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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ludwig von Casoria

italienischer Name: Ludovico
Taufname: Arcangelo Palmentieri

Gedenktag katholisch: 30. März

Name bedeutet: der berühmte Krieger (althochdt.)

Ordensmann, Priester, Ordensgründer
* 11. März 1814 in Casoria bei Neapel in Italien
† 30. März 1885 in Pausilippo, heute Stadtteil von Neapel in Italien


Arcangelo Palmentieri, drittes Kind des Weinhändlers Vincenzo Palmentieri und der Candida Zenga, wurde von seinen Eltern christlich erzogen. Auf Wunsch des Vaters begann er zunächst eine Lehre als Schreiner, brach diese aber ab, um zu studieren und gemäß dem Wunsch der Mutter Priester zu werden. Weil seine Eltern ihm das Studium nicht finanzieren konnten, schloss er sich 1832 in Lauro bei Nola dem Franziskanerorden an und erhielt den Ordensnamen Ludwig; 1837 wurde er in Neapel zum Priester geweiht. Ab 1841 wurde er Lehrer für Philosophie und Mathematik am Franziskanerkonvent San Pietro in Neapel.

1847 erlebte er betend vor dem TabernakelDer Tabernakel (latein für Hütte, Zelt) ist in den katholischen Kirchen ein - künstlerisch gestaltetes - Sakramentshaus mit verschließbarer Tür; er dient als Aufbewahrungsort der in der Heiligen Messe gewandelten Hostien und des Weines, die nach katholischem Glauben Leib und Blut Christi sind. Das ewige Licht am Tabernakel zeigt die Aufbewahrung der Eucharistie im Tabernakel an. der Kirche von S. Giuseppe dei Ruffi in Neapel seine - wie er es nannte - Läuterung: er verlor das Bewusstsein und fiel ohnmächtig zu Boden; Gott wies ihm den Weg des Dienstes an den Armen und Kranken. Für seine Ordensbrüder richtete er in seiner Zelle im Kloster S. Pietro ad Aram eine Apotheke ein und kaufte in Scudillo di Capodimonte in Neapel die Villa La Palma, die er für die kranken Brüder der gesamten Ordensprovinz zu einer Krankenstation ausbaute. Ab 1854 sah er seine Aufgabe aber besonders in der Ausbildung von Einheimischen für die Mission in Afrika; deshalb kaufte er Kinder von Sklaven frei, um sie in seiner Villa La Palma eröffneten Schule für die Mission zu ertüchtigen unter dem Motto, das sein Freund Daniel Comboni ausgegeben hatte: Afrika muss Afrika bekehren.

1856 erklärte Ferdinand II., der König beider Sizilien, seine Unterstützung; Ludwig reiste noch im selben Jahr nach Kairo und kaufte dort weitere zwölf Kinder frei. 1858 besuchten schon 38 losgekaufte Schwarze die Schule, die nun in ein größeres, vom König zur Verfügung gestelltes Gebäude umzog. Eine ähnliche Einrichtung für schwarze Mädchen, das Collegio delle Morette, wurde 1859 im Stadtteil Capodimonte eröffnet. 1864 gründete Ludwig in Neapel eine Akademie für Religion und Wissenschaften, um die katholische Kirche gegen die Angriffe des aufkommenden Liberalismus zu verteidigen; denselben Zweck hatte die Gründung der Zeitschrift La Carità und des gleichnamigen Kollegs. Ergänzt wurde all dies durch die Veröffentlichung von vier weiteren Zeitschriften, die Herausgabe sämtlicher Werke von Bonaventura in italienischer Sprache, eine Taschenbuchausgabe der Bibel sowie der Gründung von Druckereien und Musikkapellen.

Zur Unterstützung dieser missionarischen Arbeit und für weitere caritative Aufgaben gründete er einen Zweig des Dritten Ordens der Franziskaner, woraus 1859 die Frati della Carità, Brüder der Liebe, kurz Frati Bigi entstanden, genannt nach ihrem aschgrauen Ordensgewand, die sich besonders um Taubstumme und Waisen kümmerten. Ludwig baute 1862 auch eine Kongregation für Frauen auf, die Francescane Elisabettine, die franziskanischen Elisabethinnen; sie wurden Suore Bigie genannt.

1861 erhielt Ludwig für den Franziskanerorden die Missionierung Zentralafrikas übertragen; 1865 reiste er zusammen mit Daniel Comboni und drei in Neapel augebildeten Afrikanern ab, um bei Gondokoro in Nubien - heute Sudan - die Missionsstation Scellal aufzubauen; 1867 musste er das Haus aber an die Glaubenskongregation abtreten; ungeachtet dieses Misserfolgs setzte er seine Arbeit mit den farbigen Kindern fort. Außerdem sandte er Missionare nach Süditalien. Weitere karitative Einrichtungen in Neapel, Rom, Assisi und Florenz gehen auf Ludwig zurück. 1875 wurde er schwer krank und erholte sich bis zu seinem Tod nicht mehr. Er starb im Marianischen Hospiz in Neapel, das er kurz zuvor für betagte Matrosen gegründet hatte.

In diesem Marianischen Hospiz in der Via Posilippo 24, das nun seinen Namen trägt und von den Grauen Schwestern geleitet wird, ruhen Ludwigs Gebeine.

Kanonisation: Ludwig wurde am 18. April 1993 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen; am 23. November 2014 wurde er durch Papst Franziskus heiliggesprochen.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 30.08.2015

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Ferdinand Holböck: Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 4. Christiana, Stein am Rhein 2000
• http://www.igw-resch-verlag.at/seligeheilige/index.html?band3/palmentieri.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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