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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes von Kronstadt

russisch: Ioann
russischer Taufname: Ivan Ilyitsch Sergiev

Gedenktag orthodox: 19. Oktober, 7. Dezember, 20. Dezember
Tag der Heiligsprechung: 8. Juni

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Erzpriester, Seelsorger
* 19. Oktober 1829 in Sura bei Archangelsk in Russland
† 20. Dezember 1908 in Kronstadt in Russland


Ivan Ilyitsch Sergiev entstammte einer alten Priesterfamilie. 1845 bis 1851 besuchte er das Geistliche Seminar in Archangelsk und konnte dann bis 1855 an der Geistlichen Akademie St. Petersburg auf Staatskosten weiter studieren. Nach seiner Eheschließung wurde er 1855 zum Priester geweiht und trug nun den geistlichen Namen Johannes. Gleich nach Antritt seines Dienstes in Kronstadt begann er mit dem Besuchsdienst in den Elendsvierteln der Stadt. 1882 konnte er sein Haus der Arbeitsliebe eröffnen, das Arbeitsplätze und Versorgung vermittelte. 1888 wurde ein Nachtasyl erbaut, 1891 eine Pilgerherberge. Mit der Zeit wurde das Haus der Arbeitsliebe durch ein Waisenhaus, eine Kindertagesstätte, ein Armenhaus für Frauen, einen Volksspeiseraum und eine Verteilstelle für Bekleidung ergänzt. Bald offenbarte sich seine Gabe der Wundertätigkeit: Heilungen ereigneten sich bei persönlichen Besuchen, in Volksmengen und auch über räumliche Distanz hinweg auf Bitten in Briefen und Telegrammen. Auch Moslems und Juden wurden geheilt.

Johannes' „Haus der Arbeitsliebe” in Kronstadt
Johannes' Haus der Arbeitsliebe in Kronstadt

Johannes' Bekanntheitsgrad reichte bald schon über die Landesgrenzen hinaus, Menschen aus allen Teilen der russischen Monarchie pilgerten zu ihm nach Kronstadt, täglich kamen Tausende, noch mehr Leute schrieben ihm, so dass die lokale Post eine eigene Abteilung für seine Korrespondenz eröffnen musste. Sein Ruf brachte ihm auch beachtliche Summen an Spenden ein, die Rede ist von einer Million Rubel im Jahr, für die damalige Zeit eine schier unvorstellbare Summe. Johannes verköstigte täglich Tausende Bedürftige, errichtete in Kronstadt 1882 das erste russische Haus der Arbeitsliebe; im Lauf der Zeit wurde das Haus der Arbeitsliebe durch ein Waisenhaus, eine Kindertagesstätte, ein Armenhaus für Frauen, einen Volksspeiseraum und eine Verteilstelle für Bekleidung ergänzt. In den Werkstätten für Männer und Frauen arbeiteten im Lauf eines Jahres 25.000 Menschen, die Schule betreute 300 Kinder. 1888 eröffnete ein Nachtasyl, 1891 eine Pilgerherberge. In seinem Heimatdorf Sura gründete er ein Frauenkloster und ließ eine Kirche aus Stein errichten, in St. Petersburg stiftete er das Frauenkloster an der Karpovka, einem Seitenarm der Neva.

Ab 1888 führte Johannes eine ausgedehnte Reisetätigkeit durch das ganze russische Kaiserreich, eigene Schiffe und Sonderwagen standen ihm dafür zur Verfügung. In Charkov - dem heutigen Charkiw in der Ukraine - fanden sich 1890 über 60.000 Menschen auf dem Domplatz ein, um am Gebet mit Johannes teilzunehmen. Wenn er mit dem Schiff fuhr, versammelten sich Gläubige an den Ufern, oft kniend. Die Wertschätzung für ihn reichte bis in höchste Kreise: Zar Alexander III. starb 1894 in seinen Armen. Um die vielen Gläubigen nicht zu enttäuschen, führte er die Allgemeinbeichte im Gottesdienst ein, anders waren die Massen nicht zu bewältigen; die tägliche Feier der Liturgie dauerte dennoch Stunden. Johannes wurde zum Erzpriester mit dem Recht, eine Mitra zu tragen, und zum Mitglied des Heiligsten Sinods ernannt.

