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Ökumenisches Heiligenlexikon

Chrischona

auch: Christiana, Christina

Gedenktag katholisch: 16. Juni
Erhebung der Gebeine: 17. Juni

Name bedeutet: die Christin (griech. - latein.)

Jungfrau, Einsiedlerin
* in England (?)
† im 4./5. Jahrhundert (?) auf dem Dinkelberg, heute St. Chrischona bei Basel in der Schweiz


Chrischona war der Legende zufolge eine der Gefährtinnen von Ursula von Köln. Demnach unternahm sie zusammen mit dieser sowie Bischof Pantalus und Kunigunde, Mechtund und Wibrand eine Pilgerfahrt nach Rom; auf dem Rückweg starb sie und wurde auf dem Dinkelberg - dem heutigen St. Chrischona - unweit von Basel bestattet.

Ein anderer Strang dieser Legende nennt Chrischona zusammen mit ihren Schwestern Margaretha und Ottilia. Sie flüchteten nach Pantalus' Enthauptung und bauten sich je ein Bethäuschen auf drei Hügeln rund um Basel: Chrischona auf dem Dinkelberg, Margaretha auf dem Bruderholz - dem heute nach ihr benannten Margarethenhügel in Binningen - und Ottilia auf dem Tüllinger Berg - im heutigen Lörracher Stadtteil Obertüllingen. Von dort brachten sie durch Gebet, Lehre und Selbstaufopferung den noch heidnischen Mitmenschen die frohe Botschaft von Christus nahe. Durch Zeichensprache mit brennenden Lämpchen in konnten sie in der Nacht Nachrichten austauschen.

Kirche auf dem Margarethenhügel in Binningen
Kirche auf dem Margarethenhügel in Binningen

Eine andere Legende erzählt von einem Ritter, der mit seinen drei Schwestern Chrischona, Margaretha und Ottilia auf der Burg Pfeffingen bei Basel. Drei Bruder des Rittergeschlechts von Tierstein warben um die Jungfrauen, deren Bruder aber wollte dies verhindern. 1 Auf der Jagd erschien ihm der Teufel in Gestalt eines Zwerges, der Pfeffinger Ritter überwand ihn im Kampf und dieser musste ihm deshalb die Zukunft weissagen: Schloss und Geschlecht der Pfeffinger werden untergehen, seine Schwestern aber ewige Häuser bauen. Der Pfeffinger ließ die Thiersteiner bei ihrem nächsten Besuch gefangen nehmen und enthaupten, daraufhin verließen die drei Schwestern das Schloss, zogen jede auf einen Berg und jede errichtete sich eine Einsiedelei.

Schon im 7. Jahrhundert wurde Chrischona im nun nach ihr benannten St. Chrischona eine Kapelle erbaut, sie ist um 1365 bezeugt und war ein beliebter Wallfahrtsort. 1504 kam der päpstliche Legat Kardinal Raimund Peraudi nach Eichsel zur Erhebung der Gebeine von Kunigunde von Rapperswil und ihrer beiden Gefährtinnen, der drei Jungfrauen. In diesem Zusammenhang wurde er aufmerksam auch auf die Überlieferung über Chrischona und ließ - erfolgreich - auch in deren Kirche nach deren Reliquien suchen. Er untersuchte auch das bis heute als Reliquie verehrte Haarnetz der Chrischona: eine Haube aus Stoff, in der das eigentliche Haarnetz aus einem Geflecht von Silber- und Goldfäden mit eingearbeiteten Edelsteinen geborgen ist. 1507 wurde dann die heutige Chrischona-Kirche gebaut.

Im Zuge der Reformation wurde die Kirche St. Chrischona protestantisch, 1531 wurden alle katholischen Kultgegenstände und Reliquienobjekte aus ihr entfernt, aus dem Umland kamen dennoch weiterhin katholische Wallfahrer, die noch 1687 heimlich durch die maroden Fenster in die Kirche eindrangen. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Kirche verfallen und wurde als Stall genutzt, bis der Gründer der St.-Chrischona-Pilgermission, der evangelische Pfarrersohn Christian Friedrich Spitteler, 1834 dort seine Arbeit aufnahm, 1840 sein Werk gründete und die Kirche erneuerte.

Schule von Konrad Witz (?): Wandmalerei mit den drei Jungfrauen, wohl um 1475, in der Ottilienkirche in Obertüllingen
Schule von Konrad Witz (?): Wandmalerei mit den drei Jungfrauen, wohl um 1475, in der Ottilienkirche in Obertüllingen

Die Kirche auf dem Margarethenhügel in Binningen wurde im Zuge der Reformation 1530 an einen Privatmann verkauft - zunächst samt dem damals umgebenden Friedhof; erst nach dem Protest der Bevölkerung wurde beides zurückgekauft, die Kirche ist seitdem evangelische Kirche.

Kanonisation: Chrischona wurde 1504 durch den päpstlichen Legaten Kardinal Raimund Peraudi am Tag nach der Heiligsprechung der drei Jungfrauen von Eichsel in St. Chrischonaheiliggesprochen.
Patronin gegen Zahnschmerzen

Die Legende der drei Jungfrauen um Chrischona überschneidet sich mit der vo den drei Jungfrauen um Kunigunde von Rapperswil.

1 Tatsächlich ist die Burg in Pfeffingen erst im 11. Jahrhundert bezeugt, erst im ausgehenden 12. Jahrhundert gelangte sie in Besitz der Grafen von Tierstein. 1522 kam das Bistum Basel in ihren Besitz.

Die Kirche auf dem Margarethenhügel in Binningen kann täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr besucht werden. (2014)
Die Kirche St. Chrischona und die Ottilienkirche in Obertüllingen sind tagsüber geöffnet.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.05.2018

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• http://www.baselland.ch/legende-htm.289364.0.html
• http://www.altbasel.ch/fromm/st.chrischona.html
• http://www.altbasel.ch/ruhe/st.margarethen.html
• Infotafel an der Burgruine in Pfeffingen

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.