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Ökumenisches Heiligenlexikon

Franz von Montmorency-Laval

französischer Name: François de Montmorency-Laval

Gedenktag katholisch: 6. Mai
nicht gebotener Gedenktag in Kanada

Name bedeutet: der Franke (latein.)

erster Bischof von Québec
* 30. April 1623 in Montigny-sur-Avre bei Chartres in Frankreich
† 6. Mai 1708 in Québec in Kanada


Franz von Montmorency-Laval enstammte höherem Adel, seine Eltern aber waren in finanziellen Nöten. Sein Onkel, der Bischof von Évreux, verschaffte ihm ein Domherren-Stipendium, damit er bei den Jesuiten in La Flèche, Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand und dann in Paris studieren konnte. Er wurde Mitglied der Marien-Kongregation und 1647 zum Priester geweiht. Als Archidiakon in Évreux ab 1648 war er an der Gründung des Missionsseminars in Paris beteiligt. Auch er selbst strebte zur Mission in fernen Ländern; eine Entsendung nach China scheiterte, er zog sich in die Nähe des Mystikers Jean de Bernieres-Louvigny in eine Einsiedelei nahe Caen zurück.

1657 schlug König Ludwig XIV. Montmorency-Laval auf Bitten der Jesuiten Papst Alexander VII. als Bischof der französischen Kolonie in Nordamerika vor, der ihn 1658 zum Titularbischof und ersten Apostolischen Vikar für Neufrankreich ernannte. 1659 kam Franz nach Québec und übernahm die bislang vom Erzbischof von Rouen ausgeübte bischöfliche Funktion: Er begann, das religiöse Leben der Siedler wiederzubeleben und die Indianer für den christlichen Glauben zu gewinnen, aber er erlebte auch Widerstände. Er sorgte sich um den Wohlstand der Kolonie, bekämpfte aber auch Verkauf von Alkohol und die Ausbeutung der Einheimischen. König Ludwig gewährte Privilegien der Kirche in Kanada und erhob Franz 1674 zum ersten Bischof der neuen Diözese von Québec, zuständig für alle französischen Besitztümer in Nordamerika: 2200 französische Siedler und 26 Priester auf einem Gebiet, das sich bis zum Golf von Mexiko erstreckte; 1674 erfolgte die päpstliche Bestätigung. Unermüdlich bereiste er sein riesieges Bistum für missionarische Einsätze und Visitationen. In den Jahren 1663 und 1682 war er im Auftrag des Königs auch provisorischer Generalgouverneur von Neufrankreich.

Portrait im Priesterseminar in Québec
Portrait im Priesterseminar in Québec

1663 gründete Montmorency-Laval in Québec das erste Priesterseminar in Nordamerika, das zugleich ein Bildungszentrum war und die Communauté des prêtres du Séminaire de Québec, die Kommunität der Priester des Seminar Québec, in der sich die Priester von ihren Gütern trennten und gemeinsam lebten. Die Errichtung neuer Pfarreien war ein Schwerpunkt seines Wirkens. Mehrfach reiste er nach Frankreich, um sich für seinen KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., die Indianer und seine verarmte Diözese einzusetzen. Er stellte sich immer wieder gegen die brutale Verwaltung der Kolonie und gegen die Siedler, die sich durch den Verkauf von Alkohol an die Indianer bereicherten und geriet damit in Konflikt mit den Gouverneuren. Er selbst verteilte sein persönliches Vermögen unter den Armen, musste aber dennoch in Rom dagegen angehen, dass ihm hohe Gebühren für die Errichtung seiner Diözese auferlegt werden.

1688 legte Montmorency-Laval sein Amt nieder, gesundheitlich angeschlagen und zermürbt von vielen Anfeindungen. Er musste dann erleben, dass sein Nachfolger die Priestergemeinschaft des Seminars auflöste, blieb aber selbst der Armenfürsorge verbunden und erfuhr weltweite Anerkennung als Msgr. l'Ancien, mein alter Herr. Seine Spenden ermöglichten die Gründung der nach ihm benannten Universität Laval in Québec, der ältesten französischen Universität in Amerika.

Kanonisation: Franz wurde am 22. Juni 1980 von Papst Johannes Paul II. selig- und von Papst Franziskus am 3. April 2014 ohne vorherigen Nachweis eines Wunders heiliggesprochen.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.09.2015

Quellen:

• Paul Duclos. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 1. Christiana, Stein am Rhein 1991

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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