Ökumenisches Heiligenlexikon

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Willibald von Eichstätt


S. Willibaldus, Ep. Conf. (7. Juli. al. 28. Apr. u. 13. Oct.) Von diesem hl. Bischofe von Eichstädt sind zwei alte Lebensbeschreibungen vorhanden: die erste hat eine ihm gleichzeitige, verwandte (ut ipso vidente et referente audivi, scribere tentavi) Klosterfrau zu Heidenheim zur Verfasserin, aber gewiß nicht seine Schwester, von welcher sie sich ausdrücklich unterscheidet; die andere ist anonym. 1 Sein Name Willibaldus (Willidaldus, Bilibaldus) wird von Bischof Philipp mit prompta voluntas. d. i. allzeit bereiter Wille übersetzt. Er stammte aus einem alten, berühmten Geschlechte in Angelsachsen (Westsex), und wurde um das J. 700 geboren. Daß sein Vater der hl. König Richard gewesen sei, (s. d.) sagt die erste Biographie nicht, wohl aber die zweite; seine Mutter soll Wunna geheißen haben. Von seinen Geschwisterten sind nur der hl. Wunibaldus und die hl. Walburgis geschichtlich bekannt. Als Kind erkrankte er schwer und wurde von Tag zu Tag schwächer; die bekümmerten Eltern trugen ihn vor ein Kreuz, das auf einer Anhöhe (in alto), unweit ihres Schlosses behufs Verrichtung des täglichen Gebetes aufgestellt war, und machten das Gelöbniß, ihn Gott zu weihen, wenn er wieder genesen würde. Die Bitte wurde erhört, worauf ihn der treue Diener Theodoret in das Kloster Waltheim (Buswaltham) dem Abte Egwald (Egevald, Egilwald) zur Erziehung und Ausbildung übergab. Er lernte hier nicht bloß die lateinische Sprache, sondern wurde auch mit Ackerbau und Viehzucht vertraut (vgl. c. 17. der ersten Lebensbeschreibung), besonders aber lernte er die hl. Schriften kennen und verstehen, und wurde bald größer dem Geiste als dem Leibe nach, so daß er sich bereit zeigte, nicht bloß aus Liebe zu Gott auf alle irdischen Güter und Reichthümer vollständig zu verzichten, sondern auch sein Vaterland und seine Verwandtschaft zu verlassen. In seinem 20. Lebensjahre offenbarte er seinem Vater die Absicht einer Pilgerreise nach Rom, und dieser beschloß nach langem Widerstreben zugleich mit einem andern Sohne, Namens Wunebaldus, mitzugehen. Sie nahmen das nöthige Reisegeld und einige Begleiter (cum collegarum coetu comitantium) mit sich. Zu Hamble-Haven, damals Hameleamutha genannt, geschah die Einschiffung; die Reisegesellschaft kam glücklich über den Canal, stieg (bei Havre) an den Seine-Mündungen ans Land. und gelangte zu Fuß nach Rouen. Nachdem die Pilger einige Tage ausgeruht hatten, wurde die Reise zu Wagen fortgesetzt, und viele heilige Stätten (multa Sanctorum oratoria) besucht. Als sie Italien erreicht hatten, kamen sie über Gorthonicum (Cortona) nach Lucca, wo der Vater erkrankte und starb. (Näheres bei S. Richardus). Nun ging die Wanderung nach Rom zu der herrlichen Basilica des hl. Petrus. Da sie bei beginnendem Frühjahre abgereist waren, und am Tage des hl. Martinus nach Rom kamen, werden sie ungefähr sieben Monate auf der Reise gewesen sein. Zu Rom huldigten sie dem Papste Gregorius II., und führten sodann bis Ostern ein frohes klösterliches Leben (felicem monasterialis disciplinae vitam), wobei sie mit besonderem Eifer dem Studium der heiligen Schriften oblagen. Bei beginnendem Frühjahre ergriff sie das Fieber, jedoch so, daß in jeder Woche immer nur einer von ihnen krank lag, und vom andern gepflegt werden konnte. Noch war der hl. Wunebaldus nicht vollständig genesen, als ihm der hl. Willibaldus sein Vorhaben, ins heil. Land zu reisen, kund that. Er wollte dort dem Herrn für seine Genesung danken, und sich für den Weg ins himmlische Canaan durch Gebet und Abtödtung kräftigen. Einen andern