der Schweiger(von Oranien)
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Anthonis Mor: Wilhelm von Oranien, 1555 / 56, Staatliche Kunstsammlungen in
Kassel
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Wilhelm von Nassau erbte im Alter von elf Jahren das Fürstentum Oranien und nassauische Besitzungen in den Niederlanden. In den habsburgischen Niederlanden war ein Lutheraner aber nicht erwünscht, eine katholische Erziehung wurde zur Bedingung gemacht, 1549 kam er an den Brüsseler Hof von Kaiser Karl V. Der übertrug 1555 seinem Sohn und Thronfolger in Spanien, Philipp II., die Herrschaft über die Niederlande; Philipp berief noch im selben Jahr Wilhelm in den Staatsrat der Niederlande.
Der ab 1561 mit der protestantischen Anna von Sachsen verheiratete Wilhelm widersetzte sich nun den Forderungen von Phillip II. nach Unterstützung gegen die französischen Hugenotten und forderte die Abschaffung der Inqusition. 1564 versagte er Philipp II. im Staatsrat das Recht, die Religion der Untertanen festlegen zu können, und verlangte die Nichtdurchführung der Beschlüsse des Konzils von Trient. 1566 trat Wilhelm als Statthalter zurück, weil er die Inquisitionnicht dulden wollte, 1567 floh er vor dem von König Philipp entsandten neuen Generalstatthalter, Herzog Alba, in seine nassauische Heimat.
1568 versuchte Wilhelm, Herzog Alba mit Hilfe von Söldnern zu besiegen, blieb
aber erfolglos. Daraufhin unterstützte er in Frankreich die Hugenotten.
1568 begann damit der 80-jährige Krieg gegen Spanien, der erst mit dem
westfälischen Frieden von 1648 beendet wurde. 1572 kämpfte Wilhelm wieder auf
der Seite der niederländischen Aufständischen, die ihn erneut zum Statthalter
machten. 1573 trat er öffentlich zum Calvinismus über. Im dritten Anlauf gelang
es Wilhelm 1574 durch seinen Sieg bei Leiden,
Alba zu vertreiben. Spaniens Versuche, die Niederlande zurückzuerobern, waren
gescheitert. 1575 stiftete er die Universität Leiden
als die erste Universität der Niederlande. 1581 schlossen sich die Nordprovinzen
zur Republik der vereinigten Niederlande
zusammen und ernannten Wilhelm zu
ihrem Statthalter. Wilhelm selbst war religiös eher unentschieden, wurde aber
zum Retter der Eigenständigkeit des Landes und der Reformation in den
Niederlanden, dort wird er deshalb als Landesgründer und Vater des Vaterlandes
verehrt.
Von Philipp II. wurde er 1580 geächtet, 1584 von einem katholischen Fanatiker, dem Jesuitenzögling Balthazar Gérard, ermordet.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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