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Ökumenisches Heiligenlexikon

Adolph Kolping

Gedenktag katholisch: 4. Dezember
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
gebotener Gedenktag im Bistum Köln
Diözesankalender Aachen, Eichstätt, Essen, Freiburg i. Br., Fulda, Hamburg, Hildesheim, München-Freising, Münster, Osnabrück, Paderborn Regensburg, Speyer, Würzburg

Name bedeutet: edler Wolf (althochdt.)

Priester, Vereinsgründer
* 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln in Nordrhein-Westfalen
† 4. Dezember 1865 in Köln in Nordrhein-Westfalen


Adolph Kolping
Adolph Kolping

Adolph Kolping wuchs als jüngster Sohn unter vielen Kinder des armen Schäfers und Kleinbauern Peter Kolping und seiner Frau Anna Maria geb. Zurheyden auf. Enger Zusammenhalt in der Familie und die religiöse Erziehung prägten ihn für sein Leben. Er erlernte das Schusterhandwerk und kam als 16-jähriger Geselle nach Köln. Entsetzt über die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in der Stadt beschloss er, Priester zu werden und zu helfen. Deshalb besuchte er ab 1837 nach bestandener Aufnahmeprüfung dort noch das Marzellen-Gymnasium und studierte ab 1841 Theologie in München, Bonn und Köln, wurde 1845 in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht und als KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. an der Laurentiuskirche und Religionslehrer in Elberfeld - heute ein Stadtteil von Wuppertal - eingesetzt. In der durch die wachsende Textilindustrie geprägten Stadt war die soziale Not der Industriearbeiter besonders augenfällig. Dem versuchte der Lehrer Johann Gregor Breuer mit einem 1846 gegründeten Verein für junge Gesellen entgegenwirken; 1847 wurde Adolph Kolping dessen zweiter Präses.

1849, gerade als Vikar an den Dom in Köln versetzt, gründete Kolping den Kölner Gesellenverein, eine Selbsthilfeorganisation, die durch soziale Unterstützung sowie mit Freizeit- und Bildungsangeboten verhindern sollte, dass unselbständige Handwerker ins Proletariat abrutschen und sich dem Christentum entfremden. Die Gesellenvereine sollten wandernden Handwerkern eine Art Familienersatz bieten; die Wandergesellen sollten menschliche Zuwendung erfahren und zu tüchtigen Christen und Geschäftsleuten erzogen werden. Seine programmatische Schrift Der Gesellenverein machte seine Ideen weithin bekannt. Schon bald hatte der Kölner Verein 230 Mitglieder; es folgten weitere Vereine dieser Art im Rheinland und in Westfalen. Kolping schaffte sich Bekanntheit auch als Volksschriftsteller und verwendete die Einkünfte aus seinen Schriften zum weiteren Ausbau des Werkes. 1850 bis 1854 redigierte er das Rheinische Kirchenblatt als Vereinsorgan, ab 1850 gab er Kalender heraus, deren Beiträge er zum größten Teil selbst verfasste; mit ihnen wurde er zu einem der bedeutendsten katholischen Volksschriftsteller des 19. Jahrhunderts.

1853 wurde neben der Minoritenkirche in Köln das erste Gesellenhaus eröffnet, um den wandernden Arbeitern eine ordentliche Unterkunft zu bieten und um Weiterbildung als Akademie im Volkston anzubieten. 1854 gründete Kolping mit den Rheinischen Volksblättern seine eigene Wochenzeitung, die schnell zu einem der erfolgreichsten katholischen Presseorgane jener Zeit wurde. Umfangreiche Reisen dienten der Verbreitung seiner sozialpädagogischen Reformideen, eine direkte Einflussnahme auf die Sozialpolitik übte er aber nicht aus. Nachdem die Gesellenvereine vom Papst anerkannt wurden, wurde Kolping 1862 zum Rektor der Minoritenkirche in Köln und noch im selben Jahr zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannt.

Adolph Kolpings Grab in der Minoritenkirche in Köln
Adolph Kolpings Grab in der Minoritenkirche in Köln

Adolph Kolpings Grab ist in der Minoritenkirche in Köln, seine Gebeine ruhen in einem moderner Sarkophag des Kölner Künstlers Josef Höntgesberg von 1957.

Bei Adolph Kolpings Tod gab es fast 200 Gesellenvereine mit 25.000 Mitgliedern in Europa und den USA, im Jahr 1879 zählten diese Vereine bereits 70.000 Mitglieder; 1933 wurde der Name in Kolpingfamilie geändert. Nach der Unterdrückung des Verbandes im Nationalsozialismus war der Wiederaufbau des deutschen Zweiges, nun Kolpingswerk genannt, schwierig; erst in den letzten Jahren gab es wieder einen Mitgliederzuwachs für den Sozialverband, der in den Bereichen Gesellschafts-, Sozial- und Familienpolitik Schwerpunkte seines politischen Wirkens sieht. Das Werk ist heute weltweit in 60 Ländern vertreten und hat über 350.000 Mitglieder.

Kanonisation: Adolph Kolping wurde am 27. Oktober 1991 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Der Prozess zur Heiligsprechung wurde unmittelbar darauf eingeleitet und ist fast abgeschlossen, noch fehlt aber das dafür nötige Wunder.

  Ausführliche und übersichtlich dargebotene Informationen über das Leben und Wirken von Adolph Kolping und Wissenswertes über das Kolpingswerk heute und über seine Geschichte bietet die Homepage Kolping.de

Martyrologium Romanum Flori-Legium

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

In Kolpings Geburtshaus in Kerpen bei Köln ist ein Museum eingerichtet mit originalen Gegenständen aus seinem Leben, einer Darstellung seines Wirkens und der Entwicklung des Kolpingwerkes, mit interaktiven Elementen, Film- und Tondokumenten.
Der Besuch ist nach Absprache mit Familie Friedrichs in Kerpen-Obermühle, Tel. 02237 - 3728 möglich, der Eintritt ist frei. (2013)




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 3. Christiana, Stein am Rhein, 1994
• http://www.kolpinghaus-memmingen.de/Kolpingsfamilie/Adolph_Kolping/adolph_kolping.html
• http://www.kolping.de/grundinfos/adolf_kolping_1.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
• Bernd Kettern. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992