Ökumenisches Heiligenlexikon

Liberatus (Johannes Laurentius) Weiß

Gedenktag katholisch: 3. März
     nicht gebotener Gedenktag im Bistum Regensburg
Name bedeutet: der Befreite (latein.)
Ordensmann, Priester, Missionar, Märtyrer
* 4. Januar 1675 in Konnersreuth in der Oberpfalz
† 3. März 1716 in Abbo bei Gonder in Äthiopien
Kartenskizze
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Kartenskizze
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Johannes Laurentius Weiß wurde in der Klosterschule in Waldsassen erzogen. Im Alter von 18 Jahren trat er in Graz in den Franziskanerorden ein und nahm den Ordnsnamen Liberatus an. 1698 zum Priester geweiht, wirkte er zunächst als Seelsorger, ab 1703 bereitete er sich in Rom auf die Tätigkeit als Missionar in Äthiopien vor. Die sehr alte, aber monophysitische Äthiopische Kirche gilt der katholischen Kirche als häretisch. 1704 brach Liberatus mit seinen Begleitern auf, aber auf dem Weg über Ägypten und den Sudan wurde er in Khartoum - Al Khurtum - vom König aufgehalten und ausgeraubt, acht seiner neun Begleiter starben ob der Strapazen. In Jerusalem wartete er dann auf eine neue Gelegenheit zur Mission in Äthiopien, 1711 folgte er der Anweisung aus Rom, 1712 traf er in Begleitung von Michael Pius Fasoli und Samuel Marzorato in Gonder - damals die Hauptstadt Ähiopiens - ein.

Liberatus gewann das Vertrauen des neuen Äthiopischen Königs. Zwar durfte er nicht predigen, aber er konnte lehren, reisen, reden und sogar ein kleines Hospital aufbauen. 1715 schien die Zeit reif, der Äthiopischen Kirche die Wiedervereinigung mit der katholischen in Rom vorzuschlagen. Es kam aber im Volk zur Revolte gegen solches Vorhaben, Liberatus und seine Begleiter mussten in die Provinz Tigray flüchten, der König als ihr Förderer sogar abdanken. Sein Nachfolger stellte die Franziskaner vor Gericht, sie wurden zum Tod durch Steinigung verurteilt.

Kanonisation: Papst Johannes Paul II. hat Liberatus Weiß und seine beiden Gefährten 1988 seliggesprochen.

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Quellen:
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 3. Christiana, Stein am Rhein 1994


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