Johannes war Mitglied des rechtsradikalen Russischen Volksbundes, enthielt sich jedoch politischer Stellungnahme. Die Sektenbildung der Ioannity, die vom Haus der Arbeitsliebe ausging und in Ioann den neuen Christus sah, setzte ihm zu. Sein Geburtshaus wurde zur Wallfahrtsstätte orthodoxer Christen ohnegleichen, er wurde als Hirte aller Russen verehrt.

In einem geistlichen Tagebuch schrieb Johannes seine Gedanken auf, er nannte sie ein Geschenk des alles erleuchtenden Geistes Gottes. Dieses Buch erschien 1893 unter dem Titel Mein Leben in Christus in drei Bänden mit insgesamt über 1000 Seiten, es wurde teilweise auch ins Deutsche übersetzt. Seine umfangreiche Erbauungsliteratur umfasst v. a. Predigten.

Johannes' Begräbnis in St. Petersburg
Johannes' Begräbnis in St. Petersburg

An Johannes' Begräbnis nahmen Zehntausende teil, es wurde gehalten vom St. Petersburger Metropoliten Antonij Vadkovskij in Begleitung von Bischöfen und Priestern. Soldaten standen auf dem ganzen Weg Spalier. Am seinem Grab ereignen sich bis heute Wunder. In der Zeit des Kommunismus fanden die gläubigen Menschen in seinem Vorbild Stärkung für ihr Standhalten im Glauben und in der Frömmigkeit.

1989 wurde das von Johannes gegründete Nonnenkloster in St. Petersburg wieder besiedelt, dort ist er bestattet, heute lebt dort wieder eine blühende Gemeinschaft. In Hamburg wurde 2001 eine Russisch-Orthodoxe Gemeinde des Moskauer Patriarchats gegründet, die sich seit 2004 in einer als lutherische Kirche gebauten und nun dem Heiligen Johannes von Kronstadt gewidmeten Kirche versammelt.

Kanonisation: Nach einem langwierigen Entscheidungsprozess wurde Johannes 1990 vom Moskauer Patriarchat der Russischen Orthodoxen Kirche heiliggesprochen. Schon 1964 war er von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland in den Heiligenkalender aufgenommen worden.

  Die Kirche des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg bietet auf ihrer Homepage eine ausführliche Biografie.

Gebet des Hl. Johannes von Kronstadt

Du gütiger Menschenfreund! Der die Kreatur mit einem Wort geschaffen hattest und aus der Du den Menschen erschufest, besuche ja mit Deiner unsäglichen Menschenfreundlichkeit Deinen verlorenen Knecht, damit das Werk Deiner Hand nicht am Ende untergehe …

Herr! Dein Name ist Liebe: verwirf mich irrenden Menschen nicht.
Dein Name ist Kraft: festige mich kraftlos Werdenden und Fallenden.
Dein Name ist Licht: erleuchte meine von den Leidenschaften des Lebens verblendete Seele.
Dein Name ist Friede: stifte den Frieden in meiner stürmischen Seele.
Dein Name ist Gnade: versäume nicht, Dich meiner zu erbarmen!

übersetzt von Andrej Schabelnikow

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.12.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• http://www.bautz.de/bbkl/j/Johannes_v_kro.shtml
• Andrej Schabelnikow, E-Mail vom 16. Mai und 7. Juni 2008
• http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-04/13765013-zdf-uebertraegt-orthodoxen-gottesdienst-aus-hamburg-007.htm
• http://www.kath.net/detail.php?id=22468