Zweck hatte die Wallfahrt nicht; er wollte nur sehen und sah nur, was seiner Frömmigkeit entsprach. Die Wallfahrt mag im J. 722 etwa am 14. Apr. begonnen worden sein; er ging anfänglich mit zwei Gefährten über Daterina (Atina, Terracina), wo sie zwei Tage verweilten, nach Gaëta, und von da zu Schiffe nach Neapel. Nach zwei Wochen Aufenthalt trafen sie ein Schiff, welches aus Aegypten kam, und dahin zurückkehren wollte. Die Fahrt ging nach Calabrien zu der Stadt Rhegia (Reggio), von da nach Sicilien, wo man bei der Stadt Catana landete. Der Heilige betete bei dem Grabe der hl. Agatha. Er erzählte später, daß die Bürger bei gefährlichen Ausbrüchen des Berges Aetna den Schleier der Heiligen als wirksames Mittel gegen Ueberschüttung mit Lava zu gebrauchen pflegten. Hier verweilten die Wallfahrer drei Wochen, und gelangten sodann nach längerer Seefahrt zu der Insel Samos und von da nach Ephesus, wo sie die Ruhestätte der sieben schlafenden Martyrer und die St. Johanneskirche besuchten. Bei einer zwei Meilen von hier entlegenen Villa bettelten sie Brod, tauchten es am Rande eines Brunnen sitzend in das Wasser, und aßen. Niemand darf sich wundern, daß er »obwohl aus vornehmer Familie, wie ein Bettelmönch reiste,« denn nach den Grundsätzen des Evangeliums gehört diese freiwillige Armuth um Christi willen zu den hervorragendsten Tugenden. Zu Patera blieben sie bis der Winter vorüber war. Dann verweilten sie in Paphos auf der Insel Cypern bis zum 24. Juni d. J. 723, dem Geburtsfeste des heil. Johannes des Täufers. Als sie in Syrien zu Emessa (jetzt Hems genannt) ankamen, hatten sich ihnen noch fünf andere Wallfahrer zugesellt; so daß es jetzt acht Pilger waren. Sie wurden sogleich gefangen genommen und als Fremdlinge, weil sie ja leicht Kundschafter sein konnten, »zu einem gewissen Alten« geführt, der sie, nachdem er die Absicht ihrer Reise erfahren hatte, ziehen ließ, wobei ihnen ein dem Könige befreundeter Spanier gut Dienste leistete. Jetzt zogen sie nach Damascus, wo sie, wie auch die Pilger der Jetztzeit, zuerst das Grab des hl. Ananias verehrten, und an dem gleichfalls heute noch gezeigten Bekehrungsorte des hl. Paulus beteten. Dann ging die Pilgerfahrt über Nazareth und Cana, wo bei einem Altare noch einer der sechs Wasserkrüge gezeigt wurde, aus welchem sie tranken, auf den Berg Tabor und in die Stadt Tiberias, wo sie außer vielen jüdischen Synagogen auch eine christliche Kirche antrafen. Auch in Kapharnaum, wo der Jordan in den See Genesareth tritt, nahmen sie Aufenthalt, und pilgerten dann am Seeufer fort nach Magdala. Das Wohnhaus der hl. Apostel Petrus und Andreas in Bethsaida fanden sie in eine Kirche umgewandelt; jetzt ist der Ort völlig zerstört. Auch die Jordanquellen wurden besucht, ferner die von zahlreichen Christen bevölkerte Stadt Cäsarea, und hierauf das Johanneskloster in der Wüste Quarantana, wo ungefähr zwanzig Mönche wohnten. Von da kamen sie an den Ort, wo Jesus im Jordan getauft worden war. An einem Seile, das über den Fluß gezogen und an den beiden Ufern befestiget war, pflegten sich Kranke und unfruchtbare Frauen am Feste Epiphanie in denselben hineinzulassen, um die Gesundheit zu erlangen. Auch der heil. Willibaldus nahm hier ein Bad, worauf die Gesellschaft nach einem Tage Aufenthalt über Galgala, Jericho und das Eustachiuskloster wahrscheinlich noch im Jahr 723 nach Jerusalem - »an jenen Ort gelangte, wo das hl. Kreuz des Herrn gefunden worden war.