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Ökumenisches Heiligenlexikon

Jakob Gapp

Gedenktag katholisch: 13. August
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Graz-Seckau, im Bistum Innsbruck, im Erzbistum Wien und bei den Marianisten

Name bedeutet: der Nachgeborene
oder: Gott schützt (hebr.)

Ordensmann, Priester, Märtyrer
* 26. Juli 1897 in Wattens in Österreich
† 13. August 1943 in Berlin-Plötzensee


Jakob Gapp wurde als jüngstes von sieben Kindern einer Fabrikarbeiterfamilie geboren. Er absolvierte das Gymnasium der Franziskaner in Hall in Tirol, aus dem auch andere Persönlichkeiten des kirchlichen NS-Widerstandes hervorgingen, unter anderen Franz Reinisch. Als 18-jähriger Gymnasiast meldete er sich freiwillig zum Kriegseinsatz im 1. Weltkrieg, 1918 geriet er in italienische Gefangenschaft. Aus dem Krieg kehrte er nach eigenen Worten als Atheist zurück, fand aber schon bald wieder zum Glauben. 1920 trat er auf dem Greisinghof in Tragwein bei Linz in das Noviziat der == Marianisten ein, 1925 legte er die Ewigen Gelübde ab, 1930 wurde er in Fribourg in der Schweiz zum Priester geweiht.

Schulhaus und Kirche in Reutte in Tirol heute
Schulhaus und Kirche in Reutte in Tirol heute

Die Zeit des priesterlichen Wirkens von Jakob Gapp war geprägt durch soziales Engagement und Wachsamkeit gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen. Schon früh erkannte er, dass der aufkeimende Nationalsozialismus mit dem Christentum unvereinbar war. Als Jakob Gapp im Franziskanerkloster in Reutte in Tirol lebte und arbeitete und auch an der dortigen Schule lehrte, untersagte ihm ein Schuldirektor wegen kritischer Äußerungen im Religionsunterricht 1938 das Unterrichten und schaltete die Gestapo ein. Pater Gapp floh ins Ausland. Nach kurzem Aufenthalt im Stammhaus der Marianisten in Bordeaux in Frankreich war er ab Mai 1939 an mehreren spanischen Ordensschulen tätig. Seine Nazi-kritischen Predigten aus dieser Zeit erregten auch in Berlin Aufmerksamkeit. 1942 erschlichen sich als verfolgte Juden getarnte Gestapo-Agenten das Vertrauen des Ordensmannes und überredeten ihn zu einem Grenzübertritt ins deutsch besetzte Frankreich. Dort wurde er verhaftet und ins Gefängnis nach Berlin-Plötzensee überstellt. Am 2. Juli 1943 wurde er als Volksverräter vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt

Jakob Gapp wurde im Gefängnis in Berlin-Plötzensee enthauptet, sein Leichnam dem anatomischen Institut übergeben, um eine Bestattung zu verhindern, denn unter der konfessionell gebundenen Bevölkerung würde Gapp als Märtyrer seines Glaubens gelten - so der Chef des Reichssicherheitsdienstes, der SS-Mann Johann Rattenhuber.

In der Pfarrkirche in Wattens ist Jakob Gapp eine Gedenkstätte errichtet, das Jugend- und Gemeindehaus mit öffentlicher Bibliothek neben der Kirche trägt seinen Namen. Auf dem Greisinghof in Tragwein bei Linz erinnert ein Gedenkstein an ihn, in Reutte in Tirol ist eine kleine Straße im Neubaugebiet nach ihm benannt.

Gedenkstätte in der Pfarrkirche in Wattens
Gedenkstätte in der Pfarrkirche in Wattens

Das Urteil des Volksgerichtshofs unter Roland Freisler ist erhalten.

Kanonisation: Jakob Gapp wurde am 24. November 1996 gemeinsam mit Otto Neururer von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 31.08.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Leopold Schlager, E-Mail vom 9. Mai 2005
• Kons. Rat Alfred Aigner SM vom Kloster Greisinghof in Tragwein
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996