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Ökumenisches Heiligenlexikon

Alexander Wladimirowitsch Men

russischer Name: Aleksandr

Gedenktag orthodox: 9. September

Name bedeutet: der Wehrmann (griech.)

Priester, Märtyrer
* 20. Januar 1935 in Moskau in Russland
† 9. September 1990 in Semchos, heute Ortsteil von Sergijew Possad in Russland


Alexander war Sohn eines jüdischen Textilingenieurs und einer orthodoxen Mutter. Schon als Schüler las er Werke von Johannes „Chrysostomus”, Basilius „dem Großen”, Augustinus von Hippo und == Feofan Satwornik. Er studierte Biologie in Irkutsk und autodidaktisch Theologie und Philosophie, dabei beschäftigte er sich mit Baruch de Spinoza, René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz. In Irkutsk traf er den Theologiestudenten und späteren Dissidenten Gleb Jakunin. 1958 wurde er in Moskau zum Priester geweiht und begann das Studium am Geistlichen Seminar in Leningrad - dem heutigen St. Petersburg -, das er 1968 in Moskau mit dem Doktorgrad abschloss.

Rosenkranz und Patene von Alexander Men in der den Märtyrern des 20. Jahrhunderts gewidmeten Kirche San Bartolomeo all'isola in Rom
Rosenkranz und Patene von Alexander Men in der den Märtyrern des 20. Jahrhunderts gewidmeten Kirche San Bartolomeo all'isola in Rom

Men veröffentlichte zehn Bücher, die als Tamisdat - also unter Pseudonym in russischer Sprache im Ausland verlegt wurden und dann als verbotene Literatur in die Sowjetunion zurückkehrten. Zu den wichtigsten gehören die fundamentaltheologische Reihe Auf der Suche nach dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, Der Menschensohn als Einführung ins Christentum und Sakrament, Wort und Bild, eine Abhandlung zur Entstehung und Entwicklung orthodoxer Feste. In den 1970-er und 1980-er Jahren leitete er die Gemeinde in Tarasovka bei Moskau und betätigte sich aktiv als Missionar, besonders unter Jugendlichen und Intellektuellen, zudem taufte er mehrere tausend Menschen. Er war verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter, gab die Zeitschrift Welt der Bibel heraus und gründete 1989 in Moskau eine Freie Orthodoxe Universität. Seit den 1960-er Jahren wurde er vom russischen Geheimdienst KGB überwacht, der mehrfach seine Wohnung durchsuchte und ihn zu Vernehmungen vorlud. Nach dem Fall des Kommunismus trat er öfter im russischen Fernsehen auf, gewann große Popularität, wurde jedoch von Nationalisten und Antisemiten wegen seiner jüdischen Herkunft und ökumenischen Auffassungen angefeindet.

Am 9. September 1990 wurde er am frühen Morgen in Semchos von einem Attentäter mit dem Beil erschlagen. Der Vorsitzende der von der Regierung eingesetzten Untersuchungskommission wurde dann ebenfalls getötet.

Die katholische Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Allrussische Bibliothek für Ausländische Literatur in Moskau verleihen seit 1995 jährlich den Alexander-Men-Preis an Persönlichkeiten, die sich um den Austausch zwischen Russland und Deutschland verdient gemacht haben.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.07.2017

Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Wladimirowitsch_Men

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.