem er selbst manche schätzenswerthe Beiträge gesammelt hatte, als Supplementband hinzu mit dem Martyrologium von Ado. Als auch diese zweite Ausgabe bald vergriffen war und starke Nachfrage nach dem Werke geschah, wurde von Einigen, die unbekannt bleiben wollten, eine dritte Auflage besorgt, die im Jahre 1618 in zwölf Bänden bei Joh. Krepsius und Herrmann Milius in Köln erschien. Bei all dem blieb das Werk des Surius immer noch sehr mangelhaft, und wenn es auch für lange den Bearbeitern des Lebens der Heiligen in allen Ländern und Sprachen als Quellenwerk diente, so sank es doch mit jedem Jahrzehnt bei den Kritikern an Ansehen herab, besonders weil die alten Martyrer-Acten und Lebensgeschichten der Heiligen ihre originelle Eigenschaft verloren und in vielen Stücken eine namhafte Veränderung erfahren hatten, nichts zu melden von dem vielen Unächten, das in ihm enthalten war und eigentlich noch ist. Es that ein Werk Noth, welches mehr oder minder allen Bedürfnissen entsprach und mit der möglichsten Vollständigkeit eine gesunde Kritik und einläßliche Behandlung der einzelnen Acten verband, und ein solches Werk, woran freilich Jahrhunderte lang die ausgezeichnetsten Männer gearbeitet haben, ist

C. Das große Werk der Bollandisten unter dem Titel »Acta Sanctorum«

D. Einige Specialsammlungen und neuere Bearbeitungen des Lebens der Heiligen.

51. Beinahe gleichzeitig mit dem großen Werke des Bollandus erschienen einige Specialsammlungen des Lebens der Heiligen aus verschiedenen Orten und Orden, und zwar von verschiedenen Verfassern, von welchen wir ebenfalls Einiges anführen wollen, da sie in unserm »Heiligen-Lexikon« auch öfter citirt werden. Hieher gehören unter Andern folgende:

1) Gabriel Bucelinus, geboren zu Diessenhofen in Turgau im Jahre 1599, dann Benedictiner im Kloster Weingarten, wo er im Jahre 1691 starb. Er verfaßte unter Anderm die Annales Benedictini, welche im J. 1655 zu Wien und im J. 1656 zu Augsburg herauskamen; dann das Menologium Benedictinum (Feldkirch 1655), in welchem Buche das Leben heiliger Benedictiner nach Monatstagen (daher »Menologium«) kurz beschrieben wird. Im J. 1773 hat Robert Schindler, Mönch und Bibliothekar zu Weingarten, einen zweiten Theil herausgegeben, welcher als Supplement des ersten gilt und als solcher auch in unserem Werke citirt wird. Es ist mit vielem Fleiße bearbeitet, und enthält viele Heilige, Selige und Fromme des Benedictiner-Ordens, die bei Bucelin vermißt werden. Uebrigens ist es gerade so eingerichtet, wie der erste Theil. Dieses Werk wird auch von den Bollandisten öfter benützt.

2) Artur (Artus) du Monstier (Mounstier), ein Mitglied des Franciscanerordens, geboren zu Rouen im Anfange des 17. Jahrhunderts, verfaßte unter andern Werken auch ein Martyrologium Franciscanum (Paris 1653), in welchem vorzüglich Heilige aus dem Franciscaner-Orden aufgeführt werden, sowie ein Gynaeceum, in welchem Legenden heiliger und seliger Frauenspersonen, und zwar nicht blos aus dem Franciscaner-Orden, vorkommen. Die Bollandisten führen beide Werke sehr häufig an, sprechen sich aber nicht zu deren Gunsten aus, vorzüglich deßwegen nicht, weil ihr Verfasser ohne alle Kritik verfuhr und Allen ohne Unterschied den Titel Beatus oder Sanctus gab.

