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Ökumenisches Heiligenlexikon

Angela Salawa

italienischer Name: Aniela

Gedenktag katholisch: 12. März
nicht gebotener Gedenktag im Orden der Franziskaner-Minoriten
in Polen (nicht gebotener Gedenktag) und im Erzbistum Kraków/Krakau (gebotener Gedenktag): 9. September

Name bedeutet: die Engelin (griech. - latein.)

Nonne, Mystikerin
* 9. September 1881 in Siepraw bei Krakau in Polen
am 12.März 1922 in Krakau in Polen


Andachtsbild
Andachtsbild

Angela war die Tochter eines Schmiedes aus einer tief religiösen Familie. Sie konnte nur zwei Jahre lang die Schule besuchen, weil sie ihrer Mutter auf dem Bauernhof helfen musste und ihre Gesundheit angegriffen war. Im Herbst 1897 begann sie in Kraków ihre Arbeit als Dienstmädchen. 1899 starb ihre jüngere Schwester; unter deren Tod litt sie sehr. 1900 trat sie in die Gesellschaft der katholischen Diener ein; dieser Verein unterstützte Hausbedienstete. 1912 trat sie in den 3. Orden der Franziskaner ein. Im Ersten Weltkrieg half sie trotz ihres schlechten Gesundheitszustands in den Krakauer Krankenhäusern, kümmerte sich um verwundete Soldaten und Kriegsopfer. 1916 wurde sie selbst ins Krankenhaus eingeliefert, danach war ihr Zustand so schlecht, dass sie nicht mehr arbeiten konnte.

Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Angela in großem Elend. Ihre Schmerzen verstand sie als Sühne für die Jesus zugefügten Leiden und für die sündige Welt. Sie betete viel und hatte mystische Erlebnisse, die sie in ihrem Tagebuch festhielt; es ist eines der größten mystischen Tagebücher des 20. Jahrhunderts. Völlig allein gelassen starb sie im Krankenhaus.

Kanonisation: Angela wurde 1991 von Papst Johannes Paul II. auf dem Rynek, dem Marktplatz, in Krakau seliggesprochen.
Attribute: in der Küche, mit einem Besen

Worte der Seligen

In ihrem Tagebuch hält sie unter dem 11. September 1921 ihre inneren Erfahrungen fest. Sie schreibt:

Hier möchte ich drei Gefühlen unter dem Einfluss der besonderen Gnade Gottes Ausdruck verleihen:
Das erste Gefühl: außergewöhnliche Abneigung allem gegenüber, was nicht Gott ist. Stattdessen Sehnsucht, ach, so große; viel, ach, viel für Gott leiden.
Das zweite Gefühl: Wahnsinn der Liebe, der die Seele zur Höhe reißt, wo mein Herr und Gott wohnt. Ach, was für ein großer Wahnsinn der Liebe!
Das dritte Gefühl: unfassbarer Schmerz der Seele, warum der Herrgott so wenig geliebt und so vergessen und so missachtet ist! Damals haben mich körperliche Leiden niedergedrückt, aber auch entsprechende Leiden aus den Beleidigungen des Herrgotts. Abhärmung, weil der Herr Jesus mir befiehlt, dies so zu benennen – oh, wie sehr sie zugenommen haben! Ich wusste nicht, was ich denken soll, weil mich so sehr die Liebe und das, was der Herrgott für die Menschen leidet, ergriffen hat. So lieb sprach der Herr Jesus zu meiner armen Seele: Bleib hier, bleib, meine kleine Niedliche! Ich habe so lange auf dich gewartet! Sage und vertraue meinem Herzen! Ich entzünde es, ich reinige es, ich verbessere es, ich fülle es mit Flamme und Glut, lösche aus, was mir in ihm nicht gefällt! Bleib hier an den Füßen meines göttlichen Herzens, so lange es geht.
Ach mein Gott! Ich musste gehen [sie war in der Kirche], und nur so habe ich gedacht, dass ich mir mitten in meinem Elend und Versagen wünsche, für meinen Gott ein Opfer zu werden. Und in dem Moment habe ich in meiner Seele so eine Abneigung zu allem verspürt, was auf der Welt ist! Nur eine einzige Liebe beschäftigt und entzündet mich.
Und ich begann, ihn aus tiefstem Herzen anzurufen. Schrei meiner Seele: O Jesus, unendlich Guter, unfassbar Heiliger, unendlich Heiliger, Barmherziger und Mitfühlender! O Jesus, Jesus! Du weißt am besten, wie ich mir wünsche, dich zu lieben! Ach, ich bitte dich und bete dich an, stärke meinen so schwachen Willen! Gib mir Kraft und Durchhaltevermögen! Lehre mich! Du kannst es, weil du nicht der bist, welcher nur redet und nichts tun kann. … O Jesus! Nur du allein, allmächtiger Gott, weißt, wie sehr ich mir wünsche, für dich zu leiden. Und deswegen bete ich demütig zu dir: unterstütze meine Kräfte mit deiner Gnade!
Und so habe ich für viele Geistliche gebetet und auch für viele andere, um viel Gottesgnade: O Herr, gib mir diese Gnade, damit ich werde wie du, ein Opfer zwischen Himmel und Erde, um die Sünden, erst mal meine, und dann die Sünden der ganzen Welt zu sühnen. Ich wünsche mir das so sehr, und wenn ich das jetzt nicht werde, schreckt es mich nicht ab und hemmt nicht meinen Geist.

Zitate:

Und ich sage, was ich noch erfahren habe, dass meine Seele … sieht, dass alle Leute auf der Welt, egal ob alt oder jung, ob mehr oder weniger hübsch, ob reich, ob arm, Gott gegenüber wie kleine Kinder aussehen, die noch nicht sprechen können, sogar die, die sehr gebildet sind.

Sooft ich um Erbarmen für mich bete oder für jemand anderen, immer verspüre ich die Nähe Gottes, seine außergewöhnliche Güte und die Art und Weise, wie er mir ins Gewissen redet: Mein liebes Kind, egal, wann du um Erbarmen betest; tu das mit möglichst großer Hingabe und kindlicher Einfachheit. Verzichte auf Wünsche, um die eine oder andere Erbarmung zu bitten. Sprich zu mir: O Jesus. Jesus, ich weiß und habe erfahren, wie unbeschreiblich gut du bist. Deswegen bitte ich dich und verlasse mich auf dich. Erbarme dich in deiner Güte. In diesem Moment fühle ich mich wie wenn ich auf dem Herzen Jesu ruhe und spüre in meiner Seele eine Stimme, die so lieb zu ihr spricht. Und ich verspüre Freude, welche der Herrgott mir auch bei solch starken Bitten gibt. Und so sprach der Herr Jesus: Sag der Seele, dass meine allmächtige Güte ihr unter anderem die Gabe schenkt, ihre Bedürfnisse mit Liebe zu stillen.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.08.2019

Quellen:
• Matthias Czudek, E-Mail vom 29. Februar 2008

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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