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Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria Wilhelmina Ämilie de Rodat

französischer Name: Marie Guillemette Émilie

Gedenktag katholisch: 19. September
Hochfest bei den Schwestern der Heiligen Familie von Villefranche

Name bedeutet: M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
W: Wille und Schutz (althochdt.)
Ä: die Eifrige (latein.)

Gründerin, Mystikerin
* 6. September 1787 auf Schloss Ampiac in Druelle bei Rodez in Frankreich
† 19. September 1852 in Villefranche-de-Rouergue bei Rodez in Frankreich


Ämilia de Rodat
Ämilia de Rodat

Maria Wilhelmina Ämilie de Rodat war das erste Kind des französischen Schatzmeister für die Gegend um Montauban, Jean-Louis-Guillaume Amans de Rodat, und der Henriette de Pomayrols. Nach vier vergeblichen Versuchen der Teilnahme am religiösen Leben schloss sie sich mit 17 Jahren einer von ihrer Großmutter geleiteten Gemeinschaft von in der Französischen Revolution vertriebenen Nonnen in Villefranche-de-Rouergue an. 1815 trat sie aus dieser Kommunität aus und arbeitete als Lehrerin für gefallene Mädchen und verwahrloste Kinder; zusammen mit drei Gefährtinnen begann sie in ihrem Zimmer mit dem Unterricht. 1816 konnte sie die erste Schule gründen und es entstand die Kongregation der Sœurs de la Sainte Famille de Villefranche, die Schwestern von der Heiligen Familie von Villefranche, die sie als Oberin leitete. 1819 wurde das Haus erworben, das bis heute das Mutterhaus der Gemeinschaft ist, 1820 legten die Frauen ihre ewigen Gelübde ab. 1822 konnte in Aubin die erste Niederlassung eröffnet werden; 1827 wurde die Kongregation vom König anerkannt.

Liegefigur neben dem Grab in der Seitenkapelle der Ämilie de Rodat geweihten Kirche in Villefranche-de-Rouergue
Liegefigur neben dem Grab in der Seitenkapelle der Ämilie de Rodat geweihten Kirche in Villefranche-de-Rouergue

Die Aufgaben wurden erweitert auf die Pflege von Frauen, Waisen und Alten. 1835 wurde in Figeac bei Cahors das erste klösterliche Haus eröffnet, 1840 kam die Arbeit für Strafgefangene hinzu, 1841 in Villefranche-de-Rouergue die erste Einrichtung für Kleinkinder und eine Hilfsorganisation für Prostituierte. In schweren Prüfungen erwies sie sich Ämilie de Rodat als starke Frau, die in der letzten Lebensphase aufgetretene Krebskrankheit ertrug sie duldsam. 1850 veröffentlichte sie ihr geistliches Testament. Ihre mystische Begabung wurde zu Lebzeiten kaum bekannt.

Beim Tod von Maria Wilhelmina Ämilie de Rodat gab es 38 Einrichtungen ihres Ordens, der 1875 päpstlich anerkannt wurde. Der Orden ist heute (2013) in Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, England und Irland, im Libanon und in Ägypten, in Brasilien, Bolivien und Argentinien, der Elfenbeinküste und im Senegal, auf den Philippinen und in Indien mit 480 Schwestern tätig.

Kanonisation: Maria Wilhelmina Ämilie de Rodat wurde am 9. Juni 1940 durch Papst Pius XII. selig- und am 23. April 1950 durch denselben Papst heiliggesprochen.

Die Ämilie de Rodat geweihte Kirche neben dem Kloster der Sœurs de la Sainte Famille in Villefranche-de-Rouergue. Sie wurde 1952 bis 1958 an der Stelle eines spätestens 1290 bestehenden und in der Französischen Revolution aufgelösten Franziskanerklosters erbaut.
Die Ämilie de Rodat geweihte Kirche neben dem Kloster der Sœurs de la Sainte Famille in Villefranche-de-Rouergue. Sie wurde 1952 bis 1958 an der Stelle eines spätestens 1290 bestehenden und in der Französischen Revolution aufgelösten Franziskanerklosters erbaut.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.10.2018

Quellen:
• http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89milie_de_Rodat
• http://www.sainte-famille-villefranche.com/fr/fondatrice-sainte-emilie-de-rodat/biographie-sainte-emilie-de-rodat.php
• Emilie de Rodat - La Passion de Dieu au service des pauvres, Èditions C2L, Paris o. J. (2014)

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.