Ökumenisches Heiligenlexikon

John Wesley

Gedenktag evangelisch: 2. März
Gedenktag anglikanisch: 24. Mai
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Erweckungsprediger, Stifter der Methodisten
* 17. Juni 1703 in Epworth in Lincolnshire in England
† 2. März 1791 in London
Kartenskizze Kartenskizze

John gründete als Student in Oxford zusammen mit seinem Bruder == Charles einen Bund zur Lektüre der Bibel und praktizierten Frömmigkeit; ob ihres methodisch geordneten Gemeinschaftsleben erhielten sie den Spottnamen Methodisten.

1728 wurde John zum Priester der anglikanischen Kirche geweiht. Bei einer Reise nach Amerika lernte er in Georgia die Herrnhuter Brüdergemeine von Nikolaus Graf von Zinzendorf kennen, die ihm einen starken Eindruck machte. Am 24. Mai 1738, abends um 20.45 Uhr, hatte er sein endgültiges Bekehrungserlebnis bei einer Vorlesung von Martin Luthers Vorrede zum Römerbrief: ihn erfasste die Gewissheit, von Gott geliebt zu sein. Aus Freude darüber wuchs die Lust an Gott und seiner Sache, der Rettung von Menschen. Nun reiste er als Erweckungsprediger durch England und Amerika, um Gottes alle umfassende Liebe zu verkündigen und Kirche und Gesellschaft zu reformieren. Täglich predigte er bis zu fünfmal, wandte sich besonders an die Armen und gegen die weit verbreitete Überzeugung, Armut sei selbst verschuldet oder eine Strafe Gottes. Als Folge seiner Predigten gründeten sich Gruppen von Menschen, die sich für die Beseitigung der sozialen Not einsetzten durch Bildungsmaßnahmen, medizinische Versorgung, die Verbreitung hygienischer Regeln, die Betreuung von Strafgefangenen, Arbeitslosen und Abhängigen. In besonderer Weise engagierte Wesley sich gegen die in den USA verbreitete Sklaverei.

John Wesley

John Wesley   

Wesley legte den Grundstein der heute weltweit vertretenen methodistischen Kirche, auch wenn er die Gründung erst nach längerem Zögern 1784 akzeptierte, selbst jedoch bis zu seinem Tod anglikanischer Pfarrer blieb; auch die Heilsarmee und Pfingstkirchen führen ihren Ursprung auf ihn zurück.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• dtv-Lexikon, Bd. 20, München 1980


W3C