Ökumenisches Heiligenlexikon

Ignatius I. von Konstantinopel

griechischer Name: Ignatios
Taufname: Niketas

Gedenktag katholisch: 23. Oktober

Gedenktag orthodox: 23. Oktober

Gedenktag armenisch: 23. Oktober

Name bedeutet: der Feurige (latein.)

Abt auf Proti, Klostergründer, Patriarch von Konstantinopel
* um 799 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei
23. Oktober 877 daselbst


Mosaik, 9. Jahrhundert, in der Hagia Sophia in Ístanbul
Mosaik, 9. Jahrhundert, in der Hagia Sophia in Ístanbul

Niketas war der drittgeborene Sohn des byzantinischen Kaisers Michael I. Rhangabes und der Prokopia, einer Tochter von Kaiser Nikephoros. Nachdem Leo V. der Armenier 813 Kaiser geworden war durch eine erfolgreiche Revolte gegen Michael und dessen Sohn Theophylaktos, wurde Niketas zwangsweise kastriert - damit konnte er nicht mehr Kaiser werden - und ins Kloster auf der Prinzeninsel Proti - der heutigen Insel Kınalıada bei Ístanbul - verbannt; dort wurde er Mönch mit dem Ordensnamen Ignatius und Priester, schließlich auch Abt des Klosters, als der er auf den Prinzeninseln drei neue Klöster stiftete. 842 wurde Michael III. der Säufer, ein Sohn von Theophylaktos und damit Ignatius' Neffe, neuer Kaiser; die Regentschaft für den damals erst zweijährigen führte seine Mutter Theodora II. 847 ernannte diese Ignatius, der ein standhafter Gegner des Bildersturms war, zum Patriarchen von Konstantinopel. Als Theodoras Sohn mündig wurde, gab es blutige Auseinandersetzungen um die Fortführung der Regentschaft: 856 wurde Theodora abgesetzt, 858 mit ihren Töchtern aus dem Kaiserpalast vertrieben; im selben Jahr wurde auch Ignatius abgesetzt und ins Kloster auf der Prinzeninsel Terebinthos - der heutigen Insel Sedef Adası bei Ístanbul - verwiesen, das Ignatius selbst gestiftet hatte.

860 konnte Ignatius wieder nach Konstantinopel zurückkehren, wurde dort aber in Hausarrest gehalten. Seine Unterstützer wandten sich an Papst Nikolaus I. mit der Bitte um Verurteilung des als Nachfolger von Ignatius ins Amt des Patrairchen eingesetzten Photios I.; der Papst versuchte zunächst, sich aus der Kontroverse herauszuhalten, aber im April 863 sprach er Photios alle kirchlichen Weihen ab und verfügte die Wiedereinsetzung von Ignatius in das Amt des Patriarchen. Kaiser Michael III. lehnte die päpstliche Entscheidung ab, Photios ließ eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. einberufen und Papst Niklolaus für abgesetzt erklären, auch weil die Westkirche Priesterehen negativ beurteilte, ungesäuertes Brot bei der EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. verwendete und Instrumentalmusik im Gottesdienst erlaubte; diese Auseiandersetzung gilt als Beginn des Prozesses, der schließlich zum Morgenländisches Schisma führte. Nachdem Basileios I. 867 Kaiser Michael III. hatte ermordenden lassen und sich Throns bemächtigte, verbannte der neue Kaiser Photios und setzte Ignatius wieder in das Amt ein. Das 6. Konzile von Konstantinopel verdammte 869/870 Photios, der aber 877 doch wieder Ignatius' Nachfolger wurde.

Ignatius wurde in der Hagia Sophia in Konstantinopel bestattet. Seine Gebeine kamen dann in die Mennas-Kirche und zuletzt in die von ihm nahe der Stadt erbaute Michaelskirche.

Catholic Encyclopedia

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.01.2022

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://catholicsaints.info/saint-ignatius-of-constantinople - abgerufen am 18.01.2022
• http://www.katolsk.no/biografier/historisk/ignakons - abgerufen am 18.01.2022

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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