« Es folgt nun die Beschreibung des heil. Grabes, welche wir wörtlich folgen lassen: »An der östlichen Seite im Felsen des Grabmales ist eine Thüre, durch welche die Leute in das Grabmal eintreten, um zu beten. Und dort ist inwendig das Lager, auf welchem der Leichnam des Herrn ruhte. Und bei dem Lager stehen fünfzehn goldene Schalen mit Oel, die Tag und Nacht brennen. Und vor der Thüre des Grabes liegt ein großer, viereckiger Stein, ähnlich dem früheren Steine, welchen der Engel bei Oeffnung des Grabes wegwälzte.« Jetzt aber erkrankte der heil. Pilger von Martini bis auf die Woche vor der Geburt des Herrn (11. Nov. - 18. Dec.). Sobald er wieder genesen war, besuchte er die in der Mitte der Stadt gelegene Sionskirche, die Säulenhalle Salomons und den dabei gelegenen heilbringenden Teich. Hierauf betete er in der Grabeskirche der heil. Mutter Gottes im Thale Josaphat und dann auf dem Oelherge, sowohl an dem Orte der Todesangst des Herrn, als an dem Orte seiner Himmelfahrt, in der Kirche ohne Dach (sine tecto). Dann wurde der herrliche Dom (gloriosa domus) von Bethlehem besucht, hierauf die Villa Thequa, wo die unschuldigen Kinder ermordet worden waren, und die von vielen Mönchen bewohnte LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen. des heil. Sabas mit ihren kleinen Felsenzellen. Weiter auf der Straße nach Gaza sah er die Stätte, wo der Diakon Philippus den äthiopischen Kämmerer getauft hat. Als der Heilige die Kirche des heil. Mathias besucht hatte, wo der Sonntagsgottesdienst sehr feierlich begangen wurde, verlor er das Augenlicht. Man besuchte noch das Castell Aframia und die Gräber der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob und ihrer Gemahlinnen. Nach zwei Monaten erhielt er in der Kirche des heil. Kreuzes zu Jerusalem das Gesicht wieder. Noch betete er zu Diospolis am Grabe des heil. Georgius, dann in der St. Peterskirche zu Dorcas, besuchte dann Joppe, Sidon und Tyrus, stieg über den Libanon, und ging wieder nach Damascus, von wo er über Cäsarea zum dritten Male nach Jerusalem reiste und über den Winter blieb. Zu Ptololemais erkrankte er und mußte die Fastenzeit hindurch, etwa vom 10. Febr. bis zum 17. März des J. 726, bleiben. Nachdem die Wallfahrer zu Emessa je zwei und zwei, weil sie so leichter Lebensmittel erhalten konnten, Pässe zur Heimreise erhalten hatten, zogen sie wieder nach Damascus und ein viertes Mal nach Jerusalem. Der Heimweg wurde noch im J. 726 über Sebaste (Samaria) angetreten, wo der Jakobsbrunnen besucht wurde. Ein Löwe, welcher sie auf dem Wege laut brüllend anzufallen drohte, ließ sie unversehrt weiter ziehen, und so kamen sie glücklich nach Thalamartha (dermalen unbekannt) am Meeresufer. Am Turris Libani, Thurm des Zolles, Burdsch al Gaasar genannt, mußten die Pässe ab, gegeben werden. Auf der Mauth wurden ihre Habseligkeiten genau durchsucht; ein Kürbis, welcher Balsam enthielt, war von dem Heiligen in seiner obern Hälfte mit Erdöl angefüllt worden. Als nun die Mauthbeamten den Oelgeruch spürten, gestalteten sie den Wallfahrern sogleich freien Durchzug. Doch mußten sie lange Zeit warten, bis sie nach monatelanger Fahrt ein Schiff nach Constantinopel brachte, wo der heil. Willibald das Grab des hl. Johannes Chrysostomus besuchte und zwei Jahre, etwa vom 6. April des J. 727 bis 24. April 729, blieb. Bei dieser Gelegenheit sah er zu Nicäa die Concilienkirche mit den Abbildungen der dort versammelten Bischöfe. Von da ging die Reise rascher. Die erste Haltstelle war Sicilien. Nach kurzem Aufenthalte in den Städten Syracus, Catana und Reggio bestieg er den Vesuv, sah den Krater mit dem feurigen Rauche, und kam von demselben herabsteigend in die St. Bartolomäuskirche am Meeresufer, dann über Neapel, Capua und Tyana (Theanum) nach Cassino, wo er sich im Herbste des J. 729 2 dem Abte Petronax vorstellte, und zehn Jahre lang unter