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Ökumenisches Heiligenlexikon

Aurelianus von Arles

auch: Aurelius

Gedenktag katholisch: 16. Juni

Name bedeutet: der Goldene (latein.)

Bischof von Arles
* 523 in Lyon (?) in Frankreich
16. Juni 551 in Lyon (?) in Frankreich


Aurelianus' Vater war Bischof von Lyon und Vertrauter von König Childebert I. Aurelianus wurde 546 im Alter von erst 23 Jahren nach Fürsprache des Königs Metropolit von Arles, erhielt das Pallium und stand als päpstlicher Vikar ganz Gallien vor. 549 nahm Aurelianus am Konzil in Orange teil, für das er Papst Vigilius um eine Stellungnahme im Dreikapitelstreit, in dem Kaiser Justinian I. aus politischen Gründen vom Papst eine Öffnung zum Monotheletismus hin verlangte. Der Papst versicherte, er werde am rechten Glauben festhalten - was ihm als Gefangenem des Kaisers später nicht gelang - und bat Aurelianus zugleich, König Childebert zu einer Intervention beim Gotenkönig Totila zu bewegen zugunsten der römischen Kirche, denn Totila hatte Rom besetzt. Für die von Childebert gegründeten Klöster in Arles, das Mönchskloster St-Pierre und das Nonnenkloster Ste-Marie, verfasste Aurelianus die Regel, indem er die Regel seines Vorgängers Cäsarius ergänzte.

Bestattet wurde Aurelianus in der Kirche St-Nizier in Lyon. Sein Epitaph ist wie der seines Vaters erhalten.

Worte des Heiligen

Eine Reihe von Aurelianus’ Vorschriften betreffen das brüderliche Miteinander, das natürlich auch von Menschlichkeiten nicht frei ist. In seiner Regel steht geschrieben:

Nr. 9: Ihr sollt nicht schwören; denn der Herr hat gesagt: Ihr sollt nicht schwören (Matthäusevangelium 5, 34). Und eine andere Schriftstelle: Ein Mann, der viel schwört, häuft Schuld auf sich, die Strafrute weicht nicht von seinem Haus (Jesus Sirach 23, 11).
Ihr sollt nicht lästern; denn es ist geschrieben: Und keine Lästerer werden das Reich Gottes erben (1. Korintherbrief 6, 10).
Nr. 10: Ihr sollt nicht lästern; denn es ist geschrieben: ‚Und keine Lästerer werden das Reich Gottes erben
Nr. 11: Es ist überhaupt nicht erlaubt zu lügen; denn ein Mund, der lügt, tötet die Seele (Weisheit 1, 11); und ein anderes Schriftwort lautet: Du lässt die Lügner zugrunde gehen (Psalm 5, 7).
Nr. 12: [Der Mönch] soll keinen Zorn bis zum nächsten Tag hin hegen; wenn also aufgrund der menschlichen Gebrechlichkeit unter den Brüdern ein heftigerer Wortwechsel entstanden ist, sollen sie sich gegenseitig um Verzeihung bitten und einander die Schuld erlassen, wegen des Gebotes des Herrn, in dem er sagt: Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe (Matthäusevangelium 5, 23 f.).
Und: Wenn ihr den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben (Matthäusevangelium 6, 15). Und wiederum: Wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben (Lukasevangelium 17,4). Und: Ich sage nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal(Matthäusevangelium 18,22). Ein anderes Schriftwort lautet: Denn im Zorn tut der Mensch nicht das, was vor Gott recht ist (Jakobusbrief 1, 20). Und der Apostel: Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen (Epheserbrief 4, 26).
Wenn aber – was Gott verhüte – einer unter dem Einfluss des Teufels so sehr von Wut erfüllt ist, dass er diese Gebote hartnäckigen Herzens verachtet, und einer von denen, die in Zwietracht leben, dem anderen zuvorkommt und ihn um Verzeihung bittet, und dieser dem Bittsteller nicht vergibt, erhalte er die gebührende Strafe, damit er sich zur Liebe bekehre. Wenn aber beide Streithähne diese Gebote verachten, sollen beide von der Kommunion oder vom Mahl ausgeschlossen werden, bis sie sich gegenseitig versöhnen. …
Nr. 39: Ihr sollt keinerlei Streit haben, im Gehorsam gegenüber der Vorschrift des Apostels: Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, sondern freundlich sein (2. Timotheusbrief 2, 24).


Eine zentrale Rolle im Klosterleben spielt das gemeinsame Gebet:
Nr. 31: Beim Psalmengebet sollen eure heiligen Seelen nicht geistig umherschweifen; auch sollen sie sich nicht herausnehmen zu arbeiten oder zu reden. Vielmehr psalliert mit Weisheit (Psalm 96), wie der Prophet sagt: Ich will mit Verständnis psallieren (Psalm 100). Ferner [wie Paulus sagt]: Ich will nicht nur im Geist beten, sondern auch mit dem Verstand (1. Korintherbrief 14,5). Und fürchtet jenes Wort: Verflucht sei der Mensch, der der den Gottesdienst nachlässig verrichtet (Jeremia 48).

Quelle: S. Aureliani Regula ad monachos. In: Migne Patrologia Latina t. 68, Sp. 385 - 390; eigene Übersetzung

Zitat von Aurelianus:

Eine Hauptaufgabe eines Klostervorstehers ist es, für die Zufriedenheit der Klostermitglieder Sorge zu tragen:
Nr. 54: Und weil durch die Gnade Gottes für euer Kloster ein angemessenes und ausreichendes Vermögen zur Verfügung steht, ermahne und beschwöre ich euch, heiliger Bruder Abt: Ihr möget der heiligen Gemeinschaft, die auf Eingebung und Geheiß Gottes hin gemäß unseren Anordnungen der Regel entsprechend lebt, alles in Bezug auf Kleidung und Lebensunterhalt Notwendige hinreichend zuteilen. Wenn ihr dies vernachlässigt und jene aufgrund einer Notlage über etwas zu murren oder etwas zu benötigen beginnen, dann sollt ihr wissen, dass ihr euch vor dem Richterstuhl Christi zusammen mit mir verantworten müsst.

Quelle: S. Aureliani Regula ad monachos. In: Migne Patrologia Latina t. 68, Sp. 398; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.10.2019

Quellen:
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.