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Ökumenisches Heiligenlexikon

Emil Kowcz

ukrainischer Name: Omeljan Kowcz (Омелян Ковч)

Gedenktag katholisch: 25. März

Name bedeutet: der Eifrige (latein.)

Priester, Märtyrer
* 20. August 1884 in Kosmach bei Kosiv in der Ukraine
† 25. März 1944 im KZ Majdanek in Lublin in Polen


Kirche Santi Sergio e Bacco und ukrainisches Kolleg (rechts) in Rom
Kirche Santi Sergio e Bacco und ukrainisches Kolleg (rechts) in Rom

Der Vater von Emil Kowcz war Priester und MilitärkaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. der griechisch-katholischen Kirche. Emil machte Abitur in Lemberg / L'viv, studierte ab 1905 im ukrainischen Kolleg an der Kirche Santi Sergio e Bacco in Rom. 1910 heiratete er Maria Anna Dobrjanska, nach Ende des Studiums wurde er 1911 in Stanislaviv - dem heutigen Ivano-Frankivsk - zum Priester geweiht und war dann in Bosnien als Seelsorger der ukrainischen Emigranten tätig. 1916 kehrte er mit seiner Familie in die Westukraine zurück und wurde PfarrkaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. in Syrnyky und Militärkaplan in Galizien in der Zeit des polnisch-ukrainischen Bürgerkrieges. 1922 wurde er Pfarrer der St. Nikolaus-Pfarrei in Peremyschljany; er förderte das geistliche, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben seiner Pfarrei und setzte sich eifrig für die ukrainische nationale Bewegung ein. Dies gefiel weder den polnischen noch später den sowjetischen Behörden, Durchsuchungen wurden zu regelmäßigen Heimsuchungen, in den Jahren 1925 und 1934 wurde sein Haus fast 40 Mal nach Propagandamaterialien durchsucht, mehrmals kam er auch ins Gefängnis. Gegen die kommunistischen Behörden und ihre Ideologie trat er mutig auf. Trotz des Verbots der Behörden hielt er am Theophaniefest Prozessionen mit Wasserweihe ab und er lud die Menschen zu EucharistischenDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. Versammlungen ein, wobei die Zahl der Teilnehmer so groß war, dass sie keinen Platz in der Kirche hatten und deshalb im Freien stattfanden.

Mit Humor und Schlagfertigkeit verstand es Emil Kowcz, Konflikte zu schlichten und die Verhöre der sowjetischen Behörden und später der Gestapo zu überstehen. Er war ein begnadeter Prediger, einfühlsamer Seelsorger, betreute Arme, Ältere und Waisenkinder. Er selbst hatte drei Töchter und drei Söhne, von denen zwei ebenfalls Priester wurden. In seinem 1932 verfassten Buch Warum laufen uns die Unseren davon? sorgte er sich um die liturgische Erneuerung seiner Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Als die Sowjetunion 1939 Galizien eroberte, wollten sich manche Ukrainer an den ebenfalls dort wohnenden Polen rächen, woraufhin Emil Kowcz predigte: Ich meine, dass ich Euch immer gelehrt habe, wie man ein guter Christ sein kann … und nun muss ich mich vor dem Herrn wegen Eurer Verhaltensweise schämen. Als 1942 die deutschen Truppen in die Stadt kamen, richteten sie ein Ghetto für Juden ein. Als die Nazis an einem Sabbat in die Synagoge Sprengstoff warfen und die Tür von außen verschlossen, eilte Emil Kowcz mit einigen Helfern dorthin, schrie die Soldaten an und und verunsicherte sie, so dass sie sich zurückzogen; so konnte er viele aus dem brennenden Gebetshaus retten, auch den Rabbi von Bels. In Predigten warnte er davor, sich in den Dienst der neuen Machthaber zu stellen und sich auf deren antisemitische Provokationen einzulassen.

Immer wieder kamen Juden aus der ganzen Umgebung zu ihm und baten um die Taufe; nach längerem Ringen und einem Gespräch mit seinem Metropoliten entschied er sich für die Taufe von Juden, erklärte ihnen jedoch auch, dass die Taufe nicht unbedingt vor dem Ghetto bewahren wird. Dieser Einsatz für die Juden missfiel den neuen Besatzern; am 30. Dezember 1942 wurde er verhaftet und ins Gefängnis nach L'viv gebracht. Obwohl sich Metropolit Sheptytskyy für ihn einsetzten, wurde er nicht freigelassen, da er keine Kompromisse eingehen wollte. Im letzten Verhör in Lviv bot ihm die Gestapo die Freiheit an unter der Bedingung, dass er aufhöre, Juden zu taufen; er antwortete: Das Gesetz, das mir mein Gebieter hinterlassen hat, lautet: ‚Tauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!’ Es enthält keinen einzigen Hinweis über die Juden. Deshalb werde ich einen jeden, der sich taufen lassen will, im Namen dieses Gesetzes taufen. Darauf hin wurde er ins Konzentrationslager Majdanek verlegt.