3) Hueber Fortunat, Franciscaner der Provinz Bayern, gab gleichfalls ein Martyrologium und Menologium seines Ordens heraus, von denen uns nur das letztere zu Gebote stand, und welches nebst den von der Kirche anerkannten Ordensheiligen noch alle Frommen und Gottseligen der drei Orden enthält. Das Menologium ist im Jahre 1698 zu München erschienen und hat den Titel: Menologium, seu brevis et compendiosa illuminatio, relucens in splendoribus Sanctorum, Beatorum, Miraculosorum, Incorruptorum, Extáticorum, Beneficorum, et quocumque sanctimoniae vel virtutis fulgore Illustrium, Singularium aut Praecclientium famulorum famularumque Dei, Martyrum, Confessorum, Virginum, Viduarum, Poenitentium; ab initio Minoritici Instituti usque ad moderna tempora; ex triplici ordine, per modum Martyrologii, juxta dies Obitus et Anni Periodos compilatum, vulgatum, et publicae utilitati aedificationique authentice consecratum autore P. Fr. Fort. Hueber etc. Dieses Menologium wird von den Bollandisten häufig citirt und sehr belobt, hauptsächlich deßwegen, weil Hueber sich gewissenhaft der Bezeichnung S. oder B. enthielt, wenn ein Ordensheiliger von der Kirche nicht als heilig oder selig anerkannt war, was, wie schon bemerkt, bei Artur du Monstier nicht der Fall ist, der allen ohne Unterschied den Titel heilig oder selig gab.

4) Tanner Matthias, geboren zu Pilsen in Böhmen im Jahre 1630, wurde Jesuit im J. 1646 und ward, nachdem er längere Zeit als Professor gewirkt hatte, im Jahre 1675 nach Rom als Procurator gesendet. Sein Todesjahr ist uns unbekannt. Er schrieb unter Anderm eine Geschichte der Martyrer aus der Gesellschaft Jesu unter dem Titel: Societas Jesu usque ad sanguinis et vitae profusionem militans (Prag 1675); dann eine Geschichte der Gesellschaft Jesu, sive Vitae et gesta praeclara Patrum Soc. Jesu (Prag 1694).

5) Weißbacher Martin, Vicar bei Unserer Lieben Frau auf der Alp, im Salzburgischen Decanate Saalfeld, gab im Jahre 1737 in drei Foliobänden eine Legende der heil. Petriner heraus, d. h. Lebensbeschreibung der Heiligen etc. aus dem Weltpriesterstande von der ersten Weihe bis zur päpstlichen Würde. Diese höchst interessante und brauchbare Legende, welche besonders für die Weltgeistlichkeit verfaßt wurde, erschien zu Augsburg und Gratz, und ist das erweiterte und verbesserte Werk desselben Verfassers: »Heiliges Petriner-Jahr« vom Jahre 1726. - Wichtiger und bekannter als diese sind:

6) D'Achery und Mabillon, welche die Acta Sanctorum Ordinis S. Benedicti in Saeculorum classes distributa herausgaben; dann

7) Ruinart, der Herausgeber der Acta primorum Martyrum sincera et selecta; ferner

8) Assemani, der Verfasser der Acta sanctorum Martyrum orientalium et occidentalium; und endlich

9) Alban Butler, der das »Leben der Väter, Martyrer und anderer vorzüglicher Heiliger« (The Lives of the Fathers, Martyrs and other principal Saints) bearbeitete, welches Werk dann von Godescard aus dem Englischen ins Französische frei übersetzt und später von Räß und Weis nach dem Französischen für Deutschland bearbeitet und sehr vermehrt vom J. 1823 bis 1827 in Mainz erschien. - Diesen schließen wir noch an

10) das von Abbé Pétin verfaßte und von Abbé Migne im J. 1850 herausgegebene französische Werk unter dem Titel: Dictionnaire hagiographique etc.

Von diesen letzteren fünf Werken wollen wir in den folgenden Nummern (52-56) etwas ausführlicher sprechen.

