Ökumenisches Heiligenlexikon

Benedikt XII.

Taufname: Jacobus Novelli
französischer Taufname: Jacques de Novelles, genannt Jacques Fournier

1 Gedenktag katholisch: 25. April

Name bedeutet: der Gesegnete (latein.)

Mönch, Bischof von Pamiers und Mirepoix, Papst
* um 1285 in Canté bei Toulouse in Frankreich
25. April 1342 in Avignon in Frankreich


Jacobus Novelli war der Sohn eines Bäcker - daher der Name Fournier, was damals Bäcker bedeutete. Als Kind wurde er zur Erziehung ins Kloster Boulbonne der Zisterzienser in Cintegabelle bei Muret gegeben, in das er dann als Möch eintrat. Mit Unterstützung seines Onkels, des späteren päpstlichen Vizekanzlers und Kardinals Arnaud Nouvel, studierte er Theologie in Paris und schloss als Doktor ab. 1311 wurde er Nachfolger seines Onkels als Abt des Klosters Fontfroide bei Narbonne und 1317 Bischof von Pamiers mit dem ausdrücklichen Auftrag, die Ketzerbekämpfung - also die Verfolgung der Katharer - zu verstärken. Er baute er die bischöfliche Inquisition in Konkurrenz zu der damals von Korruption und Willkür geprägten päpstlichen Inquisition der Dominikaner von Carcassonne mustergültig aus und wirkte selbst als Inquisitor. 1326 wurde er Bischof von Mirepoix im Rousillon und 1327 Kardinal mit der Titelkirche Santa Prisca.

1334 wurde Jacobus Novelli von der Kardinalsversammlung in Avignon zum Papst gewählt und nahm den Papstnamen Benedikt an. Er ließ den Papstpalast in Avignon erbauen, reformierte die Besetzung der kirchliche Ämter, die Verwaltung und das Ordensleben. Die Idee der unbefleckten Empfängnis der Gottesmutter Maria lehnte er ab, entwickelte aber eine positive Lehre über das Fegefeuer, das es ermögliche, sich selbst und die Welt zu neu zu entdecken. Ohne Ergebnis blieben seine Versuche, eine Wiedervereinigung mit den Orthodoxen Kirchen zu erreichen und noch einen neuen Kreuzzug auf den Weg zu bringen.

Benedikt XII. wurde in der Kathedrale in Avignon bestattet.

Das Kloster Boulbonne in Cintegabelle wurde 1790 in der Französischen Revolution aufgelöst, die Gebäude dann verkauft, die noch bestehenden sind heute Privatbesitz und Bauernhof.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.09.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Beno%C3%AEt_XII - abgerufen am 06.09.2026
• https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XII. - abgerufen am 06.09.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.