Aus dem Konzentrationslager schrieb Emil Kowcz an seine Familie:

Ich verstehe, dass Ihr versucht, mich zu befreien. Ich bitte Euch aber, nichts zu unternehmen. Gestern ermordeten sie hier 50 Menschen. Wenn ich nicht hier bleibe, wer hilft denn ihnen, diese Leiden zu ertragen? Sie würden mit all ihren Sünden in die Ewigkeit eingehen, in tiefer Enttäuschung, die in die Unterwelt führt. Und jetzt gehen sie in den Tod mit erhobenen Häuptern, indem sie ihre Sünden hinter sich gelassen haben, und besteigen so die Brücke zur Ewigkeit.
Ich danke Gott für seine Güte mir gegenüber. Außer dem Himmel ist dies der einzige Ort, an dem ich weilen möchte. Hier sind wir alle gleich: die Polen, die Juden, die Ukrainer, die Russen, die Litauer und die Estländer. Ich bin der einzige Priester unter ihnen hier. Ich kann mir nicht vorstellen, was dieser Ort ohne mich wäre. Hier darf ich Gott schauen, der für alle – unabhängig von den religiösen Unterschieden, die es unter uns gibt – gleich ist. Vielleicht sind unsere Kirchen unterschiedlich, aber eine jede von diesen führt der gleiche, große und allmächtige Gott als König an. Wenn ich die Göttliche Liturgie feiere, beten sie alle in ihren verschiedenen Sprachen. Aber, versteht Gott nicht alle Sprachen? Sie sterben, ein jeder in seiner Todesart, und ich helfe ihnen, auf die Brücke in die Ewigkeit zu gelangen. Ist dies kein Segen? Ist dies nicht der großartigste Kranz, mit dem der Herr mein Haupt krönen kann? Ganz gewiss! Ich danke Gott täglich tausend Mal dafür, dass er mich hierher gesandt hat. Ich bitte Ihn um nichts mehr. Kümmert euch nicht um mein Schicksal und werdet deswegen nicht ungläubig. Vielmehr freut euch mit mir. Betet für die, welche dieses Konzentrationslager und dieses System aufgebaut haben. Sie sind die einzigen, die eurer Gebete bedürfen … Möge der Herr ihnen gnädig sein!

Im Lager setzte Emil Kowcz seine Seelsorge fort. In der 14. Baracke drückte der polnische Aufseher Sigmund Miller immer ein Auge zu, wenn Vater Emilian Beichte hörte oder Gottesdienste feierte. Nach Weihnachten 1943 erkrankte Kowcz schwer und wurde ins Lazarett verlegt. Ab dieser Zeit hörten Mitgefangene und Angehörige nichts mehr von ihm und seinem Schicksal. Erst 1972 erhielt eine seiner Töchter offizielle Nachricht über den Tod des Vaters; als Todestag wurde dort genannt der 25. März 1944, als Todesursache eine Thrombose im rechten Bein.

1999 proklamierte der Rat der Juden in der Ukraine Emilian Kowcz zum Gerechten der Ukraine. Der von ihm gerettete Jude Rubin Pizem sagte: Wir werden ihn nie vergessen. Es ist schwierig von ihm zu reden, denn ich berichte nicht über einen Menschen, sondern über einen Engel. Der Patriarch der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Lubomyr Husar, sagte bei einem Gottesdienst für die Opfer des KZs in Majdanek 2002 : Wir haben uns hier versammelt, um Vater Emilian zu ehren. Er war Sohn und Priester seines Volkes, der den Märtyrertod im Land eines anderen Volkes erlitt, weil er die Söhne und Töchter eines dritten Volkes rettete. Wir sind hierher auch deshalb gekommen, um etwas sehr Wichtiges mitzunehmen: Erstens, man kann auch unter den schlimmsten Umständen ein guter Mensch bleiben; zweitens, unser Glaube ist unsere Kraft gegen unsere Schwächen und drittens, wir müssen alles dafür tun, dass sich solche Tragödien wie diese nie mehr wiederholen.

Kanonisation: Emil Kowcz wurde durch Papst Johannes Paul II. 2001 in Kiew zusammen mit 26 Opfern des sowjetischen Regimes seliggesprochen; er war der einzige unter den 27 Neumärtyrern, der von den Nazis umgebracht wurde. Die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche, die größte unter den katholischen Ostkirchen, ernannte ihn 2009 zum Patron der Seelsorger der UGKK.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.07.2017

Quellen:
• Weihbischof + Andreas Laun aus Salzburg, E-Mail vom 28. Mai 2012

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.