52. D'Achery Johannes Lucas (auch Dacherius kurzweg genannt), einer der gelehrtesten Benedictiner Frankreichs aus der Mauriner-Congregation, wurde im Jahre 1609 zu St-Quentin in der Picardie geboren, widmete sich frühzeitig dem religiösen Leben und trat noch sehr jung in seiner Vaterstadt in den Orden des hl. Benedictus in der Abtei d'Isle. Da ihm aber hier das Leben der Mönche der Ordensregel des hl. Stifters nicht ganz gemäß schien, so ging er in seinem 23. Jahre in die strengere Congregation von St. Maur desselben Ordens über, und legte den 4. Oct. 1632 in der Abtei der heiligsten Dreifaltigkeit zu Vendome die feierlichen Gelübde ab. Seine Kränklichkeit war die nächste Ursache, weßhalb ihn seine Obern nach Paris in die Abtei St-Germain-des-Prés schickten, wo er das Amt eines Bibliothekars erhielt und bis zu seinem den 29. Apr. 1685 erfolgten Tode bekleidete. Sein ganzes Leben war zwischen Gebet, Uebungen der Frömmigkeit und den Studien der kirchlichen Literatur und Alterthumskunde getheilt, und er ist es, der ganz im Geiste seiner Congregation die gelehrten Bestrebungen der Mauriner anregte und mit allen seinen Kräften unterstützte. Er versammelte um sich in seiner Krankenstube, in die er größtentheils gebannt war, die jungen Genossen seines Ordens, theilte ihnen seine Ansichten mit, unterstützte sie mit seinen Kenntnissen, zeigte ihnen die Quellen, aus denen sie schöpfen könnten, versah sie mit Büchern und Manuscripten und hielt es für den größten Vortheil seines Amtes, Gelegenheit zu haben, Andern nützlich zu werden. Die ihm anvertraute Bibliothek bereicherte er durch eine Menge der seltensten Bücher und Handschriften, versah sie mit verfertigten Katalogen, munterte überall zum Fleiße und zu gelehrten Arbeiten auf, und nicht nur sein Schüler Johannes Mabillon, sondern auch viele andere französische Gelehrte verdankten ihm ihre literarische Größe. Weniger selbst productiv, befaßte er sich damit, schon vorhandene Geisteswerke zu sammeln und zu erhalten, und verborgene an den Tag zu ziehen. Derlei Sammlungen und Werke von ihm sind mehrere auf uns gekommen und sind überaus schätzbar. Hier sei nur erwähnt, was er in hagiographischer Beziehung gethan hat. Er sammelte nämlich das Material für die ersten sechs Jahrhunderte der Geschichte des Benedictiner-Ordens, welches sein Schüler und Ordensbruder Mabillon ordnete und mit gelehrten Einleitungen und Anmerkungen versehen unter seinem und seines Lehrers Namen als Acta Sanctorum Ordinis S. Benedicti in Saeculorum classes distributa (Paris 1668 bis 1701) in 9 Foliobänden herausgab. - Joh. Mabillon, der berühmteste Benedictiner der Congregation von St. Maurus und Schüler des Vorigen, wurde den 23. Nov. 1632 zu Pierremont in der Diöcese Rheims geboren und erhielt seine erste Bildung in dem Hause seines Oheims, eines Pfarrers in der Nachbarschaft. Da sich aber in dem Knaben besondere Fähigkeiten entwickelten, wurde er nach Rheims geschickt, wo er durch seinen außerordentlichen Fleiß, sein Geschick und durch seine Frömmigkeit sich die Liebe seiner Lehrer erwarb. Schon lange hatte der Orden des hl. Benedict und besonders das rühmliche Wirken der Maurinercongregation, welche die Abtei St-Denis zu Rheims besaß, seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und das wahrhaft religiöse Leben dieser Benedictiner sagte vor Allem seinem frommen Gemüthe zu. Daher trat er den 5. Sept. 1653 in die Benedictinerabtei St. Denis und legte am 6. Sept. 1654 die Profeß ab. Seiner Kränklichkeit wegen, die er sich durch seine geistigen Arbeiten zugezogen hatte, wurde er in's Kloster Nogent, zwischen Laon und Soissons, geschickt, kam von da nach Corbei in der Picardie und erhielt, als man seine gelehrten Bestrebungen sah, im Jahre 1664 den Auftrag, nach Paris in die Abtei St-Germain zu gehen und daselbst den D'Achery in seinem Amte zu unterstützen. Hier arbeitete er nicht nur unabläßig an der Herausgabe der Kirchenväter, welche die Mauriner besorgten, sondern machte sich auch an die Bearbeitung der Geschichte des Benedictiner-Ordens, und begann dann, von der Liebe zu den Heiligen des Ordens bewogen, mit dem Leben und Wirken der Heiligen desselben, wovon im Jahre 1668 der erste Band erschien, dem bis zum J. 1702 noch weitere acht folgten. Dieses Werk, obwohl allenthalben mit großem Beifall aufgenommen, erregte dennoch den Unwillen einiger seiner Ordensbrüder, die, von unmäßigem Eifer getrieben, glaubten, Mabillon sei bei der Kritik der alten Acten der Heiligen zu weit gegangen, und habe dadurch, daß er die Heiligen, deren Acten ihm verdächtig schienen oder die bei genauerer Untersuchung dem Orden gar nicht angehörten, als Dubios und Extraneos darstellte, der Ehre des Ordens durchaus nicht Rechnung getragen, ja sie legten dem Generalcapitel selbst eine Klageschrift vor und verlangten den Widerruf Mabillons. Allein dieser vertheidigte sich auf eine so überzeugende Art, daß das Ordenscapitel den unzeitigen Eifer seiner Ankläger mißbilligte und seiner Liebe für die Wahrheit das verdiente Lob spendete, er also nicht nöthig hatte, einen Widerruf zu leisten. Von nun an arbeitete er ungestört an der Geschichte des Ordens sowohl, als seiner Heiligen, die vom hl. Benedict († 534) (sic!) bis zum Jahre 1100 n. Chr. gehen, und in deren Bearbeitung ihm in den letzten Bänden Ruinart verhilflich war. Die Behandlung der Acten ist in diesem Werke dieselbe, wie bei den Bollandisten, nur sind die Präfationen der einzelen Acten kürzer und bündiger, als bei diesen. Der zehnte Band, welcher dieses Werk beenden sollte, wurde nach Mabillons Tod, der am 27. Dec. 1707 zu St-Germain-des-Prés erfolgte, von dem Mauriner Franz de Texier geschrieben, blieb aber bisher ungedruckt, und soll sich noch das Manuscript davon im genannten Kloster befinden.

