Ökumenisches Heiligenlexikon

Malcos

lateinischer Name: Malchus
auch: Malke, Malka
syrischer Name: ܡܠܟܐ

1 Gedenktag katholisch: 21. Oktober

1 Gedenktag orthodox: 26. März, 24. November

1 Gedenktag syrisch-orthodox: 21. April, 1. September

Name bedeutet: der König (hebr. - griech. - latein.)

Mönch, Einsiedler
* in Nisibis, heute Nusaybin in der Türkei
oder in Ninive, heute Ruinen bei Mosul im Irak
Ende des 4. Jahrhunderts in der Wüste um Chalkis, heute Qinnasrîn in Syrien


Aus: Mrs. Lang: Book of Saints and Heroes, 1912: Malchos und die Frau durchqueren auf der Flucht einen Fluss
Aus: Mrs. Lang: Book of Saints and Heroes, 1912: Malcos und die Frau durchqueren auf der Flucht einen Fluss

Malcos war der Sohn eines aus Syrien stammenden Ehepaares, seine Mutter war die Schwester von == Augin. Als junger Mann trat er gegen den Willen seiner Eltern in ein Kloster ein und lebte als Einsiedler in der Wüste um Chalkis. Sarazenen nahmen ihn gefangen, verschleppten ihn nach Arabien, ließen ihn als Schafhirte arbeiten und zwangen ihn zur Ehe mit einer jungen Christin, die er jungfräulich führte. Das Paar konnte schließlich fliehen, Malcos kehrte in seine Einsiedelei zurück, seine Frau trat in ein Kloster ein.

Hieronymus besuchte Malcos in Maronia - einem Dorf rund 50 Kilometer östlich Antakya - und schrieb nach dessen Tod um 390 seine Lebensgeschichte auf. In ihr entwickelt er diese Geschichte als Urbild eines gemeinsamen keuschen Lebens von Mann und Frau, wie er es selbst nun mit Paula von Rom führte, und überwand damit seine frühere Kritik an den angeblichen Jungfrauen.

Die von Hieronymus verfasste Geschichte über Leben und Gefangenschaft des Mönches Malchus ist auf Deutsch zu lesen in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.10.2023

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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