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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes-Baptist de La Salle

französischer Name: Jean-Baptiste

Gedenktag katholisch: 7. April
gebotener Gedenktag
Hochfest bei den Schulbrüdern: 15. Mai
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.
: 15. Mai, Todestag: 7. April
nicht gebotener Gedenktag bei den Schulbrüdern: Übertragung der Gebeine: 26. Januar

Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
B: der Täufer (griech.)

Priester, Ordensgründer
* 30. April 1651 in Reims in Frankreich
† 7. April 1719 im Stadtteil St-Yon in Rouen in Frankreich


Johannes-Baptist stammte aus der adeligen und vermögenden Juristenfamilie der de La Salle. Er wurde im Alter von 12 Jahren KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. und mit 16 Jahren zum Kanonikus der Kathedrale von Reims ernannt. Er studierte ab 1670 an St-Sulpice in Paris mit dem Abschluss als Magister und wurde 1678 zum Priester geweiht. Angeleitet durch seinen geistlichen Berater Nikolaus Roland rührte ihn vor allem das Leid der Kinder und Jugendlichen der Armen, deshalb übernahm er die Leitung der Sœurs de l'Enfant-Jésus, der Schwestern vom Kinde Jesu, die sich der Unterrichtung armer Mädchen durch Errichtung von Freischulen und Lehrerinnenbildung widmeten. 1679 gründete er eine kostenlose Schule für Knaben in Reims.

Dem ersten Lehrer Adrian Nyel schlossen sich bald drei Schulgehilfen an; Johannes-Baptist mietete für sie ein Haus, in dem bald schon die dritte Freischule eröffnet wurde. 1681 nahm er die Lehrer in sein eigenes Haus auf und setzte sein Familienvermögen ein, eine Art klösterlicher Gemeinschaft entstand. 1683 gab er sein Amt als Kanonikus in Reims auf, um sich ganz der Gemeinschaft in seinem Haus zu widmen. Diese Gemeinschaft im Geiste des Franz von Sales wurde immer intensiver; 1684 legte er mit seinen Brüdern ein Gelübde ab und gründete die Genossenschaft der Frères des Écoles chrétiennes, der Brüder der christlichen Schulen. Die Gemeinschaft diente zunächst ausschließlich dazu, die christliche Erziehung zu verbessern und gründete Sonntagsschulen und Erziehungsanstalten für verwahrloste Jugendliche. 1685 entstand in Reims das erste Seminar zur Ausbildung von weltlichen Lehrern auf dem Land, eines der ersten Institute dieser Art; 1699/1700 wurde es nach Paris verlegt.

Pädagogisch wurden neue Wege beschritten mit lebensnahem Unterricht und Klassenunterricht statt Einzelbeschulung; statt Latein wurde das Französische als Unterrichtssprache verwendet. In ganz Frankreich folgten weitere Freischulen, so 1688 nahe St-Sulpice in Paris im Zusammenwirken mit den Sulpizianern; Johannes-Baptist selbst lehrte dort zusammen mit zwei Brüdern. 1690 wurde eine zweite Freischule errichtet, weitere folgten 1698 und 1699. Johannes-Baptist ist somit der Begründer des französischen Volksschulwesens. 1698 nahm er auf Veranlassung des entthronten Königs Jakob II. von England 50 adelige Knaben aus Irland zur Erziehung in einem Pensionat auf, 1699 gründete er eine Gewerbeschule für Lehrlinge und junge Arbeiter mit Unterricht am arbeitsfreien Sonntag; sie gilt als erste französische Gewerbeschule. In Rouen wurde ein Knabenpensionat mit Real- und Gewerbeschule und eine pädagogisch fortschrittliche Besserungsanstalt für straffällige Jugendliche mit Ackerbauschule und Werkstätten eingerichtet. Zahlreiche Artikel veröffentlichte Johannes-Baptist zur praktischen Arbeit in den Schulen.

In Vaugirard - heute im 15. Arrondissement in Paris - pachtete er 1691 ein einsames Haus für geistliche Exerzitien, dort legte er zusammen mit zwei Brüdern das lebenslange Gelübde der Ordenszugehörigkeit ab und eröffnete 1692 das Noviziat seiner Gemeinschaft; dieses wurde 1705 nach St-Yon verlegt.

Johannes-Baptist wurde in der Pfarrei St-Sever in Rouen bestattet. Seine Gebeine wurden mehrmals übertragen, zuerst 1734 in die Kapelle von St-Yon in Rouen, dann mit der Verlegung des Mutterhauses in der Französischen Revolution nach Lembeek / Lembecq-les-Hal in Belgien, schließlich 1937 nach Rom.

1724/1725 wurden die Statuten der Christlichen Schulbrüder von Papst und König bestätigt, der Orden verbreitete sich immer weiter in der ganzen Welt. Die Schulbrüder sind heute einer der größten Orden überhaupt.

Kanonisation: Johann Baptist de la Salle wurde am 19. Februar 1888 von Papst Leo XIII. selig- und am 24. Mai 1900 vom selben Papst heiliggesprochen. 1950 wurde er durch Papst Pius XII. zum Patron der Lehrer erklärt.
Patron des christlichen Unterrichts, der Lehrer und Erzieher

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.04.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Harald Wagner. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. III, Herzberg 1992
• Bruder Winfried Schreiner FSC, E-Mail vom 16. Mai 2005
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• Karl Mühlek. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992