53. Ein weiteres Feld bearbeitete sein Schüler Theodoricus Ruinart, aus demselben Orden, geboren zu Diviocortorum im Gebiete von Rheims den 10. Juni 1657, indem er sich zur Aufgabe machte, die ächten Martyrer-Acten herauszugeben. Sein Werk führt den Titel: Acta primorum Martyrum sincera et selecta, und enthält die Acten ganz rein und ohne alle Zusätze, während er jedesmal »Admonitiones« vorausschickt, worin der Verfasser die Zeit des Martyrtodes, die Aechtheit der Acten, die Verehrung des Martyrers und einige andere Momente, die beim Lesen der Acten oft aufstoßen, abhandelt. Diese herrliche Sammlung erschien zuerst in Paris im J. 1689, dann bald nach dem Tode Ruinarts zu Amsterdam im Jahre 1713 ohne neue Zusätze. Ihre beste Ausgabe ist die von Verona, worin die Acten der hhl. Firmus und Rusticus aus den besten Handschriften von Verona beigedruckt sind, und wovon der Fürstbischof Bernard Galura von Brixen († 19. Mai 1856, 93 Jahre alt) bei Rieger in Augsburg 1802 eine neue Auflage veranstaltete. Obgleich Ruinarts Sammlung den Titel »Acta sincera« führt, so gibt der Verfasser doch in seiner Vorrede (§ 1. n. 11) zu verstehen, er habe nur Acta sinceriora aufgenommen, ohne übrigens damit erklären zu wollen, daß er alle andern, die in seiner Sammlung fehlen, für unächt halte. In der That ließ Ruinart manche Acten hinweg, deren Aechtheit unbestritten ist; wenigstens zählt Honorata S. Maria deren so viele auf, daß man ganz gut einen zweiten Band zu der ersten Sammlung liefern könnte, zumal durch die Bollandisten seit Ruinarts Tod, der den 27. Sept, 1709 zu Paris erfolgte, viele ächte Acten aufgefunden und herausgegeben wurden.

54. An Ruinart schließt sich Stephan Evodius Assemani, ein Maronit und Erzbischof von Apamea in part., der im J. 1748 zu Rom die Acta sanctorum Martyrum Orientalium et Occidentalium in zwei Foliobänden herausgab, die jedoch in Deutschland wenig gefunden werden, und die auch wir leider nicht erhalten konnten. Uebrigens haben wir die vorzüglichsten dieser Heiligen auch in anderen Quellen gefunden. - Wenn aber hier von »Acten orientalischer und occidentalischer Martyrer« die Rede ist, darf man darunter nicht Morgenland und Abendland nach unsern Begriffen verstehen, sondern unter den Martyrern des Orients sind die persischen, und unter denen des Occidents die Palästinensischen Martyrer gemeint. Die Ersten haben den hl. Maruthas, einen Bischof von Mesopotamien, zum Verfasser; die andern aber scheinen das Werk des Eusebius über die Martyrer in Palästina zu seyn, wovon schon früher die Rede war. Stephan Evodius Assemani 23 hat sie nach einer chaldäischen Handschrift, die in einem Kloster in Oberägypten gefunden worden, herausgegeben. Diese, wie viele andere köstliche Handschriften, die er mitgebracht, wurden auf Befehl und Kosten des Papstes Clemens XII. gekauft.

