Ökumenisches Heiligenlexikon

Rupert Mayer

Gedenktag katholisch: 1. November
     n.g. Gedenktag im deutschen Sprachgebiet: 3. November
     geb. Gedenktag im Bistum München-Freising: 3. November
     Diözesankalender Augsburg, Freiburg i.Br., Hildesheim,
     Osnabrück, Regensburg, Speyer, Würzburg
     n.g. Gedenktag im Bistum Eichstätt: 5. November
Name bedeutet: der Ruhmreiche, Glänzende (germanisch - althochdt.)
Priester, Ordensmann
* 23. Januar 1876 in Stuttgart in Baden-Württemberg
† 1. November 1945 in München in Bayern
Kartenskizze

Rupert Mayer wuchs in Stuttgart auf, besuchte das Gymnasium, studierte Philosophie und Theologie in Freiburg, München und Tübingen, bis er 1899 zum Priester geweiht wurde. 1900 trat er in Feldkirch in Vorarlberg dem Jesuitenorden bei, ab 1906 zog er als Volksmissionar durch die Schweiz, Deutschland und die Niederlande. 1912 kam er als Männerseelsorger nach München, 1914 ging er als Soldatenseelsorger an die Fronten des 1. Weltkrieges und wurde als erster Feldgeistlicher mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: er hatte sich eine lebensgefährliche Verletzung zugezogen, weil er sich schützend über einen schwer verletzten Soldaten gebeugt hatte; ein Bein musste ihm amputiert werden.

In den restlichen Kriegsjahren predigte Rupert Mayer wieder in München. 1921 wurde er Präses der Marianischen Männerkongregation, in den 20-er Jahren galt er als die Stimme der Katholiken in München. Schon früh erkannte er die Gefahren des heraufziehenden Nationalsozialismus und warnte vor dieser Bewegung. Im Januar 1937 wurde er dann von den Nazis erstmals verhaftet, schließlich wegen einer Predigt zu sechs Monaten Haft verurteilt. Wegen konsprativer Kontakte wurde er im November 1939 erneut verhaftet, mehrfach verurteilt und sieben Monate im Konzentrationslager in Sachsenhausen - heute ein Stadtteil von Oranienburg in Brandenburg - in Isolationshaft gehalten. 1940 wurde er freigelassen mit der Auflage eines Predigtverbotes, die fünf Jahre bis zum Ende des Krieges verbrachte er isoliert und unter Bewachung durch die GeStaPo im Kloster Ettal. Nach Kriegsende wirkte er wieder als Seelsorger in München und wurde als der 15. Nothelfer bezeichnet. Aber er war auch am Ende seiner Lebenskräfte, am Allerheiligentag starb er während der Messe vor dem Altar der Münchner Michaelskirche.

Rupert Mayer (rechts) im Kloster Ettal

Rupert Mayer (rechts) im Kloster Ettal

Rupert Mayer wurde zuerst auf dem Klosterfriedhof in Ettal beigesetzt, sein Grab war schnell eine von Zehntausenden besuchte Wallfahrtsstätte. Dann wurde er in die Unterkirche in der Bürgersaalkirche der Marianischen Männerkongregation in München überführt, Zehntausende gaben dabei das Geleit, bis zum heutigen Tag wird seine letzte Ruhestätte stark besucht.

Kanonisation: Rupert Mayer wurde 1987 durch Papst Johannes Paul II. bei dessen zweitem Deutschlandbesuch im Olympiastadion in München als Priester standhaften Glaubens selig gesprochen.

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 2. Christiana, Stein am Rhein 1992
• http://www.jesuit.org.tw/01/14-1103.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999



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