seiner Leitung im göttlichen Dienste zubrachte. Darauf huldigte er zu Rom dem Papste Gregor III. , der ihn sogleich für tauglich erachtete, als Gehilfe des heil. Bonifacius den Franken zu predigen (im J. 739). Er nahm aber die Sendung erst an, nachdem der Papst ihn belehrt hatte, daß er hiedurch sich nicht gegen den seinem Abt, der ihn aus dem Klosterverbande nicht entlassen habe, schuldigen Gehorsam versündige. Die Reise ging über Lucca nach Pavia und von da nach Brixia und Charinta (Kärnten?) Hier empfing ihn Herzog Odilo von Bayern, nahm ihn mit Freuden auf und behielt ihn eine Woche lang als Gast. Darauf begleitete ihn der Graf, unter welchem (Rettb. K.-G. Deutschl. II. 356) der Nordgau damals stand, Suitgarius (Siliger) von Hirschberg, nach Lintrath, wo sie den hl. Bonifacius trafen. Dieser schickte ihn nach Eichstädt (Hechsted in Nordgoe), damit er sehe, wie es ihm dort gefalle (ut videret, quomodo sibi placeret). Er fand in dem beinahe unbewohnten Orte bereits eine Mariencapelle, deren Grundlegung, wie wir gesehen haben, dem hl. Rupert von Salzburg zugeschrieben wird. Bald hernach nahm der heil. Bonifacius, von Freising her kommend, die neue Missionsstelle in Augenschein, indem er zugleich dem heil. Willibaldus die Priesterweihe gab. Seine und seiner Gehilfen Sebald und Sola Wirksamkeit war so gesegnet, daß er nach Umlauf eines Jahres vom hl. Bonifacius nach Thüringen gerufen und zu Sallpurg (Salzburg in Franken) unter Assistenz der hl. Bischöfe Burchard von Würzburg und Wizo (Witto) von Buraburg am 22. Oct. des J. 741, als er gerade 41 Jahre alt war, zum Bischofe geweiht wurde. Er nahm bei seinem Bruder, dem hl. Wunibald, welchen er 17 Jahre lang nicht mehr gesehen hatte, Wohnung und Aufenthalt. Vom Papste Zacharias wurde er mit Zustimmung des Königs Pippin als Bischof (im J. 742) bestätiget (vita S. (Godehardi: ex decreto Zachariae Papae et consensu Pippini Regis) Zu Eichstädt errichtete er auf dem ihm vom Grafen von Hirschberg geschenkten Grunde ein Kloster nach der Regel des hl. Benedictus, das er zum bischöflichen Sitze (episcopium) erhob, an demselben Orte, auf welchem dermalen noch die Domkirche steht, sammelte allmählich nach kleinen Anfängen zahlreiche Priester um sich, und bebaute das große ihm zugewiesene Saatfeld mit dem Samen des göttlichen Wortes, so daß er eine glückliche Aernte einheimsen konnte, indem er dem Herrn ein frommes und gottesfürchtiges Volk zuführte. Im J. 745 erhielt er vom hl. Bonifacius das Rationale (s. u.). Von dem Kloster, welches er zu Heidenheim erbaute, ist schon öfter die Rede gewesen. Auch hat er den Kirchenversammlungen von Mainz, (Neuburg? im J. 742) und Attigny (im J. 765) beigewohnt, und deren Beschlüsse unterzeichnet. Im J. 761 legte er seinen Bruder, den hl. Wunibaldus, zur Grabesruhe und feierte im J. 777 seine Uebertragung. Zwei Jahre später begrub er seine hl. Schwester Walburga. Daß er sich Mühe gab, eine strenggläubige, sittenreine, der Kirche treu ergebene Geistlichkeit heranzubilden, ist selbstverständlich. Im J. 785 war er zu Mainz bei der Weihe des Bischofes Berwelf von Fulda gegenwärtig. Im nämlichen Jahre beschenkte er noch das Kloster zu Fulda mit einem Landgute (Kuchse im Sualefeld). Die Stadt Eichstädt verdankt ihm nicht bloß ihre Entstehung, sondern auch ihre nachmalige Blüthe. Sein seliges Hinscheiden erfolgte nach dem Breviere im J. 781, nach spätern Forschungen aber erst im 77. Jahre seines Alters, im J. 786; er wurde im Dome zu Eichstädt neben dem Altare des heil. Vitus beigesetzt. Bald verherrlichte Gott sein Grab durch Wunder. Seine Tugenden faßt die erste Biographie in folgende Fragen kurz zusammen: »Wer war größer an Demuth und reiner an Sitten? wer hat den Betrübten mehr Trost, den Armen reichlichere Almosen gespendet?