55. Großes Verdienst um die Hagiologie erwarb sich Alban Butler durch Herausgabe seines »Lebens der Väter, Martyrer und anderer vorzüglichen Heiligen.« Derselbe wurde geboren im Jahre 1710 zu Appletree in der englischen Grafschaft Northampton und machte seine Studien zu Douay im Colleg der englischen Priester, wo er Priester wurde und in der Folge die Humaniora, die Philosophie und Theologie lehrte. Nach der Rückkehr in sein Vaterland wurde er im Jahre 1763 Aumonier des Herzogs von Norfolk, ersten Pairs von England, und folgte einige Jahre darauf dem Abbé Talbot (Bruder des Grafen von Shrewsbury, ersten Grafen von England) als Präsident des englischen Collegs zu St-Omer nach, welche Stelle ihm nach der Auflösung der Gesellschaft Jesu in Frankreich (1763) von dem Parlament von Paris zugesprochen ward. Butler starb daselbst am 15. Mai 1773 (nach Andern 1782), nachdem er das Vertrauen vieler ausgezeichneten Personen genossen hatte. Wenn wir hier sein hagiographisches Werk unter den Sammlungen der Acten und Lebensbeschreibungen der Heiligen anführen, so geschieht es nicht deßhalb, weil es diese Acta etc. in getreuer (englischer) Uebersetzung wiedergibt, sondern weil es eine der umfassendsten neuern Bearbeitungen der Heiligen bildet, und in den kritischen Erörterungen viel Neues, besonders über die englischen und irischen Heiligen zu Tage gefördert hat, abgesehen davon, daß es der früher üblichen Legenden-Fabrikation den Todesstoß versetzt zu haben scheint, und diesem Zweige der Literatur eine bessere Richtung gab. 24 Da es in der neuern Zeit außer den Bollandisten, welche weniger in den Privatbesitz kamen, das einzige größere Werk über die Heiligen ist, so erschienen nicht nur in England mehrere Auflagen desselben, sondern es wurde auch in fast alle europäische Sprachen übersetzt. Eine der wichtigsten Uebersetzungen ist die französische von dem Abbé Joh. Franz Godescard, geboren am 30. März 1728 zu Rocquemont, einer Pfarrei des Bisthums Rouen, gestorben in Paris im Jahre 1800. Der erste Band dieser Uebersetzung erschien zu Villefranche im Jahre 1763, und sie wurde so vortrefflich gefunden, daß ihr Verfasser in der Folge unter die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften und schönen Künste aufgenommen ward. In den Jahren 1786-1788 erschien zu Paris eine neue durch Godescard umgearbeitete Ausgabe, und seitdem wurde dieses Werk in Frankreich mehrmals neu aufgelegt. Die Siècles littéraires (Tom. II. pag. 415) fällen über dieselbe folgendes Urtheil: »Man darf diese Uebersetzung nicht unter jene trockenen und buchstäblichen zählen, wo man der Pünktlichkeit Alles aufopfern und sogar die Fehler der Ursprache verehren zu müssen glaubt. Ohne sich ängstlich an's Original anzuschmiegen, hat sich der Verfasser erlaubt, umzuarbeiten, Zusätze zu machen, abzuschneiden, so oft es ihm zur Vervollkommnung seines Werkes nothwendig schien, und man kann sagen, daß er es mit eben soviel Einsicht als glücklichem Erfolge gethan hat.« Demnach ist das Butler'sche Werk unter Godescards Händen fast ein anderes geworden, hat aber durch die beigefügten vielen trefflichen kritischen Bemerkungen nur gewonnen. Diese französische Uebersetzung ist es denn, welche die HH. Dr. Räß und Dr. Weis, von denen jener hochwürdigste Herr gegenwärtig den bischöfl. Stuhl von Straßburg und dieser den von Speier ziert, ihrer deutschen (sehr vermehrten) Bearbeitung zu Grunde legten. Diese deutsche Uebersetzung umfaßt mit einem Anhang und dem Register 21 Bände; zwei weitere Bände enthalten die »Feste des Herrn.« Dieses vortreffliche Werk ist immer gemeint, wenn wir in unserm »Heiligen-Lexikon« der Kürze halber blos den Butler citiren.

