Ökumenisches Heiligenlexikon

Bernhard Ignatius Sarnes

Gedenktag katholisch: 26. November

Name bedeutet: B: der Bärenstarke (althochdt.)
I: der Feurige (latein.)

Ordensmann, Märtyrer
* 30. Januar 1936 in Centawa bei Groß Strehlitz in Polen
26. November 1964 bei Mambasa in der Demokratischen Republik Kongo


Bernhard trat 1959 in St-Rémy bei Arles in Südfrankreich der Ordensgemeinschaft der Kleinen Brüdern Jesu bei. Diese Gemeinschaft war 1933 in Algerien in der Sahara entstanden; dorthin hatte sich ihr Gründer René Voillaume mit einigen Gefährten zu einem Leben nach dem Vorbild von Charles de Foucauld zurückgezogen. Die Mitglieder leben in kleine Einheiten von zwei bis vier Brüdern ein kontemplatives Leben in gewöhnlichen Häusern ohne religiöse Kleidung.

Heinz vom Kreuz Eberlein
Heinz vom Kreuz Eberlein

Zusammen mit seinem Ordensbruder Heinz vom Kreuz Eberlein, * am 18. Juni 1935 in Wingendorf - heute ein Ortsteil von Kirchen an der Sieg - in Rheinland-Pfalz, Taufname Heinz, wurde Bernhard Ignatius zu den Pygmäen im damaligen Belgisch-Kongo entsandt. Beide wurden nach der Unabhängigkei des Kongos in der Simba-Rebellion ermordet. Die Simba-Rebellion war 1964 ein Aufstand im Osten des Landes, der sich gegen die Zentralregierung wandte, die 1960 nach der durch Interventionen Belgiens und der USA gestürzten demokratisch gewählen Regierung unter Patrice Lumumba als Vasallenregierung eingesetzt worden war. Opfer der Machtpolitik des Westens war damals offenbar auch der UN-Generalsekratär Dag Hammarskjöld.

Worte von Bernhard Ignatius Sarnes

1962 schildert Bruder Bernhard seinen Eltern seine Wirksamkeit bei den Pygmäen:
Bei meiner Ankunft fand ich die Ba-Mbuti hier voll Eifer, Hütten zu bauen und den Wald zu roden, um für Felder Platz zu schaffen. Man hätte zehn Arme gebraucht, um ihnen bei dieser Arbeit Mut zu machen. Aber wir hatten keine zehn Arme, und so erlosch der Eifer der Ba-Mbuti recht schnell. Die Hütten werden nur langsam fertig, und der Wald erobert die gewonnenen Felder zurück. … Was tut Ihr nur da unten? Was soll ich darauf antworten? Wir haben keine Erfolge vorzuzeigen. Ich denke oft an den Satz von Bruder Karl: Unser Zunichtewerden ist das mächtigste Mittel, das wir besitzen, um uns mit Jesus zu vereinigen und den Seelen Gutes zu tun. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen ist unsere Anwesenheit hier ein Unsinn, den kein Mensch verstehen kann - also eine Weise, sich zu verlieren. Und doch lässt das Wort Hilfe uns zuerst an die materielle Seite denken. Wann wird man also einen Fortschritt in dieser Richtung erwarten können? Wer weiß das! Kann aber ein solches Denken für uns entscheidend sein? Die Vorliebe Gottes gehört den Armen; von daher müssen wir das Problem anfassen. Von daher gewinnen wir auch die richtige Haltung den wirtschaftlichen Fragen gegenüber. Man kann hier nur mit Geduld antworten. Darin besteht für uns zuallererst das Zunichtewerden. …
Und wo kann die Frohe Botschaft ansetzen in einem solchen Leben? Ich denke da an den Ausruf eines Mbuti (nachdem wir Palmen gepflanzt hatten): Gott, Vater, wir haben unsere Arbeit getan, jetzt ist es an Dir, das Wachstum zu geben! Sie beziehen sich oft auf Gott, öfter als es mir lieb wäre (sie drehen die Daumen und sagen dann: Der liebe Gott soll mir etwas zu essen geben)! Ich denke auch an die Frage eines von ihnen: Wann werdet ihr anfangen, uns von Gott zu sprechen? Damit sie in die Kirche finden, brauchen sie jedoch noch einen menschlichen Fortschritt. Aber Gott wird dafür sorgen, wenn nur wir unserem Gebetsauftrag treu bleiben. Denn bei all den Dingen. die wir hier unternehmen müssen, könnte man wohl in Gefahr kommen zu vergessen, dass das Gebet das Wirksamste ist, was wir tun können.


