Ökumenisches Heiligenlexikon

Marcellinus von Ancona

Gedenktag katholisch: 9. Januar
in Ancona: 8. Januar

Name bedeutet: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Bischof von Ancona
† 8. Januar 555 (?)

Marcellinus, wohl aus dem Adelsgeschlecht der Bocca-Majore stammend, wurde wohl 539 der fünfte Bischof von Ancona.

Nach der von Gregor dem Großen berichteten Überlieferung, die ihn als Mann mit verehrenswürdigem Leben bezeichnet, ließ Marcellinus sich bei einer großen Feuersbrunst, obwohl er selbst an einem akuten Gichtanfall litt, an die am meisten gefährdete Stelle bringen, worauf das Feuer - als ob es seinen Blick nicht ertragen könnte - sich auf sich selbst zurückgewälzt habe und so in den eigenen Flammen erstickt sei.

Marcellinus' Reliquien, um 1756, in der Krypta der Kathedrale von Ancona

Marcellinus' Reliquien, um 1756, in der Krypta der Kathedrale von Ancona

Erhalten blieb demnach Marcellinus' Gebetbuch, das lange in Ancona gezeigt wurde und Spuren des Brandes trug. Kranke, die es berührten, erhielten die Gesundheit wieder; der Sohn einer vornehmen Familie blieb mitten im Feuer, in das ihn der Teufel geworfen hatte aus Neid über die Verehrung, die der Jüngling Marcellinus entgegenbrachte, unverletzt; ein Dorf nahe Ancona hörte auf zu brennen, als man das Gebetbuch dorthin brachte.

Patron gegen Feuergefahr

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon





Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon ..., 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• http://it.wikipedia.org/wiki/Diocesi_di_Ancona