Der erste Teil
Der erste Teil war die Vision der Hölle. Unsere Liebe Frau zeigte uns ein großes Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien. Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgeworfen von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreie, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren ließen. Die Teufel waren gezeichnet durch eine schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheußlichen, unbekannten Tieren, aber auch sie waren durchsichtig und schwarz.
Der zweite Teil
Diese Vision dauerte nur einen Augenblick. Dank sei unserer himmlischen
Mutter, die uns vorher (in der ersten Erscheinung) versprochen hatte,
uns in den Himmel zu führen. Wäre das nicht so gewesen, dann,
glaube ich, wären wir vor Schrecken und Entsetzen gestorben. Wir erhoben
den Blick zu Unserer Lieben Frau, die voll Güte und Traurigkeit sprach:
Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder
kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem
Unbefleckten
Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele
Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende
nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter
dem Pontifikat von Papst Pius XII. (1939 - 1958) ein anderer, schlimmerer
beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht,
dann wisst, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt:
dass Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen
der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen
wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands
an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen
des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird
Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine
Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen
heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater
wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden,
am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater
wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine
Zeit des Friedens geschenkt werden.
Der dritte Teil, das Geheimnis von Fatima
- veröffentlicht erst im Heiligen Jahr 2000
Der dritte Teil des Geheimnisses, das am 13. Juli 1917 in der Cova
da Iria, Fatima, offenbart wurde. Ich schreibe aus Gehorsam gegenüber
Euch, meinem Gott, der es mir aufträgt, durch seine Exzellenz, den
Hochwürdigsten Herrn Bischof von Leiria, und durch Eure und meine
allerheiligste Mutter.
Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links
von Unserer Liebe Frau etwas
oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt;
es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie
die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit
dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten
Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die
Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße!
Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist, 'etwas, das
aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen':
einen in Weiß gekleideten Bischof; 'wir hatten die Ahnung, dass es
der Heilige Vater war'. Dazu verschiedene
andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen, die
einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes
Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde.
Bevor er dort ankam, ging der Heilige
Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und
halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt,
betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete.
Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes
nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit
Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach
die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen,
Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter
den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne
aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer
auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.
Erläuterungenen
zum dritten Teil und die Abbildung des Dokumentes im Orginal gibt es
auf der Internetpräsenz des Vatikans auch in Deutsch.

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