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Ökumenisches Heiligenlexikon

Alois Liguda

polnischer Name: Alojzy

Gedenktag katholisch: 8. Dezember
bei den Steyler Missionaren: 12. Juni
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum München-Freising: 12. Juni
in Polen als Märtyrer der deutschen Besatzung 1939 bis 1945: 12. Juni

Name bedeutet: der ganz Weise (latein. Form von Alwis, althochdt.)

Priester, Ordensmann, Märtyrer
* 23. Januar Jahre 1898 in Winów bei Opole in Polen
† 8. Dezember 1942 in Dachau in Bayern


Alois Liguda
Alois Liguda

Alois Liguda, jüngster Sohn von Wojciech und Rozalia, hatte sechs Geschwister. Er besuchte das kleine Seminar der Steyler Missionare in Neiße / Nysa, musste seine Schulzeit aber 1917 unterbrechen und kam als Artillerist der deutschen Armee an die Westfront; 1920 konnte er sein Abitur ablegen, trat anschließend den Steyler Missionaren bei und studierte an deren Internationalem Missionspriesterseminar St. Gabriel in Maria Enzersdorf bei Mödling nahe Wien. 1926 legte er seine ewigen Gelübde ab, 1927 wurde er zum Priester geweiht und kam dann ins Missionshaus St. Joseph in Górna Grupa. Zwischen 1930 und 1934 studierte er Polnische Philologie an der Universität in Posen / Poznań, gleichzeitig wirkte er dort als KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. und Lehrer an der Schule der Ursulinen. Zurück in Górna Grupa wurde er Lehrer für Geschichte, polnische Sprache und Literatur sowie Seelsorger bei den Soldaten. 1939 wurde er zum Rektor des Missionshauses ernannt und wurde Mitglied im Provinzrat.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 machten SS-Kommandos das Missionshaus in Górna Grupa zum Internierungslager für die Hausbewohner und Seminaristen sowie für Diözesanpriester. Als im November 1939 fünfzehn Priester und zwei Seminaristen abtransportiert wurden, erhob Rektor Liguda vergeblich Einspruch; diese Verschleppten wurden erschossen. Im Februar 1940 wurden die restlichen im Missionshaus Internierten ins Zivilgefangenenlager Neufahrwasser nach Nowy Port - einem Stadtteil von Danzig - gebracht. Anfang April wurde Liguda zusammen mit einer größeren Gruppe von Häftlingen ins Lager nach Graniczna Wieś bei Danzig verlegt, dann ins Konzentrationslager Stutthof / Sztutowo gebracht und schließlich ins KZ nach Sachsenhausen - den heutigen Stadtteil von Oranienburg. Liguda musste den Häftlingen Deutschunterricht erteilen; trotz deutlicher Bevorzugung war auch er nicht sicher vor Schikanen. Das Generalat der Steyler Missionare in Rom und die päpstliche Nuntiatur in Berlin versuchten seine Freilassung zu erreichen, weil seine Familie die deutsche Staatsangehörigkeit besaß und er in der deutschen Armee gedient hatte, aber Liguda erklärte, das er Pole sei und Pole bleiben wolle. Im Dezember 1940 wurde er ins Konzentrationslager nach Dachau transportiert.

Im Januar 1941 wurde das Konzentrationslager in Dachau von einer Krätze-Epidemie heimgesucht und die Kranken in einer Baracke isoliert: 1000 Mann kamen in einen Raum, in dem nur für 400 Platz war und in dem klirrende Kälte herrschte. Nachdem ein Häftling bei der Arbeit geraucht hatte, was strikt verboten war, nahm Alois Liguda die Schuld auf sich, damit nicht alle bestraft würden; dafür wurde er schwer misshandelt. Wegen einer Tuberkuloseinfektion kam er in die Krankenabteilung und anschließend zu den Invaliden und Behinderten, was das Todesurteil bedeutete; Grund dafür war die Rache des Blockführers, weil Liguda ihn öffentlich ermahnt hatte, die Brotrationen gerechter zu verteilen. Zusammen mit weiteren zehn Invaliden und Behinderten wurde er dann in der Nacht in Eiswasser geworfen und ihm darin die Haut bei lebendigem Leib in Streifen abgezogen; diese bestialische Aktion war ein medizinischer Versuch zur Erforschung des Verhaltens der Haut.

Alois Ligudas Mutter schreib man: Ihr Sohn ist am 8. Dezember 1942 in der hiesigen Krankenabteilung an Lungentuberkulose gestorben!. Die Leichen wurden am 12. Dezember verbrannt. In seiner Heimatstadt wurde die Straße an seinem Elternaus nach Alois Liguda benannt.

Kanonisation: Alois Liguda wurde am 13. Juni 1999 zusammen mit 107 weiteren polnischen Märtyrern des Nationalsozialismus von Papst Johannes Paul II. in Warschau seliggesprochen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.11.2017

Quellen:
• Monika Neudert, www. selige-kzdachau.de mit Dank an Klemens Hogen-Ostlender, E-Mail vom 10. November 2017
• https://pl.wikipedia.org/wiki/Alojzy_Liguda
• https://wpolityce.pl/polityka/123325-dzis-mija-69-rocznica-smierci-bl-o-alojzego-ligudy-slaskiego-meczennika-za-wiare-i-ojczyzne

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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