56. Wenigstens theilweise nach Godescard bearbeitet ist das Dictionnaire hagiographique, welches von Abbé Pétin, einem Priester der Diöcese St-Dié, verfaßt und von dem Abbé Migne zu Paris im Jahre 1850 herausgegeben wurde. Dieses Werk, auf das wir durch den hochw. Bollandisten P. Joseph van Hecke aufmerksam gemacht worden sind und welches wir unter dem Namen Migne (Mg.) öfter citiren, enthält in zwei großen Octav-Bänden längere oder kürzere Lebensbeschreibungen von den Heiligen und Seligen, welche seit dem Entstehen des Christenthums bis auf unsere Tage verehrt werden, zugleich mit einem Anhange, welcher die heiligen Personen des alten und neuen Testaments enthält, denen man keine öffentliche Verehrung erweist, oder deren Festtag unbekannt ist. Laut der Vorrede enthält dieses »hagiographische Lexikon« (denn es ist auch alphabetisch bearbeitet) gegen 8000 Artikel, während das Godescard'sche Werk nur deren 3000 habe. Es ist zu bedauern, daß nicht einmal in der Vorrede die Quellen angegeben sind, aus welchen der Verfasser geschöpft hat. Es wird nur gesagt, daß es gute Quellen seien; manchmal aber scheinen sie doch nicht ganz zuverläßig zu seyn. Besonders sind die französischen Heiligen darin stark vertreten. Wir haben das Werk vorzüglich bei jenen Heiligen benützt, deren Feste auf die von den Bollandisten noch nicht bearbeiteten Tage fallen. Auch haben wir daraus die französische Benennung der Heiligen genommen, nämlich dann, wenn dieselbe von der lateinischen und deutschen sehr verschieden ist.

III. Von den kirchlichen Heiligenbüchern oder den Martyrologien etc.

1 Gams sagt in Wetzer und Welte's Lexikon geradezu, er sei um das Jahr 270 in Palästina geboren worden.

2 Dieser tritt auch der günstigern Meinung bei und hält dafür, es sei noch nicht entschieden, ob er wirklich ein Arianer gewesen.

3 Eusebius erwähnt dieses Werkes öfters in seiner Kirchengeschichte. Lib. 4. cap. 14, gegen Ende, wo er vom hl. Pionius handelt, nennt er es: tois ton yrxeion synaxteisin min martyriois entetagmennn d.i. Martyria veterum collecta; lib. 5. cap. 1. nennt er es: ten ton marturon synagogen, d.i. collectio Martyrum; ebenso lib. 5. cap. 4.; cap. 20 dieses Buches nennt er es anagrapen, d. h. Aufschreibung (descriptio).

4 Einige glauben aus einem (unächten) Briefe des hl. Hieronymus schließen zu können, Eusebius habe die Acten aller Martyrer gesammelt, welche auf dem ganzen Erdkreis um Christi willen ihr Leben dahingegeben haben; allein dieß ist nicht glaubbar, denn man könnte dann mit Baronius kühn behaupten, daß nicht Ein Buch, nicht hundert, nicht tausend hingereicht hätten (Baron. in apparatu ad Martyrolog. cap. 6.). Höchst wahrscheinlich enthielt diese Sammlung nur die Acten der berühmtern Blutzeugen, und von diesen auch wieder nur so viele als er erhalten konnte.

5 Einige, wie Ruinart, meinen, dieses kostbare Wert sei irgendwo verborgen, und lasse sich mit der Zeit doch noch finden. Es hat daher nicht an Solchen gefehlt, welche Nachsuchungen hielten, aber leider nicht zum Ziele gelangten.

6 Nach ihm wurde später überhaupt Jeder, welcher das Leben der Heiligen ausführlicher bedandelte, Metaphrast genannt.

7 His ille (scil. Simeon) doctrinae fortunaeque praesidiis ornatus, cum cerneret et gloriosa Martyrum certamina et Monachorum praeclaras exercitationes ita imperite et inordinate traditas esse litteris, ut multi ne legere quidem eas vellent, quidam etiam risu exciperent, meliora autem afferre alios propter animi socordiam nolle, alios, quod opus esset immensi studii, et cui ne tota quidem viri vi ta sufficeret, non posse: juvenile aggreditur facinus, vel felicem potius actionem, quam nullus omnium gessit feliciter, per quam ille evasit clarior omnibus, qui sunt ubique, eruditis, et Deo consecravit ea, quae sunt omnium pulcherrima, Martyrum certamina et cursus, et Monachorum abstinentiam atque patientiam ornavit et decoravit.

