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Ökumenisches Heiligenlexikon

Georg Häfner

Gedenktag katholisch: 20. August
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum München-Freising: 12. Juni
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Würzburg: 19. August

Name bedeutet: der Landmann (griech.)

Priester, Märtyrer
* 19. Oktober 1900 in Würzburg in Bayern
† 20. August 1942 in Dachau in Bayern


Georg Häfner, Foto der Geheimen Staatspolizei Würzburg, Oktober 1941
Georg Häfner, Foto der Geheimen Staatspolizei Würzburg, Oktober 1941

Georg Häfner, Sohn einfacher, tief gläubiger Eltern, war Ministrant in der Kirche des Karmelitinnenklosters Himmelspforten in Würzburg und verspürte dort seine Berufung zum Priester. Gymnasium und Studium ermöglichten ihm die Eltern unter großen Anstrengungen; 1924 wurde er zum Priester ordiniert. 1934 wurde er Pfarrer in Oberschwarzach, ein eifriger Seelsorger und eigentlich unpolitischer Mensch. Als 1938 von Pfarrern, die in einer Schule Religionsunterricht erteilten, der Treueid auf Adolf Hitler verlangt wurde, verweigerte er ihn, weshalb ihm verboten wurde, weiterhin Unterricht zu erteilen. 1941 bat ein NS-Parteimitglied um die Sterbesakramente, die Häfner ihm spendete; am folgenden Sonntag wurde der Kircheneintritt des Verstorbenen ordnungsgemäß in der Kirche verkündet; daraufhin wurde Häfner Ende Oktober mit der Begründung, er habe die Bevölkerung aufgehetzt, von der Geheimen Staatspolizei verhaftet und Mitte Dezember ins Konzentrationslager in Dachau eingeliefert, wo er mehrmals brutal misshandelt wurde und schließlich von Hunger entkräftet starb.

Die Urne mit seiner Asche wurde 1982 auf dem Würzburger Friedhof beigesetzt, 1982 erhoben und in die Kiliansgruft der Neumünsterkirche in Würzburg übertragen.

Kanonisation: das Seiligsprechungsverfahren ist seit 1986 im Gange. 2009 unterzeichnete Papst Benedikt XVI. das Dekret, das Georg Häfner als Märtyrer anerkennt. Am 15. Mai 2011 wurde er im Dom seiner Heimatstadt seliggesprochen.

Worte des Seligen

Aus dem Gefängnis in Würzburg – anders als später im KZ Dachau – konnte Georg Häfner am 11. Dezember 1941 noch relativ frei schreiben. Seinen Eltern sandte er aus der Haft diese Zeilen:
Es ist vom Herrgott bestimmt, dass ich den Kreuzweg weiter gehe. Am Donnerstag komme ich sehr wahrscheinlich nach Dachau. Macht Euch deswegen keine allzu große Sorgen. Ohne den Willen Gottes geschieht nichts. Ich habe mich sehr gefreut, lieber Vater, dass Du mich heute besucht hast. Du hast Dich tapfer gehalten, und Dein Kreuz, Dein Segen, den Du mir auch im Namen der lieben Mutter auf die Stirn gedrückt hast, wird nicht umsonst sein; ich verlass mich drauf; denn in der Heiligen Schrift heißt es, Vater Segen baut den Kindern Häuser.
Mich hat es ja mehr angegriffen, dass ich fast kein Wort herausgebracht habe. Ich wollte Dir zuletzt noch sagen: ich hoffe, dass recht bald die Zeit wiederkommt, wo ich zu Euch Vater und Mutter sagen kann. Verzeiht mir da alles, wodurch ich Euch gekränkt und Sorgen gemacht habe. Ich danke Euch herzlich mit tausendfachem Vergelt’s Gott, dass Ihr mich habt Priester werden lassen, wenn Ihr auch jetzt zusammen mit dem priesterlichen Sohn das Kreuz tragen müsst. Wir tragen es zusammen geduldig, das gibt mir besondere Kraft und besonderen Trost. Ich trage es, und Ihr helft mir dabei durch Euer Gebet, durch Eure Geduld, durch Euer Gottvertrauen, durch Eure Ergebung in den Willen Gottes. Keinem Menschen wollen wir fluchen, keinem etwas nachtragen, mit allen wollen wir gut sein.
Liebe Mutter! ich nehme es Dir nicht übel, ich verstehe es wohl, dass Du heute nicht dabei sein konntest. In der Person des lieben Vaters warst Du auch dabei. Geht auch recht oft zu den heiligen Sakramenten, besonders zur heiligen Kommunion, dann kann es an dem Segen Gottes nicht fehlen. …
Auf baldiges, frohes, gesundes Wiedersehen! Ich bete und opfere alle Tage für Euch.
(9. Dezember 1941)

Die Hoffnung, er werde bald wieder freigelassen werden, begleitete Häfner bis zuletzt. So schrieb er am 9. Dezember 1941 an seine beiden Hausgehilfinnnen:
Komme heute noch nicht weg [ins KZ Dachau]. Die Gefahr ist also um acht Tage verschoben. Vielleicht bleibe ich auch vor dem Schlimmsten bewahrt. Jetzt ja mit dem Beten nicht nachlassen. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf das Gebet. Auch die Leute sollen nicht nachlassen, solange ich nicht frei bin. Beharrlichkeit! Ich habe heute noch einmal ein Gesuch um Freilassung eingereicht. Ich habe die feste Zuversicht, dass der liebe Gott unser Gebet erhört, dass er mich wieder frei werden lässt, wenn’s jetzt auch ganz trostlos aussieht. Es waren schon schwere Tage, die ich bis jetzt habe mitmachen müssen, und wünsche sie nicht meinem größten Feind. Der liebe Gott hat mir immer wieder Kraft gegeben.

Quelle: Paul-Werner Scheele / Klaus Wittstadt: Georg Häfner. Priester und Opfer. Briefe aus der Haft. Gestapodokumente,2. Aufl. Würzburg 2011, S. 90f

Zitate von Georg Häfner aus Briefen aus dem KZ Dachau an seine Eltern:

Wieder ein Lebenszeichen. Es geht mir gut. Macht Euch keine Sorgen, vertraut fest auf Gott, lasst nicht nach mit dem Gebet.
Wir wollen halt fleißig füreinander beten, opfern, in Geduld und Gottergebenheit das Kreuz weitertragen.
Will sehen, wie lange es noch dauert. Wir müssen halt Geduld haben, der liebe Gott stellt uns auf harte Probe.
Mein Trost ist immer das Gebet, die heilige Messe und die heilige Kommunion. … Harren wir weiter aus in Gebet, Geduld und Gottvertrauen!
Um eines bitte ich Euch ganz besonders: Gebt mir jeden Tag morgens und abends Euren Segen mit Weihwasser. Es ist etwas Herrliches darum, und ich bereue es, Euch nicht schon früher immer darum gebeten zu haben.

Quelle: Paul-Werner Scheele / Klaus Wittstadt: Georg Häfner. Priester und Opfer. Briefe aus der Haft. Gestapodokumente,2. Aufl. Würzburg 2011, S. 95 u. ö.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

  Das Bistum Würzburg informiert über Georg Häfner.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.10.2019

Quellen:
• Liga Würzburg: Faltblatt Georg Häfner. o. J.

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.