Ökumenisches Heiligenlexikon

Bibiana von Rom
auch: Vibiana

Gedenktag katholisch: 2. Dezember
Name bedeutet: die Lebendige (latein.)
Märtyrerin
* um 352 in Rom
† 367 (?) daselbst

Bibiana erlitt der legendären Überlieferung nach unter Kaiser Julian Apostata das Martyrium: der verbannte seinen Präfekten Flavianus, weil er sein Haus zur Zuflucht für verfolgte Christen gemacht hatte. Verfolgt wurden auch Flavianus' Frau Dafrosa und die beiden Töchter, Bibiana und ihre Schwester Demetria; Bibianas Mutter und ihre Schwester starben im Kerker eines natürlichen Todes, Bibiana wurde monatelang gefoltert, schließlich an einer Säule ihres eigenen Hauses festgebunden und gegeißelt bis sie starb, dann in ihrem Haus innerhalb der Stadt von einem Priester begraben.

Papst Simplicius weihte Bibiana eine an der Stelle ihres Begräbnisses in der Nähe des römischen Denkmals der Minerva Medica errichtete Kirche, die bis heute existiert und in der die Säule ihres Martyriums zu betrachten ist. Staub von dieser Säule und Minzkraut von ihrem Grab soll gegen Fallsucht helfen.

Mitte des 9. Jahrhunderts kennt das Martyrologium des Ado von Vienne ihren Geednktag, danach auch andere Heiligenverzeichnisse. Im frühen 13. Jahrhundert wurde die Kirche S. Bibiana restauriert und von Papst Honorius III. wieder geweiht. Papst Eugen IV. erklärte 1439 die Kirche zur Tochterkirche von S. Maria Maggiore. 1624 wurde angeblich Bibianas Leichnam wieder aufgefunden, daraufhin ließ Papst Urban VIII. die Kirche innen erneuern mit einer von Bernini geschaffenen Marmorstatue der Bibiana.

Patronin gegen Kopfweh, Krämpfe, Epilepsie, Fallsucht, Trunksucht und Unfälle
Bauernregeln: Wenn's regnet am Bibianatag, / regnet's vierzig Tag und eine Woche danach.
Gibt's Regen am Bibianitag, / es noch vierzig Tage regnen mag.

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.newadvent.org/cathen/02542b.htm
• http://www.bauernregeln.net/dezember.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XV, Herzberg 1999


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