8 Bollandus, Tom. I. Jan. Praef. p. XV. seq. - Baronius setzt den Tod des Metaphrasten früher, nämlich in das Jahr 859. und zwar darum, weil er unter jenem Psellus, der eine Lobrede auf den Metaphrasten hielt, den ältern Psellus versteht, welcher der Lehrer Leo's des Philosophen war und lange vor Simeon Metaphrastes lebte, wie Bollandus des Näheren nachgewiesen hat. Es ist aber hier Psellus junior zu verstehen, der zur Zeit des Michael Stratonikus VI. (1056-1057) starb.

9 Illud au tem observandum est, a Metaphraste scriptas fuisse historias de vi tis Sanctorum multis additis ex proprio ingenio, non ut res gestae fuerunt, sed ut geri potuerunt; addit Metaphrastes multa colloquia sive dialogos Martyrum cum persecutoribus, aliquas etiam conversiones adstantium Paganorum in tanto numero, ut incredibi les videantur; denique miracula plurima et maxima in eversione templorum et idolorum, et in occisione persecutorum, quorum nulla est mentio apud veteres historicos. (Boll. Tom. I. Jan. Praef.).

10 Weil in unsern Tagen noch Simeon Metaphrastes, von dem seine Zeitgenossen nicht Rühmliches genug sagen zu können vermeinten, im üblen Rufe steht, wollen wir die ganze Stelle hier anfügen, in welcher Bollandus denselben gegen das strenge Urtheil Bellarmin's in Schutz nimmt. »Vellem,« sagt Bollandus, »mitius de viro magno vir maximus pronuntiasset. Unde constat, eum non vetera secutum esse monumenta? Omisisse potius multa, quae non omnino probaret, existimo, quam aliquid addidisse ex proprio ingenio. Retulerit tamen in suos commentarios aliquid, quod cum probatis veterum Patrum scriptis minus congruere videatur, homo erat, falli poterat. Colloquia Martyrum cum persecutoribus unde constat habita non esse? Amplificarit ea sane ad legentium utilitatem ac voluptatem: quis jure id reprehendat? An est quisquam, qui id non permittat historico? Livio ceterisque licet, Ducum orationes suos ad proeli um adhortantium concinnare, sacro scriptori non licebit, Mysteria nostrae religionis Gentilibus tradita ipsorumque confutatas superstitiones explicatius proponere? Nam magno numero conversos ad fidem nostram, visis quae Sancti patrarent miraculis, nunquam equidem sm admiratus: qui enim alioq ui tot ac tantae provinciae tantillo tempore subjici Christo potuissent?! Miracula omnia, etiam quae nunc fiunt, si suis commentariis insererent, qui modo ecclesiasticas historias tradunt, quanta singularum moles existeret: quantum offensionis haberet atque fastidii! Neque nulla neque omnia narrant, sed quaedam maxime illustria vel testium celebritate, vel consecuti fructus amplitudine. Idem veterum studium fuit: qui propterea frequenter tradunt multa et magna, ad Sanctorum vel testandam ac munerandam sanctitatem, vel dicta confirmanda, edita esse divina virtute miracula, neque ullum tamen commemorant. Atsi quis ex professo Sancti cujuspiam historiam scribat, nihil eum praeterire consulto facest, qnod sit ab eo dictum aut factum praeclare, aut ejus causa susceptum a mortalibus, aut denique patratum a Deo (Tom. I. Jan. Praef.).

11 Hucusque nos Patris Hieronymi dicta referentes per interpretem locutos lector advertat; reliquum opus, ut sermo noster est, vestra caritas libenter audiat. Quae enim singulis de Sanctis fideli auctore comperimus, in historiam misimus, ne laterent homines, quorum Deum non latuere virtutes.

12 Memento homo, quia Gibellinus es et cum tuis Gibellinis ad nihilum reverteris.

13 Ab homine oris ferrei, cordis plumbei, animi certe parum severi et prudentis. Uebrigens behaupten Einige, er sei der Erste gewesen, der die Bibel in's Italienische übersetzt habe (Sixt. Senen. in Biblioth. S. lib. IV.), was jedoch noch nicht so ganz ausgemacht ist.

14 So z. B. wird Aegidius abgeleitet von e d.i. aus, ge d.i. Erde, und dius d.i. göttlich; Timotheus von Timor und deus; Hippolytus von yper = über und litos = Stein; Sixtus von Sios = Deus und status; Vedastus = vere dans aestus etc. etc.

