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Ludwig Hofacker war der dritte Sohn eines württembergischen
Pfarrers. Er studierte Theologie in Tübingen,
fiel zunächst eher durch Streiche und Alkoholmissbrauch auf. Dann suchte er
das wahre Christsein in Selbstkasteiungen und schwärmerischem Beten zu finden.
Als er fast am Ende seiner Kräfte war, brachten Freunde ihn in einen Bibelkreis,
wo er eine entscheidende Wende in seinem Glauben erfuhr. Nach seinem theologischen
Examen erlitt er im August 1820 einen körperlichen und seelisch Zusammenbruch und
einen Sturz, bei dem er sich eine schwere Kopfverletzung zuzog. Er war leidend und
immer wieder von Krankheiten heimgesucht, konnte nur wenige Wochen Vikarsdienste
versehen und fühlte sich wie ein Toter mitten unter Lebendigen
und als totaler
Versager.
1823 kam er als Hilfsprediger
zu seinem Vater an die Leonhardskirche in Stuttgart,
ab 1825 wirkte er - immer wieder unterbrochen von längeren Krankheitszeiten und
Kuraufenthalten - als Pfarrer in Rielingshausen,
1828 hielt er seine letzte Predigt.
Durch seine Predigten und seine seelsorgerlichen Rundbriefe an Amtsbrüder hat
Hofacker trotz seiner gebrochen wirkenden Existenz eine ungewöhnlich starke
Wirkung ausgeübt. Aufbrüche in der Diakonie, Jugendarbeit, weltweiter
missionarischer Arbeit und Seelsorge gehen auf ihn zurück. Er wollte einen Schrei
tun, dass die Menschen doch Gott die Ehre geben sollen!
Dabei war seine
Theologie ganz auf Jesus Christus
zentriert: Nur Christus ist's, der uns durchbringt! Sein Leben muss es tun,
nicht mein Leben
. Hofackers Predigtbuch, zu dem er die
Predigten selbst gesammelt hatte, wurde von seinem Bruder Wilhelm herausgegeben
und fand eine weite Verbreitung, bis heute sind 60 Auflagen veröffentlicht, es
wurde in sechs Sprachen übersetzt. In den nur knapp fünf Jahren seines Wirkens hat
Hofacker nachhaltigen Einfluss auf das geistliche Leben in Württemberg
genommen.
Zum
200. Geburtstag hat Markus Steeb eine Internetseite über Hofackers
Leben und Wirken zusammengestellt.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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