Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria Rosa Julia Billiart

französischer Name: Marie-Rose-Julie

1 Gedenktag katholisch: 8. April

Name bedeutet: M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
R: die Rose (latein.)
J: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)

Ordensgründerin
* 12. Juli 1751 in Cuvilly bei Compiègne in Frankreich
8. April 1816 in Namur in Belgien


Geburtshaus und Kapelle in Cuvilly
Geburtshaus und Kapelle in Cuvilly

Maria Rosa Julia, sechstes von sieben Kindern von Jean-François Billiart und Marie geb. Debraine, half dem Pfarrer in der Kirche ihres Heimatortes schon in ihrer Jugend beim Erzählen biblischer Geschichten für Kinder und beim Katechismus-Unterricht. Als sie 23 Jahre alt war, erschrak sie ob eines Schusswaffen-Anschlags auf ihren Vater so sehr, dass sie gelähmt wurde. 22 Jahre lang blieb sie oft bettlägrig, empfing aber täglich die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. und unterrichtete in ihrem Elternhaus weiterhin Kinder ihres Dorfes.

Während der Französischen Revolution beschuldigte man Maria Rosa Julia, verfolgten Priestern Unterschlupf zu gewähren, deshalb sollte sie auf dem Platz vor der Kirche ihres Dorfes verbrannt werden, konnte aber mit Hilfe von Freunden fliehen und kam nach Amiens, wo sie bei der Gräfin Baudoin Zuflucht fand. 1803 gründete sie zusammen mit Gefährtinnen in Amiens die Kongregation der Soeurs de Notre-Dame, die Schwestern Unserer Lieben Frau mit der Zielsetzung der Erziehung und Unterweisung junger Frauen. Ihr Beichtvater gab der Gemeinschaft eine an die der Jesuiten angelehnte Regel. Im Jahr darauf genas Maria Rosa Julia auf wunderbare Weise nach 30 Jahren der Lähmung.

Die Kongregation wuchs schnell, aber 1809 versuchte ein Abt aus Amiens, ihr eine klösterlichem Leben ähnliche Regel zu verpasen; Maria Rosa Julia wehrte sich, schließlich verlies sie deshalb Frankreich und fand in Namur in Belgien eine neue Heimat. Bis auf zwei folgten ihr alle Schwestern der Soeurs de Notre-Dame nach Namur, wo das neue - bis heute bestehende - Mutterhaus eröffnet wurde. In den letzten sieben Jahren ihres Lebens festigte Maria Rosa Julia die junge Kongregation. Von 1804 bis 1816 wurden 15 Klöster gegründet, Maria Rosa Julia unternahm als Generaloberin über hundert Reisen, um diese regelmäßig zu besuchen. Im Januar 1816 erkrankt sie und starb drei Monate später. Kurz vor dem Tod der Gründerin wurde die Gemeinschaft in Frankreich wieder zugelassen.

Maria Rosa Julia Billiart wurde in der Kapelle des Mutterhauses der Soeurs de Notre-Dame in Namur bestattet.

Das Geburtshaus von Maria Rosa Julia Billiart in Cuvilly wurde 1918 im Krieg zerstört, 1934 wurde es wieder aufgebaut, 1995 erneuert und mit einer Kapelle ergänzt.

Kanonisation: Papst Pius X. sprach Julia am 13. Mai 1906 selig, Papst Paul VI. sprach sie am 22. Juni 1969 heilig.

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Das Geburtshaus von Maria Rosa Julia Billiart mit der Kapelle in Cuvilly kann besucht werden. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 24.04.2026

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• https://snddensjb50.org/maison-natale-de-julie - abgerufen am 24.04.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Julie_Billiart - abgerufen am 24.04.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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