15 Ad vetustorum exemplarium, wie es auf dem Titel heißt, fidem castigavit, additisque aliquot Sanctorum historiis auctius reddidit.

16 Novissimus omnium fratrum Petrus Calo Venetus ejusdem Ordinis (Praedicatorum) Sanctorum multorum, quorum Vitas, Passiones et nomina undecumque sumere valuit, grandi volumine et diffuso opere dilatavit, quod ej us prolixitate nedum commendare memoriae, sed nec intente legere quis poterit, nisi longaevitate temporis et assiduitate lectionis.

17 Haec igitur attendens ego Petrus de Venetiis, Equilinus Episcopus, inter Sacerdotes minimus et Ecclesiae Praelatos indignus, Sanctorum exigui tatem Ecclesiae notam, ex praenominatis omnibus codicibus et voluminibus, nec non ex aliis pluribus diversarum Ecclesiarum antiquis libris et passionariis, quoscumque invenire potui, non sine multis laboribus crebrisque vigiliis studiosius recollectam et per consequens ceterorum Beatorum nobis ignotam infinitam multidudinem, brevi opusculo cupiens, ut Deus annuerit, honorare; quatenus eorum meritis post agonem coronam excipiam, et ne talentum mihi qualiscumque gratiae creditum terrae suffodiam; quin imo Domino, etsi non quincuplatum, vel saltem restituam duplicatum, ad utilitatem filiorum militantis Ecclesiae, Sanctorum omnium novi et veteris Testamenti nomina, gesta, vitas, passiones et recollecta … … … praesenti catalogo curavi retexere et brevissima oratione narrare.

18 Multum sane Gentio et Joan. Gilemanno, schreibt Valerius Andreas in Bibliotheca Belgica, universa debet Ecclesia, ob Vitas Sanctorum plurimas ab interitu vindicatas.

19 Ruinart sagt von diesem Hagiologen, primus omnium ejusmodi Actorum edidit collectionem, acta verbotenus ex Mss. codicibus expressit.

20 Wir können nicht beurtheilen, ob dieser Wicelius identisch ist mit Georg Witzel, der zur Zeit Luthers lebte, zum Lutherthum übertrat, sich aber wieder bekehrte und viele Schriften hinterlassen hat.

21 In id sum mopere incubui, ne quid vanum, aut commentitium, aut parum graviter conscriptum in meos tomos admitterem. Quae etiam causa fuit, ut plerasque, imo permultas historias omiserim, non quod contemnendas putem, sed ne habeant ullam occasionem ad maledicendum nati haeretici nostri, vel calumniandi labores meos, vel Ecclesiae Dei insultandi. Equidem ut etiam erudito lectori gratificarer, Vitas aliquot rudi stylo conscriptas, aliquando latiniores reddidi, maxime quarum auctores nondum comperi: nonnumquam vero etiam illas nonnihil elimavi, quae habent suos quidem auctores, sed sic scriptae erant, ut delicatas aures eorum, qui sermonis elegantia delectantur, facile offenderent.

22 Optaudum vero fuerat, schreibt der Jesuit Schütz in seinem kritischen Commentarius de scriptis et scriptoribus hist. etc. Ingolstadii 1761. Artic. Surius, ut hasce vitas, quales apud primaevos Scriptores repererat, tales etiam Surius non immutatas relinqueret neque ornatiorem recentioremque calamum suum in iis non raro substitueret.

23 Er ist wohl zu unterscheiden von seinem Oheim Joseph Simon Assemani (geboren in Syrien im J. 1687, gestorben in Rom am 14. Jan. 1768), welcher erster Präfect (Custos) der Vaticanischen Bibliothek war. Es gab überhaupt noch zwei Gelehrte dieses Namens: Joseph, Professor der syrischen Sprache zu Rom, gestorben den 9. Febr. 1782, und Simon, geboren zu Tripolis in Syrien im J. 1749, gestorben als Professor der Orientalischen Sprachen zu Padua den 7. Apr. 1821.

24 Der Neffe des Alban Butler, der Rechtsgelehrte Karl Butler (geboren in London am 14. Aug. 1750), bereicherte das Werk seines Onkels durch Fortsetzungen im J. 1823. Er starb 82 Jahre alt, im J. 1832.





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zuletzt aktualisiert am 20.10.2018
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