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Jakob Gapp
Jakob Gapp wurde 1897 in Wattens als jüngstes von sieben Kindern einer Fabrikarbeiterfamilie geboren. Er absolvierte das Gymnasium der Franziskaner in Hall in Tirol, aus dem auch andere Persönlichkeiten des kirchlichen NS-Widerstandes hervorgingen, unter anderen Franz Reinisch. Als 18-jähriger Gymnasiast meldete er sich freiwillig zum Kriegseinsatz im 1. Weltkrieg, 1918 geriet er in italienische Gefangenschaft. Aus dem Krieg kehrte er nach eigenen Worten als Atheist zurück, fand aber schon bald wieder zum Glauben. 1920 trat er auf dem Greisinghof in Tragwein bei Linz in das Noviziat der == Marianisten ein, 1925 legte er die Ewigen Gelübde ab, 1930 wurde er in Fribourg in der Schweiz zum Priester geweiht.
Schulhaus
und Kirche in Reutte in Tirol heute ![]()
Die Zeit des priesterlichen Wirkens von Jakob Gapp war geprägt durch soziales
Engagement und Wachsamkeit gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen.
Schon früh erkannte er, dass der aufkeimende Nationalsozialismus mit dem
Christentum unvereinbar war. Als Jakob Gapp im Franziskanerkloster
in Reutte in Tirol lebte und arbeitete und auch an der dortigen Schule
lehrte, untersagte ihm ein Schuldirektor wegen kritischer Äußerungen im
Religionsunterricht 1938 das Unterrichten und schaltete die Gestapo ein.
Pater Gapp floh ins Ausland. Nach kurzem Aufenthalt im Stammhaus der Marianisten
in Bordeaux
in Frankreich war er ab Mai 1939 an mehreren spanischen Ordensschulen tätig.
Seine Nazi-kritischen Predigten aus dieser Zeit erregten auch in Berlin
Aufmerksamkeit. 1942 erschlichen sich als verfolgte Juden getarnte
Gestapo-Agenten das Vertrauen des Ordensmannes und überredeten ihn zu einem
Grenzübertritt ins deutsch besetzte Frankreich. Dort wurde er verhaftet und
ins Gefaängnis nach Berlin-Plötzensee
überstellt. Am 2. Juli 1943 wurde er als Volksverräter
vom
Volksgerichtshof zum Tod verurteilt
Gedenkstein auf dem Greisinghof in Tragwein
bei Linz 
Jakob Gapp wurde im Gefängnis in Berlin-Plötzensee
enthauptet, sein Leichnam dem anatomischen Institut übergeben, um eine Bestattung
zu verhindern, denn unter der konfessionell gebundenen Bevölkerung würde Gapp als
Märtyrer seines Glaubens gelten
- so der Chef des Reichssicherheitsdienstes,
der SS-Mann Johann Rattenhuber.
In der Pfarrkirche in Wattens ist Jakob Gapp eine Gedenkstätte errichtet, das Jugend- und Gemeindehaus mit öffentlicher Bibliothek neben der Kirche trägt seinen Namen. Auf dem Greisinghof in Tragwein bei Linz erinnert ein Gedenkstein an ihn, in Reutte in Tirol ist eine kleine Straße im Neubaugebiet nach ihm benannt.
Gedenkstätte in der Pfarrkirche
in Wattens ![]()
Das Urteil des
Volksgerichtshofs unter Roland Freisler ist erhalten.
Kanonisation:
Jakob Gapp wurde am 24. November 1996 gemeinsam mit Otto
Neururer von Papst Johannes
Paul II. seliggesprochen.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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