« Papst Benedict VIII. vollzog nach dem schnellen Tode Leo's VII., dem die Sache bereits übergeben war, seine Heiligsprechung, nachdem unter dem Bischofe Reginold (vom J. 966-989) bereits eine Erhebung seiner Reliquien stattgefunden hatte, und der Ruf seines heiligen und apostolischen Wandels in alle Länder gedrungen war. Sein Sterbetag ist seit unvordenklicher Zeit ein hoher Fest- und Freudentag für das Bisthum Eichstädt. Es erfolgten noch andere Uebertragungen, nämlich vom Bischofe Megingoz am 28. April 989, am 4. Juni 1256 von Heinrich von Wirtemberg, und am 13. Oct. des J. 1270 durch Bischof Hildebrand in den St. Willibaldschor. Besonders großartig war jene des J. 1740 unter dem Bischofe Johannes Anton II. Die heil. Gebeine wurden in ein neues, mit Silber und Gold verziertes Kästchen von Kupfer gebracht und in einen Sarg aus Marmor in der Mitte des Altares eingeschlossen. Das Kirchengebet zu seiner Verehrung lautet: »O Gott, der du deinen glorreichen Bischof Willibaldus, den königlichen Erbprinzen der Engländer, am heutigen Tage zu dem ewigen Erbtheile deiner Engel übergetragen hast, verleihe gnädig, daß wir durch seine Verdienste und Fürbitte seine Miterben in deiner Glorie zu sein gewürdiget werden.« Sein Fest wird im Bisthume Eichstädt als dupl. 1. cl. am 7. Juli mit Octave gefeiert. Die Translation, welche ehedem am 13. Oct. und 28. April begangen wurde, fällt jetzt auf den Montag nach dem Dreifaltigkeitsfeste. Nur in den zahlreichen Städten und Ortschaften der vormals Onoldsbach'schen, Bayreuth'schen, Nürnberg'schen, Pappenheim'schen und pfälzischen Gebiete, wo die Bevölkerung durch ihre calvinischen und lutherischen Herrschaften von der geistlichen Obhut der Bischöfe von Eichstädt losgerissen wurde, hat seine Verehrung zum großen Theile aufgehört. Auf Abbildungen sieht man ihn als Bischof, gewöhnlich mit seinem Bruder dem heil. Wunibaldus und seiner heil. Schwester Walburga, dargestellt. Er hat das sogenannte Rationale mit den Worten: Fides, Spes. Charitas um den Hals gehängt, welches die Bischöfe von Eichstädt jetzt noch tragen. In Eichstädt ist sein Bild auf dem Willibaldsbrunnen am Marktplatze, im St. Willibaldschore der Domkirche und sonst oft zu sehen. Darstellungen aus seinem Leben: er läßt Bäume fällen, leitet den Bau einer Kirche, empfängt eine Stiftungsurkunde etc., sind gleichfalls häufig. Wir schließen unsere Skizze mit einer Strophe des bei der letzten Uebertragung 3 des Heiligen im Jubeljahr 1845 gesungenen Hymnus:

Tu haeredes nos tuorum Ossium et exemplorum Scribis Pater optime; Christe da ut aemulemur Quem Patronum reveremur Corde, ore, opere.

Zu Deutsch:

Uns, als Erben hast gegeben, Bester Vater, du dein Leben, Dein Gebein als heiligen Hort; Gib, o Christus, daß wir streben, Unserm Schutzherrn nachzuleben In der That, mit Herz und Wort.

Wir setzen noch bei, daß die Biographie des heil. Bonifacius, welche unter seinem Namen auf uns gekommen ist, den gleichnamigen Presbyter bei St. Victor von Mainz, also nicht diesen heil. Bischof zum Verfasser hat.

1 Gütige Einsendung des Herrn Religionslehrers Dr. Grube in München.

2 Bei allen diesen Daten sind wir den fleißigen Berechnungen Hahn's (die Reise des hl. Willibald nach Palästina, Berlin 1856, S. 15 u. 16) gefolgt.

3 Seine und seiner heil. Geschwisterte Uebertragung nach Furnes in Belgien wird unten bei St. Wunibaldus zur Sprache kommen.




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zuletzt aktualisiert am 20.10.2018
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