Am 25. Mai 1963 schrieb er:
Voraussetzung für eine Christianisierung der Ba-Mbuti ist eine menschliche Entwicklung, die noch nicht angefangen hat. Bei der gegenwärtigen Lage sind uns die Hände ziemlich gebunden. Es heißt also warten. Manchmal allerdings bin ich ziemlich skeptisch. Ob sie fähig sind, sich an eine moderne Welt zu akklimatisieren, die Welt einer technischen Zivilisation, oder werden sie keinen Platz darin finden? Wie dem auch sei, zunächst sind sie Menschen mit einer unsterblichen Seele.

Quelle: Jürgen Rintelen: Kleine Brüder Jesu. In: Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Bd. 2, 3. Aufl. Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2001, S. 1197 - 1203

Zitate von Heinz vom Kreuz Eberlein:

Nach seiner Aufnahme ins Postulat formulierte Bruder Heinz folgendes Gebet:
Mein Jesus, lass mich klein werden, lass mich die Verachtung annehmen.
Mein Jesus, lass mich in den Verachteten, den Armen, Dich erkennen, Dich lieben.
Mein Jesus, Du weißt, wie oft ich falle, lass mich stets neu aufstehen, Dein Kreuz mittragen.
Mein Jesus, lass mich, selbst wenn ich unter dem Kreuz niedergedrückt bin, Kräfte finden, meinem Nächsten Trost zuzusprechen.
Mein Jesus, lass mich bis zum Ziel gehen, den Weg nehmen, den der Vater vorgezeichnet hat, lass mich ihn gehen, selbst wenn ich ihn nicht verstehe, dann hilf mir mit Deiner Gnade.
Mein Jesus, lass mich das Letzte geben, verfüge über mich.
Mein Jesus, Du bist für mich gekreuzigt worden, lass mich Liebe für Liebe geben.
Mein Jesus, ich sage es mit Zittern: Wenn Du willst, lass mich mit Dir gekreuzigt werden, aber hilf mir mit Deiner Kraft.
Mein Jesus, mit meiner ganzen Kraft bitte ich Dich, gib stets Hoffnung meinem Glauben, die Hoffnung, dass nach dem Tod das Leben beginnt.
Mein Jesus, ich will dir folgen aus Liebe, mit der Sicherheit, dass du auferstanden bist.


Heinz' letzter Eintrag am 25. Oktober 1964:
Christus, unser König, mach unser Herz und die Welt bereit für Dein Reich. Lass uns durch die Freuden und Leiden, die wir antreffen, durchsehen, Dich sehen, damit Deine Liebe überall aufgebaut wird. Du bist durch das Kreuz zur Auferstehung gelangt. Du lässt uns durch die Teilnahme am Kreuztragen Seelen in den Himmel ziehen. Gib, dass wir stets mit Dir sagen: Vater, Dein Wille geschehe.

Quelle: Jürgen Rintelen: Kleine Brüder Jesu. In: Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Bd. 2, 3. Aufl. Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2001, S. 1197 - 1203

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.12.2019

Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Br%C3%BCder_Jesu
• https://thema.erzbistum-koeln.de/deutsches-martyrologium/verzeichnis_aller_martyrer/das_verzeichnis/blutzeugen_aus_den_missionsgebieten-00001/page-00005/
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Petits_Fr%C3%A8res_de_J%C3%A9sus

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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