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David Zeisbergers Eltern wanderten nach Georgia in Nordamerika aus und vertrauten ihren Sohn 1726 den Brüdern in Herrnhut zur Erziehung an. Als 16-jähriger begleitete er Nikolaus Graf von Zinzendorf nach Holland. Von hier brannte er zu seinen Eltern durch, mit denen er 1740 nach Pennsylvania zog. Dort kam er in der Siedlung Betlehem mit Indianern in Kontakt, lernte ihre Sprache und wurde in den Stamm der Irokesen aufgenommen. Er beschloss, Indianermissionar zu werden und gründete mehrere Gemeinden, die in den Indianerkriegen 1763 zwischen die Fronten gerieten. Die meisten christlichen Indianer fanden den Tod.
In den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts konnte Zeisberger längere Zeit südlich des Eriesees bei den Delawaren wirken, 1772 gründete er die Stadt Schönbrunn nahe dem heutigen New Philadelphia in Ohio. Dort lebte er mit den Indianern in einer Gemeinschaft, geprägt von christlichem Geist und gemeinsamer Arbeit, die so erfolgreich war, dass bald schon die weiteren Orte Gnadenhütten, Lichtenau bei Coshocton, Goshen und Salem in Ohio gegründet wurden, welche unter der Leitung von Zeisberger und dem Indianerhäuptling Newcomer aufblühten.
Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg vernichtete 1776 auch diese Arbeit, in der Kirche von Schönbrunn - beim heutigen New Philadelphia - wurde ein letzter Gottesdienst abgehalten, dann wurde sie von Zeisberger zerstört, um ihre Entweihung zu verhindern; Schönbrunn wurde aufgegeben, wahrscheinlich durch Feuer zerstört. 1781 wurde Zeisberger zeitweise von den Briten ins Gefängnis gesteckt. Die anderen Orte entfalteten aber weiter ihr blühendes Leben, bis 1796 die christlichen Indianer in Gnadenhütten vom amerikanischen Militär ermordet wurden, woraufhin auch die anderen Siedlungen zerstört wurden. Zeisberger gründete dennoch bis zu seinem Tod immer wieder neue Siedlungen mit Indianern.
Zeisberger verfasste zahlreiche Schriften, darunter ein Wörterbuch und eine Grammatik von Indianersprachen und eine Geschichte der Eingeborenen von Nordamerika.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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